10 km des Métropolitaines BLOT 2026: Sewmehon Anteneh und Tekan Berhe bringen den bretonischen Winter zum Glühen

Dorian Vuillet
Von Dorian Vuillet

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

10 km des Métropolitaines BLOT 2026: Sewmehon Anteneh und Tekan Berhe bringen den bretonischen Winter zum Glühen
© STADION

Saint-Grégoire im Département Ille-et-Vilaine hat wieder das richtige Rezept gefunden, um die Temperaturen steigen zu lassen. Beim internationalen 10-km-Lauf pulverisierte der Äthiopier Sewmehon Anteneh in 28:08 Minuten den Streckenrekord, während seine Landsfrau Tekan Berhe das Frauenrennen in 31:30 Minuten gewann und damit nur eine Sekunde über der Bestmarke blieb. Wenig später sorgte auch die Grégorienne Grand Quartier über 7,5 km für Emotionen: Amélie Sinquin setzte sich in 26:56 Minuten durch, bei einem weiterhin beliebten, rein weiblichen Lauf. Mit großer Leistungsdichte, Rekordjagd und gemeinsamer Begeisterung in den Startblöcken und am Straßenrand boten die Métropolitaines BLOT 2026 ein Rennerlebnis aus nächster Nähe, getragen vom Rhythmus der Schritte und den Anfeuerungsrufen.

Nach dem spektakulären Aufschwung der Ausgabe 2025 gingen die 10 km des Métropolitaines BLOT 2026 mit einem klaren Ziel an: noch größer, noch dichter besetzt, noch beliebter zu werden. Ziel erreicht. Mit knapp 7.000 erwarteten Läuferinnen und Läufern bei den drei Wettbewerben und rund 5.000 Zuschauern entlang der Strecke bestätigte Saint-Grégoire seinen Status als Hochburg des winterlichen Laufsports. Ein Lauf, der in der Bretagne und weit darüber hinaus längst zum Pflichttermin geworden ist.

Auch die 31. Ausgabe hatte alles, was für bleibende Eindrücke sorgt. Mehr als drei Jahrzehnte 10 km BLOT, dazu 20 Jahre Grégorienne Grand Quartier, der 7,5-km-Lauf ausschließlich für Frauen. Rund um die Strecke waren 379 Helferinnen und Helfer im Einsatz, um diesen Januersonntag in ein großes Volksfest zu verwandeln. Animation, zusätzliche Geschenke, Verlosungen und ein Verpflegungsbereich, der zum längeren Verweilen nach dem Rennen einlud: Die Métropolitaines haben ihre gesellige Seite stärker denn je gezeigt, ohne bei den sportlichen Ansprüchen Abstriche zu machen.

Ein 10-km-Lauf mit nationalem Maßstab

Als eines der zehn besten 10-km-Rennen mit FFA-Gütesiegel, im Kalender von World Athletics geführt und mit dem Gold-Label ausgezeichnet, spielt der 10 km BLOT inzwischen in der ersten Liga. Die Zahlen sprechen für sich. 2025 blieben 250 Läufer unter 35 Minuten, fast 900 unter 40 Minuten. Eine ungewöhnliche Leistungsdichte, die Jahr für Jahr mehr Spitzenathleten aus der Region, aus Frankreich und aus dem Ausland anzieht.

Das 31. Kapitel bildete da keine Ausnahme. Das von Christian Moreau zusammengestellte Elitefeld umfasste 16 Nationen, rund 15 Athleten mit Bestzeiten unter 30 Minuten und mehrere Läufer, die an der 28-Minuten-Marke kratzen konnten. Der von Youssef Benhadi gehaltene Streckenrekord von 28:34 Minuten aus dem Jahr 2024 war also ernsthaft in Gefahr.

Sewmehon Anteneh sprengt die Bestzeiten, das Rennen nimmt Fahrt auf

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, ganz im Gegenteil. Im Ziel strahlte Sewmehon Anteneh mit seinen gerade einmal 18 Jahren über das ganze Gesicht und präsentierte eine schwindelerregende Zeit: 28:08 Minuten. Neuer Rekord bei den Métropolitaines BLOT, 26 Sekunden schneller als die bisherige Bestmarke. Der junge Äthiopier zeigte dabei eine Mischung aus Kraft und Frische und warf bereits auf den ersten Kilometern alles in die Waagschale. Das von ihm angeschlagene Tempo ließ seinen Konkurrenten kaum Luft. Hinter ihm komplettierten der Ugander Hosea Chemutai (28:11) und der Kenianer Kiprop Rotich (28:13) ein Podium auf höchstem Niveau.

