24-Stunden-WM: Frankreich läuft in Albi zu Silber
Die Weltmeisterschaften im 24-Stunden-Lauf fanden vom 18. bis 19. Oktober im städtischen Stadion von Albi im Tarn statt. Die internationale Ultralauf-Elite hielt in der okzitanischen Stadt das Tempo in diesem packenden Rennen hoch. Frankreich sicherte sich in der Teamwertung der 15. Auflage den zweiten Podestplatz. Bei den Frauen glänzte Corinne Gruffaz mit Rang acht.
Der 24-Stunden-Lauf verlangt außergewöhnliche Ausdauer, eine minutiös abgestimmte Ernährung und vor allem einen eisernen Willen sowie eine fehlerfreie Strategie. Gewonnen hat, wer innerhalb von 24 Stunden die größte Distanz zurücklegt. Es ist nicht nur ein erbitterter Kampf gegen die Konkurrenz und die Zeit, sondern vor allem gegen sich selbst.
Auf dem Rundkurs am städtischen Stadion von Albi bebte die Strecke unter den Schritten der weltbesten Ultraläufer, die sich in diesen Wettkampf über die ganz lange Distanz stürzten. Der Wettbewerb in Albi zählt bereits zu den hochkarätigsten Auflagen in der Geschichte der Disziplin. Straßenrennen über lange Distanzen galten lange als Nischenveranstaltungen, erfreuen sich inzwischen aber wachsender Beliebtheit, wie der 24-Stunden-Lauf von Brive oder die französischen Meisterschaften über 100 km zeigen.
400 Läufer, Tausende Helfer und 46 internationale Delegationen waren bereit für diesen endlosen Tag. Der Männer-Weltrekord steht weiterhin beim Meister der Renneinteilung, dem Litauer Aleksandr Sorokin, der 2022 in 24 Stunden bereits die beeindruckende Distanz von 319,614 km zurücklegte, mit einem Schnitt von 4:30 min/km für alle, die es genau wissen wollen.
Frauen-Weltrekord, Corinne Gruffaz auf Rang acht
Die von der International Association of Ultrarunners organisierte Strecke rund um das Stadion war mit ihren großen Kurven und dem schnellen Profil wie geschaffen für Weltrekorde. Die Britin Sarah Webster ließ sich diese Chance nicht entgehen. Von Beginn an der Spitze, setzte sich die Langstreckenläuferin mit 278,622 km durch und stellte eine neue Weltbestmarke auf. Hinter ihr kam die Australierin Holly Ranson, im Vorjahr bereits Zweite, auf 274,172 km. Rang drei ging an die Titelverteidigerin, die Japanerin Miho Nakata, mit 271,987 km. Damit übertraf sie sogar ihren eigenen Weltrekord. Ein Beleg für das Niveau und die Leistungsdichte dieser Auflage.
Aus französischer Sicht lieferte Corinne Gruffaz mit Rang acht und 245,359 km die beste Leistung des Teams ab. Nathalie Schmitt (Rang 38, 217,173 km) und Océane Chanet (Rang 44, 213,856 km) verhalfen Frankreich mit insgesamt 676,388 km zu Rang fünf in der Teamwertung. Ihnen folgten Francine Copy (Rang 84, 187,170 km), Nathalie Derault (Rang 88, 181,828 km) und Hélène Leger (Rang 154, 96,020 km).
Frankreich läuft zu Silber
Das französische Männerteam setzte mit einer starken Silbermedaille ein Ausrufezeichen. Dank dreier Athleten in den Top 20 kamen die Bleus als Mannschaft auf 791,195 km und mussten sich nur Finnland mit 797,030 km geschlagen geben. Der beste Franzose, Diego Filiu belegte mit 266,554 km Rang neun. Jean-René Delance beendete sein Rennen nach 264,120 km auf Rang elf, während Michael Boch ihm auf Rang 13 mit 260,520 km folgte. Gabriel Noutary, der zeitweise am Podest schnupperte, musste sich letztlich geschlagen geben. Er kam mit 240,642 km auf Rang 39 ins Ziel. Thomas Lepers (Rang 82, 212,466 km) und Freddy Prigent (Rang 128, 184,603 km) erreichten ebenfalls das Ziel.
Der große Sieger war der Ukrainer Andrii Tkachuk, der sich gegen Ende des Tages an die Spitze setzte und bis zum nächsten Morgen nicht mehr nachließ. Der Weltmeister, der zeitweise auf mehr als 300 km gehofft hatte, kam nach zwei zermürbenden letzten Stunden schließlich auf 294,346 km. Komplettiert wurde das Podium vom Norweger Jo Inge Norum mit 285,513 km und dem Finnen Matti Jonkka, der sich mit 283,699 km hauchdünn die Bronzemedaille sicherte.
In Albi behaupteten sich die Bleus unter den aufstrebenden Nationen des Ultralaufs. Mit Mannschaftssilber bei den Männern und starken Einzelergebnissen bewiesen die Französinnen und Franzosen die Stärke ihrer Beine und vor allem ihres eisernen Willens.