Running: Gesundheitspass für 5 Euro ab 2026 Pflicht
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Der Parcours de Prévention Santé (PPS), seit 2024 Voraussetzung für die Anmeldung zu einem Lauf, wird durch ein völlig neues System ersetzt: den Pass Prévention Santé. Längere Gültigkeit, jährliche Kosten von 5 Euro, neue Inhalte, vereinfachter Ablauf: Die FFA stellt die Weichen für Millionen nicht lizenzierter Läuferinnen und Läufer, die jedes Jahr bei 5-Kilometer-Läufen, 10 Kilometern, Halbmarathons oder Marathons an den Start gehen. Die Redaktion von Marathons.com fasst alle Informationen zu dieser wichtigen Änderung zusammen, die ab dem 1. Januar 2026 alle Läuferinnen und Läufer betrifft.
Lange Zeit führte kein Weg am berühmten ärztlichen Attest vorbei, diesem manchmal mühsam zu beschaffenden Stück Papier, das den Alltag von Läufern und Veranstaltern bestimmte. Dann ersetzte die Fédération Française d’Athlétisme (FFA) den langwierigen Prozess durch den Parcours de Prévention Santé (PPS). Dank dieser Modernisierung konnten zwei Millionen Läufer ihre Bescheinigung kostenlos online durch das Anschauen von Präventionsvideos erhalten und bei ihren Lieblingsrennen starten.
Ab Januar 2026 ändert sich der Ablauf erneut: Der PPS macht dem Pass Prévention Santé Platz. Neues Format, neue Gültigkeitsdauer, ein Jahresbeitrag von 5 Euro und der erklärte Anspruch, den Wettkampfsport zu vereinfachen, sicherer zu machen und vor allem besser zu strukturieren.
Vom PPS zum Pass Prévention Santé: Das ändert sich
➜ Längere Gültigkeit: von drei Monaten auf ein Jahr
Der bisherige PPS musste alle drei Monate erneuert werden. Für alle, die regelmäßig Startnummern sammeln, war das wenig praktisch. Der neue Pass Prévention Santé gilt ein Jahr. Das dürfte böse Überraschungen bei der Startnummernausgabe verhindern: Niemand muss mehr jedes Quartal prüfen, ob die Bescheinigung noch gültig ist.
➜ Jahresbeitrag von 5 Euro
Das ist die auffälligste Neuerung: Der Pass wird nicht mehr kostenlos sein. Er kostet 5 Euro pro Jahr, einschließlich einer integrierten Haftpflichtversicherung. Das erklärte Ziel der FFA: einen sichereren Rahmen für den Sport zu schaffen, den Anmeldeprozess zu vereinfachen und zusätzliche gesundheitsbezogene Angebote für die Sportlerinnen und Sportler einzubinden.
➜ Mehr Inhalte rund um die Gesundheit
Der Pass soll „erweiterte Inhalte für Gesundheitscoaching“ umfassen, die gemeinsam mit Experten entwickelt werden. Geplant sind unter anderem Erinnerungen an bewährte Verhaltensweisen, passende Warnhinweise und eine umfassendere Sensibilisierung für Risiken und Warnsignale. Das Ziel bleibt dasselbe: Unfälle infolge mangelhafter Vorbereitung oder einer falschen Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands zu vermeiden.
➜ Für nicht lizenzierte Läufer weiterhin Pflicht
Der Pass ersetzt den PPS vollständig und ist für die Teilnahme an jedem Lauf in Frankreich verpflichtend. Das gilt für volljährige, nicht lizenzierte Läufer, unabhängig davon, ob sie über 5 oder 10 Kilometer, beim Halbmarathon, Marathon oder Trail antreten.
Warum kommt die Änderung gerade jetzt?
Es lässt sich kaum übersehen: Seit der Abschaffung des verpflichtenden ärztlichen Attests boomt der Wettkampfsport. Im Jahr 2024 wurden in Frankreich 11.334 Läufe veranstaltet, mit insgesamt 2,95 Millionen Finishern. Da die Zahl der Rennen steigt und die Startplätze bei den größten Veranstaltungen immer schneller vergeben sind, zeigt der Markt weiter nach oben und verlangt nach einer wirksamen Kontrolle.
