Brasov Running Festival: 10 Kilometer auf Weltklasseniveau
Beim Brasov Running Festival in Rumänien reiht sich ein hochkarätiger Straßenlauf an den nächsten. Allen voran der prestigeträchtige tRUNsylvania 10K, einer der schnellsten 10-Kilometer-Läufe der Welt. Jedes Jahr verwandelt sich die Stadt an zwei Oktobertagen in eine Bühne für internationale Topathleten und ambitionierte Hobbysportler. 800 Meter, 1.200 Meter, 3 Kilometer, 5 Kilometer und 10 Kilometer: Die verschiedenen Distanzen sprechen ein breites Publikum an. In diesem Jahr prägten starke afrikanische Aufgebote die Podien, während ein Franzose besonders auf sich aufmerksam machte.
Das Brasov Running Festival hat sich als Pflichttermin etabliert und ist die größte World-Athletics-Veranstaltung in Osteuropa. Anfang Oktober zieht es jedes Jahr Elitesportler, Amateure und Zuschauer zu diesem Event in außergewöhnlicher Kulisse. Die Landschaft wirkt wie einem Roman von Bram Stoker entsprungen. Am Fuß der majestätischen Karpaten, im modernen Stadtteil Coresi und nur einen Steinwurf vom malerischen historischen Zentrum von Brasov entfernt, dessen Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Die Stadt ist für ihre architektonischen Schätze bekannt, allen voran die faszinierende gotische Schwarze Kirche. Und auch das sagenumwobene Schloss Bran ist nur eine Autostunde entfernt.
Alle Distanzen sind dabei: 800 Meter, 1.200 Meter, 3 Kilometer, 5 Kilometer und 10 Kilometer für die Elite, dazu Open-Rennen und weitere Läufe für Kinder. Die Idee dahinter: Das Festival soll möglichst vielen offenstehen.
Zweitschnellste 10-Kilometer-Zeit eines Junioren aller Zeiten
Der Äthiopier Khairi Bejiga setzte sich über 10 Kilometer in herausragenden 26:54 Minuten durch. Damit lief er die zweitschnellste Zeit eines Junioren über diese Distanz. Das Wunderkind egalisierte die bis dahin schnellste jemals gelaufene Zeit, die der Kenianer Sebastian Sawe aufgestellt hatte, der kürzlich den Berlin-Marathon gewann. Mit seinen 26:54 Minuten kam Khairi Bejiga dem Streckenrekord von Nicolas Kipkorir aus dem Jahr 2022 (26:51) gefährlich nahe. Der Kurs über drei Runden ist extrem schnell. Geradezu Überschalltempo.
Der Sieger von 2025 setzte sich früh an die Spitze und verschärfte das Tempo bei Kilometer vier. Zur Hälfte des Rennens lief der Äthiopier in einer achtköpfigen Spitzengruppe, die 13:34 Minuten bei Kilometer fünf passierte. Auf den folgenden zwei Kilometern lieferte sich Khairi Bejiga ein Duell mit dem Südafrikaner Maxime Chaumeton. Der spätere Sieger hatte noch Reserven und zermürbte seinen direkten Konkurrenten, ehe er in den letzten Metern die entscheidende Attacke setzte. Der Silbermedaillengewinner durfte sich dennoch über den südafrikanischen Landesrekord in 26:55 Minuten freuen. Dritter wurde mit Cornelius Kemboi (27:12) ein weiterer Kenianer.
Bei den Franzosen belegte der Nachwuchsläufer Meziane Benhammou in diesem hochklassigen Rennen den 24. Platz. Seine 30:40 Minuten waren eine starke Leistung: die zweitschnellste französische Zeit aller Zeiten in seiner Altersklasse und die fünftschnellste europäische Zeit des Jahres.
Atemberaubendes Duell im Frauenrennen
Bei den Frauen setzte sich die Äthiopierin Medina Eisa in 30:28 Minuten durch. Zur Hälfte lag sie mit 15:14 Minuten im Soll. Zwei Kilometer vor dem Ziel hatte sich eine fünfköpfige Gruppe abgesetzt. Der letzte Kilometer bot ein packendes Duell zwischen der ehemaligen Weltrekordhalterin über diese Distanz, Joyciline Jepkosgei, der Türkin Yasemin Can, mehrfachen Europameisterin, und Medina Eisa.
Jepkosgei eröffnete 600 Meter vor dem Ziel den Sprint und versuchte, sich abzusetzen. Doch Medina Eisa konterte explosiv. Die in diesem Jahr schnellste 10-Kilometer-Läuferin der Welt, die im Februar in Castellón 29:25 Minuten gelaufen war und 2025 auf der Straße noch ungeschlagen ist, spielte auf den letzten 300 Metern ihre Endgeschwindigkeit aus.
Ihre Landsfrauen Brenda Jepchumba Kenei und Mariam Lufti Njoki mobilisierten ihre letzten Kräfte und erkämpften sich den zweiten und dritten Platz. Damit verwiesen sie Yasemin Can und Joyciline Jepkosgei auf die Plätze. Die mehrfache Europameisterin stellte mit 30:36 Minuten dennoch einen neuen türkischen Landesrekord auf.
Das Brasov Running Festival gehört zweifellos zu den Sportevents, die man in Europa nicht verpassen sollte. Besonders das 10-Kilometer-Rennen fasziniert Elitesportler, Amateure und Zuschauer gleichermaßen. In dieser einzigartigen Kulisse aus eindrucksvollen Karpaten, gotischer Architektur und einer geradezu mystischen Atmosphäre schreiben die Läufer die Geschichte des Events weiter und lassen die Zeiten explodieren.