Corrida de Noël in Issy-les-Moulineaux: 12.000 Läufer feiern den Laufsport
Bei der 47. Ausgabe der Corrida de Noël in Issy-les-Moulineaux gingen am 14. Dezember mehr als 12.000 Teilnehmer an den Start. Das Event verband einmal mehr sportliche Leistung mit geselligem Weihnachtstrubel. Der 10-Kilometer-Lauf bestätigte seine große Beliebtheit und bot mit einem französischen Rekord in der Altersklasse Ü80 ein besonderes Highlight.
An diesem Dezember-Sonntag liegen die Stadt und der anhaltende Nebel noch im Dunkeln. Noch ist es nicht sieben Uhr, als die ersten Läufer in Richtung Cité des Sports strömen, um vor dem Start ihre Taschen abzugeben. Währenddessen stellen die Helfer die Absperrgitter auf, die an den Gehwegen metallisch klirren.
Die Motorräder von Polizei und Veranstaltern beginnen leise zu brummen und drehen anschließend ihre Kontrollrunden durch die fast menschenleeren Straßen. Ihre Blaulichter ziehen orange, blaue und grellgelbe Streifen über die blassen Fassaden. Nach und nach erwacht die Stadt, begleitet vom Auftreten der Läufer beim Einlaufen und dem geschäftigen Treiben des Organisationsteams vor dem Start in den Veranstaltungstag.
5 km des Rennes: Junge Triathleten geben den Ton an
Der Tag begann mit dem 5 km des Rennes. Der 5,2 Kilometer lange, schnelle und zugleich zugängliche Lauf führte über makellosen Asphalt und eine Runde mit zahlreichen Tempowechseln. Zahlreiche Fanfaren sorgten dafür, dass die Stimmung und die Herzen warm blieben.
Das Ergebnis begeisterte die Zuschauer aus der Region: Junge Triathleten aus der Stadt holten die Siege. Bei den Männern setzte sich zunächst Tristan Douché in 14:48 Minuten souverän durch. Der Junioren-Weltmeister im Triathlon 2025 (Issy Triathlon und Neuilly Plaisance) lief ohne fremde Hilfe an die Spitze. Timothée Neouze (15:11) und Gabin Yonnet (15:17) komplettierten das Siegerpodest.
Ich bin sofort in meinem Tempo vorneweg gelaufen, weil der Wettkampf für mich einer Trainingseinheit gleichkam. Ich hatte deshalb eine ganz bestimmte Zeit im Visier und habe mein Tempo so eingeteilt, dass ich es bis ins Ziel halten konnte.
Bei den Frauen war das Bild ähnlich: Es gewann seine Vereinskollegin Ambre Grasset, 2024 Junioren-Weltmeisterin im Triathlon und im vergangenen Jahr zudem 23. bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften. Alizée Benaiteau feierte nach mehreren Jahren ohne Wettkämpfe als Zweite in 16:45 Minuten ihr Comeback. Aude Korotchansky holte in 17:04 Minuten den dritten Platz.
Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden. Ich bin mit Vereinskollegen von Issy Triathlon und Neuilly Plaisance gelaufen. Ich liebe die Strecke. Ich komme aus Issy und nehme seit meiner Kindheit teil, deshalb ist es immer etwas Besonderes, zu Hause zu gewinnen.
Der 10-km-Lauf: Die beliebteste Distanz
Eine Distanz zieht Jahr für Jahr besonders viele Läufer an: die 10 Kilometer. Issy-les-Moulineaux bildete da keine Ausnahme, fast 4.000 Läufer gingen auf die zwei Runden. Der vom französischen Leichtathletikverband FFA mit Bronze zertifizierte Lauf bot einen ungewöhnlichen französischen Rekord: André Ozanne André Ozanne lief die 10 Kilometer in 44:57 Minuten und stellte damit einen französischen Rekord in der Altersklasse Ü80 auf. Zum ersten Mal blieb ein Läufer der französischen Masterklasse M9 über diese Distanz unter 45 Minuten. Vor ihm setzte sich Geoffrey Delver in 30:23 Minuten durch, gefolgt von Théodore Liot (30:34) und Yliès Mihoubi, der 2021 bei den Junioren-Europameisterschaften über 1.500 Meter Fünfter geworden war. Bei den Frauen war Mathilde Vinet in 35:04 Minuten die Schnellste. Salomé Astier (35:48) und Perrine Lequitte-Charransol (37:03) folgten auf den Plätzen.
Das Rennen lief gut, die Bedingungen waren ideal. Nachdem ich das Tempo verschärft hatte, war ich ab Kilometer fünf allein unterwegs. Ich konnte das Tempo bis zum Ziel noch einmal steigern, ähnlich wie beim Halbmarathon in Boulogne, wo ich 1:07:18 gelaufen bin. Die Form stimmt.
Das Rennen war dicht besetzt. Ich habe versucht, mich an Gruppen zu hängen, weil man dadurch etwas Kräfte sparen kann. Einige habe ich verloren, weil sie zu schnell waren, also bin ich zeitweise allein und dann wieder mit anderen Läufern gelaufen. Ganz am Anfang lief ich Kopf an Kopf mit einer anderen Teilnehmerin, doch ich habe sie ziemlich schnell aus den Augen verloren.
Der verkleidete 10-km-Lauf: Weihnachtsmänner feiern mit
Nach den schnellen Zeiten war es Zeit für Geselligkeit und die festliche Stimmung, die zur Corrida gehört. Auf dem Programm standen Läufe für Kinder und für alle, die sich verkleidet einer sportlichen Herausforderung stellen wollten. Mehr als 4.500 Weihnachtsmänner, Rentiere und andere märchenhafte Gestalten zauberten der dicht gedrängten Menge am Straßenrand ein Lächeln ins Gesicht. Bei den Kindern gingen mehr als 2.000 Teilnehmer bei den Läufen Lutins und Bonhommes de neige an den Start.
Großes gesellschaftliches Engagement
Die Corrida de Noël in Issy-les-Moulineaux versteht sich als umweltbewusstes und solidarisches Event. In diesem Jahr kamen über die Startgebühren 3.199 Euro für die Organisation Mécénat Chirurgie Cardiaque zusammen. Damit können Maßnahmen zur Unterstützung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern finanziert werden.
Neben dem karitativen Engagement setzte der Veranstalter auf Nachhaltigkeit und verzichtete auf Plastikflaschen. Auch die hölzernen Finisher-Medaillen aus französischer Produktion folgten diesem Ansatz. Sie wurden aus französischem Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gefertigt, um CO2-Emissionen durch internationale Transporte zu vermeiden.
Der Dezember ist da und mit ihm die traditionellen Weihnachtsläufe wie jener in Issy-les-Moulineaux. Mehr als 12.000 Teilnehmer über alle Wettbewerbe hinweg bestätigten einmal mehr die Anziehungskraft dieses festlichen und geselligen Laufs. Zwischen renommierten Spitzenathleten und Weihnachtsmännern vibrierten die Straßen in vorweihnachtlicher Stimmung.
✔ Alle Ergebnisse der Corrida de Noël in Issy-les-Moulineaux