Marathon Antwerpen: Nicolas Saké und Loes Rönne glänzen

RC
Von Renaud Chevalier

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Marathon Antwerpen: Nicolas Saké und Loes Rönne glänzen
© Antwerp Marathon

Im flämischen Landesteil feierte Nicolas Saké (2:21:16) bei der fünften Auflage des Antwerpen-Marathons einen Heimsieg. Loes Rönne war in 2:47:19 die schnellste Frau. Mit mehr als 20.000 Teilnehmenden, darunter 5.500 Marathonläuferinnen und -läufer, sorgte die belgische Laufveranstaltung zudem mit einem inoffiziellen Weltrekord über die Königsdistanz für Schlagzeilen. Der Rennbericht.

Flandern, das Land der Marathons. Nach dem Marathon de Bruges am 12. Oktober, bei dem die Belgier Daan De Bock (2:26:37) und Lynn Anthierens (2:58:17) triumphierten, war eine Woche später Antwerpen an der Reihe. Mehr als 100 Jahre nach den Olympischen Spielen von 1920 zog die Stadt an der Schelde erneut alle Blicke auf sich. 10 km, Halbmarathon, Marathon: Die fünfte Auflage stellte mit insgesamt 20.000 Teilnehmenden einen neuen Teilnehmerrekord auf, 1.000 mehr als im Vorjahr.

Besser hätte es für ihn kaum laufen können. Vor heimischem Publikum feierte Nicolas Saké in 2:21:16 seinen ersten Sieg über die Königsdistanz. Auf zwei Runden führte die Strecke vom Havenhuis über den Justizpalast bis zum furiosen Zieleinlauf am MAS. Auf den Kais (Kaaien) erlebten die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer ein atemraubendes Finale. Ein Trio mit Nicolas Saké, Nicholas Schyns und Siebe Van Dijck setzte sich ab der Rennhälfte ab, doch erst auf den letzten Metern fiel die Entscheidung. Mit einer finalen Beschleunigung wenige Meter vor dem Ziel setzte sich der Lokalmatador ab. Schyns (2:21:23) verwies Van Dijck (2:21:23) dabei hauchdünn auf Rang drei, sieben Sekunden hinter dem Sieger.

Im vergangenen Jahr noch Zweite, erreichte Loes Rönne nun endlich den großen Triumph (2:47:19). Die Belgierin lief souverän und distanzierte Véronique Fettweis auf den letzten zehn Kilometern. Fettweis wurde in 2:51:06 Zweite, während Katrien Verstuift in 2:54:51 gerade noch den Sprung aufs Podium schaffte. Der Erfolg war umso emotionaler, als Rönne fast 15.000 Euro für den Fonds gegen Kinderkrebs sammelte, insbesondere für ihren an Hirnkrebs erkrankten Neffen. Auch Schauspielerin und Sängerin Tine Embrechts war am Start. Sie erreichte ihr persönliches Ziel und blieb über 42,195 km mit 3:59:45 unter der Vier-Stunden-Marke.

Biene Maja hat wieder zugeschlagen. Wie Emmanuel Bonnier liebt auch Sébastien Mahia schräge Herausforderungen. Zu seinem 50. Marathon ließ sich der Läufer aus Namur etwas Besonderes einfallen: Im Bienenkostüm absolvierte er den Trek Antwerp Marathon in 2:46:47 und stellte damit die beste nicht anerkannte Weltbestzeit auf. Als wäre das noch nicht genug gewesen, legte er nach einem zweistündigen Nickerchen in einer Halle auch noch den Halbmarathon nach. Seine Zeit: 1:41:40. „Mein Geheimnis? Unter der Woche mache ich nichts“, schrieb er in den sozialen Netzwerken.

Die Britin Alice Wright spaziert über die 10 km

Sie übernahm früh die Führung und gab sie nicht mehr ab. Nach einem ersten Kilometer in 4:17 min/km zog die Britin Alice Wright weiter an und gewann in 36:59 Minuten. Die Marathonläuferin mit einer Bestzeit von 2:28:48 hatte im Ziel fast zwei Minuten Vorsprung auf die Belgierin Yara Celis (38:12). Aurillac Boury wurde in 38:52 Dritte. Bei den Männern fiel die Entscheidung in einem Sprint zu viert. Gertjan Fannes setzte sich in 32:49 durch. Seine Landsleute Jef Geerts (32:51) und Toon Keulemans (32:52) komplettierten das Podium. Der seit diesem Sommer ausverkaufte 10-km-Lauf lockte unter anderem Stijn De Rooster, Antwerpens Sportstadtrat, und Jan Boone, CEO von Lotus Bakeries, an.

Während einige bereits ein Bier in der Hand hielten, waren andere gerade mit dem Aufwärmen für den um 14 Uhr gestarteten Halbmarathon beschäftigt. Mehr als zwei Kilometer vor dem Ziel setzte sich der Eritreer Daniel Gebru Gebreslasie mit einigen Schritten ab. Er gewann in 1:07:59 Stunden vor den Belgiern Simon D’Hoore (2. in 1:08:28) und Siemen Van Camp (1:08:38). Bei den Frauen wiederholte Jolien Denis aus Antwerpen ihren zweiten Platz aus dem Vorjahr in 1:15:52. Sie musste sich der Deutschen Daniel Wurm geschlagen geben, die in 1:15:23 gewann. Emma Boone komplettierte das Podium (3. in 1:20:14). Marathons.com ist im kommenden Jahr wieder dabei, wenn es um die Farbe von Jolien Denis’ Medaille geht.

Bei seiner fünften Auflage ließ der Antwerpen-Marathon die Zeiten purzeln, von den 10 km über den Halbmarathon bis zu den 42,195 km. Mit 54 vertretenen Nationen und einem Ausländeranteil von 22 Prozent über die Königsdistanz bestätigt die belgische Laufveranstaltung ihren Status als bedeutendes Running-Event im Land der Pommes frites.

Alle Ergebnisse des Antwerpen-Marathons