Marathon de Porto: Aspel Kiptoo Kiprop und Betty Jepleting triumphieren am Douro

Dorian Vuillet
Von Dorian Vuillet

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Marathon de Porto: Aspel Kiptoo Kiprop und Betty Jepleting triumphieren am Douro
© Porto Marathon

Portos Straßen glichen an diesem Sonntag, dem 2. November, einem großen Lauffestival. Beim Marathon setzten sich die Kenianer Aspel Kiptoo Kiprop und Betty Jepleting durch, während Mael Baron (20.) und Nathalie Gaubert (13.) die französischen Farben stark vertraten. Über 10 km holte sich Rémi Olliveau den Sieg bei den Männern, Julie Berthier lief auf Rang zehn. Zwischen dem Kopfsteinpflaster der Ribeira und den Spiegelungen des Douro fanden 15.000 Läufer bei der Ausgabe 2025 ihren Rhythmus, in der Leistung einmal mehr auf Freude und Entdeckungen traf.

Porto erwachte an diesem Sonntag im Rhythmus unzähliger Schritte. Zwischen dem goldenen Kopfsteinpflaster der Ribeira und den Spiegelungen des noch schläfrigen Ozeans zogen mehr als zehntausend Läufer aus aller Welt durch die Stadt und schrieben ein helles, volksnahes und bestens organisiertes 21. Kapitel des Marathon de Porto. Ob auf der Marathonstrecke oder über 10 km, jeder fand sein Tempo zwischen Leistung und Freude.

Porto bot nicht einfach zwei Läufe, sondern eine ganze Show. Der Start im Parque da Cidade führte die Läufer zunächst am Ozean entlang, bevor es hinunter ans Ufer des Douro ging. Zwischen Brücken, Gassen und Kaffeeduft schwankte die Atmosphäre zwischen Postkartenidylle und persönlicher Herausforderung. Die an ihren bunten Ballons erkennbaren Pacemaker belebten die Felder, während lokale Musikgruppen die längeren Passagen rhythmisch begleiteten.

Das portugiesische Publikum wurde seinem Ruf voll und ganz gerecht und sparte nicht mit Anfeuerungen. Familien säumten die Gehwege, Gastronomen applaudierten zwischen zwei Gästen, Kinder hielten die Hände für ein „High five“ hin. Diese kollektive Energie trug die Läufer bis zum letzten Schritt.

Kiptoo Kiprop und Jepleting dominieren ihre Rennen

Bei den Männern ging der Sieg an den Kenianer Aspel Kiptoo Kiprop in 2:13:17 Stunden. Eine starke Zeit auf einer phasenweise anspruchsvollen Strecke, auch wenn der von seinem Landsmann Zablon Chumba 2021 aufgestellte Streckenrekord von 2:08:58 Stunden nicht fiel. Direkt dahinter folgten bei der Ausgabe 2025 mit dem Kenianer Joshua Kipsang Kemboi (2. in 2:13:28 Stunden) und dem Äthiopier Derara Guta Geleta (2:13:58 Stunden) zwei weitere Läufer, die das rein afrikanische Podium komplettierten. Als bester Portugiese schob sich Carlos Costa in 2:16:19 Stunden unter die Top sechs, getragen von einem Publikum, das an jeder Kurve rot-grüne Fahnen schwenkte. Unter den Top 20 findet sich auch ein Franzose: Mael Baron kam mit 2:36:39 Stunden auf Rang 20.

© Aspel Kiptoo Kiprop riss beim Marathon de Porto 2025 als Erster die Arme hoch. © Porto Marathon

Auch das Frauenrennen endete mit einem kenianischen Sieg: Betty Jepleting überquerte die Ziellinie nach 2:31:05 Stunden als 14. der Gesamtwertung. Hinter ihr lief mit Leonida Jemwetich Mosop (2:31:32 Stunden) eine weitere Kenianerin ins Ziel. Die Äthiopierin Meseret Dinke holte sich in 2:32:27 Stunden Bronze. Das Führungstrio hielt das Tempo bis zum Ende, auf einer Zielgeraden, auf der die Wärme des Publikums fast so wertvoll war wie eine Verpflegungsstation. Stark auch der 13. Platz der französischen Marathonläuferin aus Noisy-le-Grand, Nathalie Gaubert, die 3:09:57 Stunden benötigte.

Rémi Olliveau, der französische Blitz über 10 km

Neben dem Marathon fand auch der 10-km-Lauf von Porto sein Publikum. Eine Distanz für alle, die etwas von der Magie mitnehmen wollen, ohne sich gleich an der Königsdisziplin zu verausgaben. Der gemeinsame Start sorgt zunächst für Euphorie, bevor sich die Felder trennen und jeder sein eigenes Rennen läuft. Über diese Distanz setzte der Franzose Rémi Olliveau ein Ausrufezeichen und gewann in 31:34 Minuten. Der Läufer des AS22 hatte gehofft, auf dem Podium von einem Landsmann begleitet zu werden, doch Louis Rischmann musste sich schließlich mit der undankbaren Blechmedaille begnügen (4. in 31:56 Minuten). Vor ihm landeten die Lokalmatadoren Ricardo Pereira (2. in 31:48 Minuten) und Rui Pedro Silva (31:49 Minuten). Joffrey Perrot-Legros vom Kiwami Racing Team schaffte es ebenfalls unter die 20 schnellsten Läufer des Tages und beendete die 10 km in 35:44 Minuten auf Rang 19.

© Rafaela Fonseca setzte sich vor Carla Martinho und Telma Pinho durch und machte den rein portugiesischen Dreifachsieg über 10 km perfekt. © Porto Marathon

Bei den Frauen ließen die Portugiesinnen der Konkurrenz keine Chance. Angeführt wurden sie von Rafaela Fonseca, die in 34:46 Minuten vor Carla Martinho (35:02 Minuten) und Telma Pinho (35:35 Minuten) gewann. Ein schnelles, fröhliches Rennen, bei dem die Küstenbrise so manche Ambition ins Wanken brachte. Nicht die von Julie Berthier: Mit erfrischenden 40:20 Minuten lief sie verdient auf Rang zehn. 

Zahlen, die für sich sprechen

Die Ausgabe 2025 versammelte über alle Distanzen hinweg knapp 15.000 Teilnehmer, fast die Hälfte davon aus dem Ausland. Eine Vielfalt, die den Charakter des Marathons widerspiegelt: kosmopolitisch, herzlich und großzügig. Die tadellose Organisation kümmerte sich um jedes Detail, mit Verpflegungsstellen alle 5 km, Schwammstationen, einer kostenlosen Kleideraufbewahrung, einer Pasta-Party vor dem Rennen und Duschen im Ziel. Einfache Dinge, die den Unterschied machen.

Der Marathon de Porto besitzt die seltene Fähigkeit, eine schnelle Strecke mit dem Charme einer Postkartenstadt zu verbinden. Der Kontrast zwischen der Kraft der Schritte und der Sanftheit der Kulisse macht den besonderen Reiz aus. Man kommt wegen der Zeit und fährt mit Bildern im Kopf wieder nach Hause: den Spiegelungen des Douro am frühen Morgen, dem Kreischen der Möwen und dem Duft von warmem Brot, der aus einer Bäckerei strömt. Ein Erlebnis mit echtem „Da will ich wieder hin“-Faktor!

Alle Ergebnisse der Ausgabe 2025 des Marathon de Porto