Leclerc Gouesnou Brest Métropole: Maël Sicot, Marie Lohéac-Bouchard und Maël Gouyette siegen
In Gouesnou traf sich die Bretagne mit Herz und Beinen. Am Sonntag, unter einem bretonischen Himmel kurz vor dem Ausbruch, feierte Maël Sicot (30:19) beim 10-km-Lauf der Leclerc Gouesnou Brest Métropole nach einem Jahr voller Rückschläge ein triumphales Comeback. Marie Lohéac-Bouchard dominierte das Frauenrennen in 33:42 und stellte dabei einen neuen Streckenrekord auf. Dahinter ließ Maël Gouyette über 5 km in 14:01 die Uhren verrücktspielen und verlieh diesem ohnehin furiosen Wochenende einen olympischen Glanz. 1.800 Läufer, Rekorde, Tränen und strahlende Gesichter: Das bretonische Lauffest hatte Tempo und Klasse.
Am Sonntagnachmittag, dem 12. Oktober 2025, herrschte in Gouesnou im Finistère Hochspannung. Der Termin bei der Leclerc Gouesnou Brest Métropole war weit mehr als ein gewöhnliches Rennen: Hier wurden die Bretonischen Meisterschaften 2025 ausgetragen, und die Läufer aus der Region konnten ihren Ehrgeiz, ihre Ausdauer und ihren Siegeswillen zeigen. Mit 1.800 Teilnehmern über 5 und 10 km, einem neuen Melderekord für die Veranstaltung, war das Feld dicht und die Spannung greifbar. Der Ablauf war klar getaktet: Start über 5 km um 15:15 Uhr, der 10-km-Lauf folgte laut offiziellem Zeitplan um 16:15 Uhr. Die 10-km-Strecke führte über zwei 5-km-Runden und bot zahlreiche Tempowechsel sowie schnelle, aber keineswegs völlig flache Passagen, ein ideales Terrain für taktisch kluge Läufer. Die Rennen hielten, was sie versprochen hatten.
Maël Sicot: die Rückkehr des alten Königs
Wenn ein verletzter Champion zurückkehrt, begegnet man ihm stets mit einer gewissen Vorsicht. Man beobachtet ihn aus dem Augenwinkel, denn jeder Schritt trägt zugleich die Verletzlichkeit und den Willen des Comebacks in sich. Für Maël Sicot war dieser Sonntag eine Revanche, eine Wette auf den eigenen Körper und Geist. 2022 und 2023 hatte Sicot bereits gewonnen, 2024 musste er wegen eines widerspenstigen Quadrizeps passen. Man hätte ihn noch in der Reha erwartet, am Start wie auf einem schmalen Grat. Doch schon in den ersten Kilometern war er vorne dabei, diktierte das Tempo, setzte Attacken und testete die Reaktionen seiner Gegner.
Bei Kilometer 5 lagen der Streckenrekordhalter, der 2022 in 29:15 gelaufen war, und seine Begleiter bereits bei einem furiosen Tempo von 15:03. Danach wurde das Rennen zu einem « Tanz mit dem Schmerz »: Jeder Tempowechsel war eine Wette, jeder Konter eine gestohlene Minute. Bei Kilometer 4 zog Sicot an, brachte seine Rivalen ins Schwitzen, und Benoit Fanouillère antwortete bei Kilometer 6. In den letzten beiden Kilometern begann ein Nervenkrieg: Wer würde zuerst nachgeben? Im Sprint riss Sicot in 30:19 die Arme hoch, vor Fanouillère (30:24). « Heute fühlte ich mich nicht wie der Stärkste, vielleicht aber wie der Cleverste », sagte er mit feuchten Augen. Er sprach von den Zweifeln im Zielspurt, der Müdigkeit zwischen den Tempoverschärfungen und der Angst, einzubrechen. Und trotzdem setzte dieser Taktgeber seinen Willen durch.
Benoit Fanouillère, der den jungen Hoffnungsträger aus der Drôme, Maël Henric (Dritter in 30:25), nur knapp hinter sich gelassen hatte, blieb im Finish zurück und räumte ein, « keine Entschuldigung » zu haben: Seine Beine hatten nicht mitgespielt, doch sein Respekt galt dem Sieger. Der Läufer aus den Côtes-d’Armor blickt bereits auf den Cross-Auswahlwettkampf in Allonnes und hofft dort auf die Wende. Sicots Geschichte im Jahr 2025 klingt wie eine Fabel: die eines Kriegers, der reifer und berechnender an die Front zurückkehrt und den Ruhm nicht aus den Augen verloren hat.