Der Äthiopier Getinet Mele Gedamu (28:21) und der Ugander Martin Kiprotich (28:31) blieben ebenfalls unter dem alten Rekord. Fünf Männer waren in einem einzigen Rennen schneller als die bisherige Bestmarke. Selbst im internationalen Rennkalender ist das außergewöhnlich. Insgesamt blieben neun Läufer unter 30 Minuten, 41 unter 32, 208 unter 35 und 786 unter 40 Minuten. Ein Vormittag mit Leichtathletik pur, schnell, dicht besetzt und beinahe schwindelerregend.

Starke Franzosen, angeführt von Florian Caro

Gegen diesen afrikanischen Wirbelsturm hielten die französischen Läufer dagegen. Als bester Franzose kam Florian Caro nach 29:28 Minuten auf Rang acht ins Ziel. Eine starke Leistung des bretonischen Marathonrekordlers, der erst vor Kurzem in Nizza über 10 km 29:04 Minuten gelaufen war. Charlelie April schaffte es in 30:06 Minuten ebenfalls unter die ersten zehn und bestätigte damit den starken Auftritt der französischen Läufer in diesem hochklassig besetzten Rennen. Ebenfalls erwähnenswert: Guillaume Ruel belegte in 30:20 Minuten Rang 13. Der Normanne glänzt normalerweise auf deutlich längeren Distanzen.

Tekan Berhe verpasst Geschichte um eine Sekunde

Bei den Frauen war die Entscheidung schneller gefallen, aber nicht weniger intensiv. Tekan Berhe, 23-jährige Äthiopierin, übernahm früh die Führung und gewann in 31:30 Minuten. Damit fehlte ihr nur eine Sekunde auf den Streckenrekord, den Marwa Bouzayani im vergangenen Jahr aufgestellt hatte. Frustrierend vielleicht, aber zugleich ein Beleg für das stetig steigende Niveau.

Hinter ihr lief Farida Abaroge, eine Athletin mit Flüchtlingsstatus, starke 32:38 Minuten. Die Lokalmatadorin Marie Lohéac-Bouchard sicherte sich in 32:58 Minuten den dritten Platz. Die französische Meisterin über 10 km von 2025 und bretonische Rekordhalterin bestätigte auf heimischem Boden ihren Status. In einer Saison, in der die französischen Crosslauf-Meisterschaften bereits in den Blick rücken. Unter den ersten zehn glänzten außerdem drei weitere Französinnen: Lucile Mary (35:13), Anne Le Cunuder (35:47) und Chloé Lemoigne (36:23). Eine Leistungsdichte, die von der Vitalität des französischen Frauenlaufs zeugt.

Die Grégorienne bleibt ihrem Geist treu

Bei der Grégorienne Grand Quartier, dem 7,5-km-Lauf ausschließlich für Frauen, war die Atmosphäre eine andere, die Intensität aber nicht geringer. Amélie Sinquin gewann in 26:56 Minuten vor Fanny Malagré (27:23), mehrfacher bretonischer Meisterin im Marathon, und Manon Creff (27:35). Der Lauf war bereits mehrere Wochen vor dem Start ausverkauft und ist aus dem Programm der Métropolitaines längst nicht mehr wegzudenken.

Ein Volksfest ohne falsche Töne

Mit einem nicht offiziell gewerteten 5-km-Lauf für alle, Hunderten Zuschauern entlang der Strecke und mildem Wetter fand die Veranstaltung erneut die richtige Balance zwischen Leistung und gemeinsamem Erlebnis. Zwei Runden, bretonische Fahnen auf der Zielgeraden, ununterbrochene Anfeuerungsrufe: In Saint-Grégoire wird Laufen nicht nur gestoppt, sondern auch gelebt.

Trotz eines umstrittenen Verbandskalenders mit der Konkurrenz durch die regionalen Crosslauf-Meisterschaften und nationale Trainingslager gehen die Métropolitaines BLOT ihren eigenen Weg. „Die Leistungsdichte lässt auf sehr starke Zeiten hoffen, vielleicht fallen sogar Rekorde“, hatte Jean-Pierre Pen vor dem Start gesagt. Der Asphalt gab ihm recht.

Dreißig Jahre nach seiner Premiere wirkt der 10 km BLOT so jung wie nie. Und angesichts der Begeisterung rund um die Ausgabe 2026 dürfte es in Saint-Grégoire auch künftig sehr schnell zugehen.

Hier geht es zu den Ergebnissen des 10 km des Métropolitaines BLOT 2026