Run Set & Match: Emmanuel Roudolff-Levisse setzt sich bei Roland-Garros über 10 km durch

Dorian Vuillet
Von Dorian Vuillet

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Run Set & Match: Emmanuel Roudolff-Levisse setzt sich bei Roland-Garros über 10 km durch
© STADION-ACTU

Roland-Garros präsentierte sich an diesem Sonntag in ungewohntem Gewand: Beim Run Set & Match 2025 ersetzten Laufschuhe die Tennisbälle. Emmanuel Roudolff-Levisse, amtierender französischer Halbmarathonmeister, erreichte das Ziel in 30:42 Minuten. Johanna Lai absolvierte die 10 km in 37:50 Minuten. Mehr als 11.000 Läuferinnen und Läufer erlebten eine einzigartige Strecke zwischen hohem Tempo und Festivalstimmung im Herzen des Tennistempels.

Unter einer zaghaften, aber wohlgesinnten Sonne verwandelten mehr als 11.000 Läuferinnen und Läufer Roland-Garros an diesem Sonntagmorgen in eine riesige Laufstrecke. Der 10-km-Lauf Run Set & Match, der wohl tennislastigste Lauf im Kalender, meisterte seine erste Herausforderung: Sport, Atmosphäre und Prestige in einer Kulisse zu verbinden, die sonst eher für Rückhand und Asse reserviert ist. Der Startschuss fiel auf dem Court Suzanne-Lenglen, einem Ort, der normalerweise eher Passing-Shots als Massenstarts erlebt. „ Nicht jeden Tag läuft man auf dem Sand von Roland-Garros. Hier hat man das Gefühl, ein Match gegen sich selbst zu spielen“, erzählte uns ein Teilnehmer, noch ganz mit orangefarbenem Staub bedeckt. 

Wenig später liefen die Teilnehmenden in Richtung Bois de Boulogne, vorbei an der Pferderennbahn von Auteuil und über Waldwege, bevor sie zu einem der großen Tennistempel zurückkehrten. Zehn Kilometer über Asphalt, Schotter und Sand, als Augenzwinkern auf die verschiedenen Beläge des Grand Slam. Eine verspielte Strecke also, die es durchaus in sich hatte. Mit zahlreichen Tempowechseln und falschen Ebenen verlangte sie nicht nur Rhythmus, sondern auch Balance. Einige verglichen die Belastung mit einem endlosen Tie-Break.

Starke Zeiten und Finalstimmung

Bei den Männern war Emmanuel Roudolff-Levisse der Schnellste des Tages. Der französische Halbmarathonmeister vom 14. September in Auray-Vannes absolvierte die 10 km in 30:42 Minuten und lief dem Sieg mit einem Passing-Shot die Linie entlang entgegen. Dahinter komplettierten Thomas François (31:28) und Nicolas Weber (31:43) das Podium eines dicht umkämpften Rennens, das vom Start bis ins Ziel spannend blieb.

Bei den Frauen zeigte Johanna Lai eine konstant starke Leistung und gewann in 37:50 Minuten vor (39:01) und Laurie Mora (39:03). Drei im Pariser Peloton bestens bekannte Namen, die an der Porte d’Auteuil die passende Bühne für sich fanden.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich auf den Rängen des Court Philippe-Chatrier versammelt hatten, um die Finisher zu empfangen, fungierten als Energie-Lieferanten: Anfeuerungsrufe bei jedem Zieleinlauf, kollektives Klatschen und gelegentlich sogar „Allez!“-Rufe wie bei einem Finale zwischen Nadal und Djokovic. Die Emotionen im Ziel, mitten in der legendären Sandplatzarena, waren den hart erkämpften Satzgewinn allemal wert.

Ein Lauf als große Show

Der Run Set & Match ist weit mehr als ein sportlicher Wettkampf: Er ist ein Erlebnis. Im Zielbereich konnten die Läuferinnen und Läufer ihren Aufschlag auf Minicourts testen, sich bei Musik stärken und sogar einige Tennisspieler treffen, die „zum Spaß“ mitliefen. Zwischen zwei Selfies auf dem Sand gab es außerdem eine Expressführung durch die Stadionkulissen inklusive Umkleiden, ein seltenes Privileg für Sportfans.

Auch für die Kinder gab es ihr eigenes Turnier: Mehrere Miniläufe über 400 m bis 1,7 km ließen sie in die Atmosphäre eintauchen, inklusive Medaille und lautstarkem Empfang im Ziel. Genau darin liegt die Stärke dieses Laufs: Er erzählt eine Geschichte. Ein Stadtlauf, gewiss, aber einer mit Geschichte, Symbolkraft und Leidenschaft. Ein Termin, bei dem es nicht nur darum geht, eine Zeit zu schlagen, sondern eine sportliche Auszeit an einem legendären Ort zu erleben.

Im Ziel sagten die Gesichter alles: Erschöpfung gepaart mit Euphorie, die Freude darüber, das eigene „Match“ gegen die Distanz gewonnen zu haben. Der Run Set & Match 2025 hat gezeigt, dass er nicht einfach nur ein weiterer Lauf in Paris ist, sondern ein Rennen für sich, irgendwo zwischen Show und sportlicher Leistung. Und letztlich kommt man zu dem Schluss: Wenn Roland-Garros an diesem Sonntag so vibrierte, dann auch deshalb, weil der Ort einen neuen Ball ins Spiel gebracht hat, den des Running.

✔ Alle Ergebnisse der Ausgabe 2025 von Run Set & Match.