Der dritte Sieg in Folge für Marie Lohéac-Bouchard
Wenn es ein Rennen gibt, bei dem Favoritenstatus kein Makel ist, dann das von Marie Lohéac-Bouchard. Als französische Meisterin 2025 über 10 km kam sie mit großem Selbstvertrauen nach Gouesnou und hatte ein klares Ziel: ihren Namen erneut in die Siegerliste einzutragen und zugleich den Streckenrekord zu verbessern. Beides gelang. In 33:42 pulverisierte die Assistenzärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin (MPR) in Brest die alte Bestmarke von 33:53 aus dem Jahr 2024 und ließ kaum Spannung aufkommen. Die Athletin von Iroise Athlétisme berichtete, sie habe auf eine Pace für 33:30 abgezielt und sich stets in einer Gruppe gehalten, in der « sich die Beine gut anfühlten », während sie genug Energie für das Finale bewahrte. Die gebürtige Paimpolaise stand damit zum dritten Mal in Folge ganz oben auf dem Podium des 10-km-Laufs von Gouesnou.
Ihr Pragmatismus ist nachvollziehbar: Neben dem Rennen in Gouesnou ging es für sie auch um die Qualifikation für die Cross-Auswahlrennen in Allonnes und Carhaix sowie für die Europameisterschaften. Diese Zeit vor heimischem Publikum war daher ein eingelöstes Versprechen, eine selbstbewusst ausgespielte Karte. Das Frauenpodium folgt einem vertrauten Muster: Laëtitia Bleunven (35:24) und Mazarine Amis (35:37) komplettierten das Podium, genau wie im Vorjahr. Ein Zeichen dafür, dass Konstanz und Konkurrenzfähigkeit bei den bretonischen Läuferinnen Hand in Hand gehen.
5 km: Gouyette setzt sich durch, Nédélec steigert sich
Noch bevor die 10-km-Läufer auf die Strecke gingen, war über 5 km bereits die Entscheidung gefallen. In diesem schnellen, nervösen Format setzte sich der Athlet mit dem schwersten sportlichen Gepäck durch: Maël Gouyette, 1.500-Meter-Läufer bei den Olympischen Spielen in Paris, stellte auf der Strecke über fünf Kilometer mit 14:01 eine neue Bestmarke auf. Damit blieb er 26 Sekunden unter dem bisherigen Rekord von Benoît Campion. Der Sieg war allerdings hart umkämpft. Sébastien Nédélec kam stark zurück, verschärfte zur Rennmitte das Tempo und stemmte sich gegen die Müdigkeit. Am Ende musste er sich in 14:05 knapp geschlagen geben, durfte sich aber über eine starke Zeit und einen neuen sportlichen Horizont freuen.
Nédélec zeigt mit seiner Entwicklung in dieser Saison, dass er mehr will: schnellere Zeiten und größere Ziele. Sein nächstes Vorhaben steht bereits fest: die 30-Minuten-Marke über 10 km zu durchbrechen, genauer gesagt 30:10. Auf dem Männerpodium belegte Pierre Couzinier in 14:41 den dritten Platz. Bei den Frauen über 5 km überraschte Gaëlle Muderhwa auf der Zielgeraden Marion Le Goff; beide wurden mit 17:25 gestoppt. Manon Le Fur komplettierte das Podium in 18:06.
Was von dieser Ausgabe bleibt
Wer über die Ergebnisse hinausblickt, erkennt mehrere Spuren, die Gouesnou 2025 hinterlassen hat:
Eine beeindruckende Verdichtung: Die gestiegene Teilnehmerzahl, mit einem Rekord von 1.800 Läufern, zeigt, wie sehr der Laufsport in der Bretagne an Anziehungskraft gewinnt und Wurzeln schlägt.
Ein starkes Feld: Eliteathleten, Olympioniken und Cross-Kandidaten am Start zeigen, wie sich die Veranstaltung nach ihrer achten Ausgabe dauerhaft etabliert und sportlich weiterentwickelt hat.
Menschliche Geschichten: Sicot kehrt nach einer Verletzung zurück, Gouyette arbeitet sich nach einem Bruch wieder nach vorne, Lohéac-Bouchard bringt Trainingsbelastung und internationale Ambitionen unter einen Hut. Jede Zeit erzählt dabei ihre eigene Geschichte.
Ein Sprungbrett für den Winter: Viele Läufer hatten diesen Wettkampf als Station auf dem Weg zu Crossrennen, Auswahlwettkämpfen und ihren Zielen zum Jahresende fest eingeplant.
Eine stärkere bretonische Identität: Der Charakter als Regionalmeisterschaft verleiht den Siegen zusätzliche Bedeutung und lokales Prestige.
✔ Alle Ergebnisse der 8. Ausgabe der 5- und 10-km-Läufe der Leclerc Gouesnou Brest Métropole.