Volle Hütte zum 30. Geburtstag der Foulées Ludopital bei Lille
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
In Roubaix feierte der Benefizlauf zugunsten hospitalisierter Kinder einen Rekorderfolg. Von der Walkingrunde über den Kinderlauf bis zum 10-km-Rennen strömten fast 3.400 Teilnehmende durch den Parc Barbieux.
Was für eine Wohltat: Nach den sintflutartigen Regenfällen der Woche strahlte am Sonntagmorgen die Sonne. In einem der Schmuckstücke der Metropole Lille ließen Familien, Freunde und Kolleginnen und Kollegen die Zeitmessung links liegen, um anlässlich des 30. Jubiläums der Foulées Ludopital den Kindern in den Krankenhäusern der Hauts-de-France zu helfen. Julien Duléo dirigierte die Walker mit Poolnudeln in der Hand und stellte unmissverständlich fest: „Jedes Jahr brechen wir den Melderekord.“ Die Marke von 3.000 Teilnehmenden wurde deutlich übertroffen, sodass die Organisatoren die Anmeldung zehn Tage vor der Veranstaltung schließen mussten. Ein eindrucksvoller Beleg für den Zuspruch zu diesem Solidaritätslauf.
„Das gesamte gesammelte Geld geht an Ludopital“, ergänzt Laëtitia Groot, Pflegedirektorin der Clinique Ambroise Paré in Lille, kurz bevor sie sich auf die 6-km-Walkingrunde begibt. Mit solchen Aktionen zaubert man den Jüngsten ein Lächeln ins Gesicht, vor allem mit gespendetem Spielzeug. Scrat, das Eiszeit-Eichhörnchen, die Minions, die Eiskönigin … Die Plüschtiersammlung war in den Kapuzen der rund hundert Helferinnen und Helfer allgegenwärtig. „Ich weiß gar nicht, welches mein Kuscheltier ist“, lacht Julien weiter. Für einen sonnigen Vormittag hat er seine Kappe als IT-Entwickler gegen die Helferkleidung eingetauscht.
Unter einer Wolke aus blauen Ballons eröffneten vier Joëlettes, spezielle Sportrollstühle, das 10-km-Rennen unter herzlichem Applaus. Die dreieinhalbjährige Rachelle kann nicht laufen und ließ sich von ihren Eltern, ihrem Onkel und ihrer Tante tragen. Lächeln überall, und eine Form des gemeinsamen Sports, die immer mehr Anhänger findet. In einem bewegenden Interview erzählt Pascal Baron, der sich Anfang November bei den Half-Ironman-Weltmeisterschaften im spanischen Marbella gemeinsam mit seiner seit der Geburt an einer Hirnfehlbildung leidenden Tochter Romane der verrückten Herausforderung stellt: „Das sind außergewöhnliche Momente. Sie versteht alles. Sie weiß ganz genau, was passiert.“
Thibaut Engelaere, 31 Jahre alt und Leiter einer Pflegeeinheit bei Ramsay Santé, ist überzeugt, dass solche Aktionen „den Krankenhauspatienten das Gefühl geben, nicht nur Patienten zu sein“. „Wir wollen, dass sie eine gute Erinnerung behalten und kein Trauma. Wir wollen ihnen ein positives Bild vermitteln. Den Weißkittel-Effekt zu vermeiden, darum geht es bei dieser Sensibilisierung“, erklärt er. Engelaere startet an diesem Sonntag beim Semi-marathon de Marcq-en-Barœul, bevor mit dem Marathon de Paris am 12. April 2026 sein großes Saisonziel ansteht: die Vier-Stunden-Marke zu knacken. „Ich werde versuchen, die 10 Kilometer in weniger als 50 Minuten zu laufen“, sagt der Läufer, der zwei- bis dreimal pro Woche trainiert.
Titouan Gilanton nimmt die 30-Minuten-Marke ins Visier
Sportlich setzte sich Titouan Gilanton in 34:01 Minuten durch. „Ich bin vor allem gekommen, um Spaß zu haben“, sagt der Sieger zufrieden. „Ich war mit Kollegen von Talenz hier, einem Unternehmen für Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung.“ Nachdem das Rennen schon auf dem ersten Kilometer in einem irren Tempo losgegangen war, nahm sich der Endzwanziger zunächst zurück und übernahm zur Rennmitte die Führung. „Ich war oft allein. Ich war noch nie in Roubaix. Der Park ist großartig“, erzählt der Läufer, der beim Urban Trail de Lille am 15. November die symbolische 30-Minuten-Marke knacken will.
Nicht weit von der EDHEC Business School entfernt lief auch Anthony Petit stark auf und schaffte es in knapp 36 Minuten aufs Podium. Der Drittplatzierte von AXA Atout Coeur will seine Bestzeit ausgerechnet in Lille weiter verbessern. „Das ist eine Zeit zum Saisonauftakt.“ Zur Erinnerung: Ein gewisser Etienne Daguinos hatte beim Urban Trail im vergangenen Jahr in 27:04 den Europarekord über 10 Kilometer aufgestellt. Diese Marke wurde inzwischen vom Schweden Andreas Almgren in Valencia auf 26:53 verbessert. Almgren gewann zuletzt bei den Weltmeisterschaften über 10.000 Meter gerade Bronze hinter dem Äthiopier Yomif Kejelcha und dem Franzosen Jimmy Gressier. Ein Termin, den man auf keinen Fall verpassen sollte …
Der Boom bei Benefizläufen ist so stark wie nie. Der Norden Frankreichs bildet da keine Ausnahme. Mit der Flo’WeRun und dem Challenge Ruban Rose in Lille sowie dem Color Run zugunsten des Téléthon in Bauvin, der in einigen Wochen stattfindet, gibt es reichlich Auswahl und viele Gelegenheiten, für einen guten Zweck zu laufen.