Vor diesem Hintergrund modernisiert die FFA ihre Abläufe aus mehreren Gründen:
✔ Mehr Sicherheit
Mehr als zwei Millionen PPS wurden in weniger als zwei Jahren ausgestellt. Der Verband betont deshalb die Notwendigkeit einer effizienteren, einfacheren, stabileren und nachhaltigeren Betreuung.
✔ Weniger Aufwand für Veranstalter
Zehntausende Bescheinigungen an jedem Wochenende zu prüfen, war alles andere als entspannt. Der neue Pass soll eine automatisierte Prüfung ermöglichen, die direkt in die Anmeldeplattformen integriert ist.
✔ Den Verbandssport Running strukturieren
Running macht inzwischen 35 Prozent der FFA-Lizenzen aus. Der Pass ist Teil einer umfassenderen Strategie: Running soll zu einer zentralen Säule des Verbands werden.
„Unser Anspruch ist ein gemeinsamer. Er beruht auf dem Engagement unserer Vereine, Ehrenamtlichen, Trainer und Veranstalter. Gemeinsam machen wir den Wettkampf-Running zu einem Ort des Miteinanders, der Gesundheit und der Leistung für alle.“
Was sich für Läufer konkret ändert
➜ Wenn Sie eine FFA-Lizenz besitzen: Für Sie ändert sich nichts, Sie sind bereits abgesichert.
➜ Wenn Sie keine Lizenz besitzen: Sie müssen einen Pass Prévention Santé erstellen, der 5 Euro pro Jahr kostet. Er gilt für alle Ihre Läufe, unabhängig von deren Anzahl, und muss lediglich bei der Anmeldung hinterlegt werden.
Wer im Laufe des Jahres viele Rennen bestreitet, soll vom neuen System profitieren: Es verhindert zu häufige Erneuerungen und vereinheitlicht die Formalitäten.
Weitere Neuerungen in Vorbereitung
Der Pass Prévention Santé ist nur ein Teil einer Reihe größerer Projekte, die bei der Vorstandssitzung der FFA am 12. November beschlossen wurden.
➜ DataRunning: die Plattform für den Trainingsfortschritt
2026 soll DataRunning starten. Die Plattform ermöglicht Läufern, ihre Leistungen zu verfolgen, ihre Zeiten mit denen anderer Profile zu vergleichen und ihre Entwicklung über die Jahre zu beobachten. Das Tool richtet sich sowohl an Freizeitsportler als auch an selbstständig trainierende Wettkampfläufer.
➜ Ressourcen für Vereine und Trainer
Die FFA will Laufvereine attraktiver machen. Dafür sind gemeinsam nutzbare Inhalte für das Gesundheitscoaching, neue digitale Verwaltungswerkzeuge und eine einheitliche nationale Ausbildung für Trainer vorgesehen.
➜ Modernisierte Services für Veranstalter
Laufveranstalter sollen von einem überarbeiteten Calorg, der FFA-Plattform für Veranstalter, einem automatisierten System zur Passprüfung und einer besseren Unterstützung bei zertifizierten Läufen profitieren. Hauptziel ist es, den bürokratischen Aufwand zu verringern und manuelle Prüfungen zu vermeiden.
Der Verband will außerdem seine Präsenz bei großen Veranstaltungen verstärken und die Organisation seiner französischen Meisterschaften verbessern.
Der Wechsel vom PPS zum Pass Prévention Santé ist ein wichtiger Wendepunkt, weil er die gesamte Running-Community in Frankreich betrifft: von Einsteigern bis zu erfahrenen Marathonläufern, von Vereinen bis zu Veranstaltern. Eines steht fest: Ab Januar 2026 ist für den Start bei einem Lauf in Frankreich ein gültiger Pass Prévention Santé erforderlich. Die FFA erklärt, mit dieser Änderung den Sport stärker strukturieren, den Zugang zu Wettkämpfen vereinfachen und die Prävention ausbauen zu wollen. Running ist ständig in Bewegung, und sein gesamtes Umfeld entwickelt sich mit, um die Millionen Läuferinnen und Läufer bestmöglich zu begleiten, die jedes Jahr auf den Straßen und Trails in allen Teilen Frankreichs unterwegs sind.
✔ Alle Informationen finden Sie auf der offiziellen Website der Fédération Française d’Athlétisme