Orange Vélodrome Trail 2025: Wenn das Stadion zum urbanen Abenteuerspielplatz wird
Am Sonntag, dem 16. November, waren im Vélodrome nicht nur Bälle und Netze zu sehen: 3500 Läufer nahmen das Stadion in Beschlag und verwandelten Tribünen und Gänge in eine völlig verrückte Rennstrecke. Beim Orange Vélodrome Trail wurden auf 4 und 8 km, solo oder in Staffelteams, die Beine schwer, die Lungen laut und die Gesichter breit. Zwischen Treppen, engen Kurven und Gelächter in schmalen Durchgängen wurde das legendäre Stadion zum Schauplatz eines Vormittags, an dem Anstrengung und Spaß Hand in Hand gingen.
3500 Marseiller strömten am Sonntag, dem 16. November, zum legendären Orange Vélodrome. Von Licht durchflutete Tribünen, unter den Schritten der Läufer widerhallende Gänge, der im Morgensonnenlicht leuchtende Rasen: Das Vel’ wurde zu einer urbanen Rennstrecke, wie es sie kein zweites Mal gibt. Der Slogan « Vivez une expérience unique au cœur de l’Orange Vélodrome » war dabei keineswegs zu hoch gegriffen. Die sechste Ausgabe des Orange Vélodrome Trail lockte zahlreiche OM-Fans auf die 4- und 8-km-Strecken, solo ebenso wie in Staffelteams.
Ein Vormittag, an dem Tempo, Anstrengung und Spaß zu unvergesslichen Erinnerungen verschmolzen. Die Treppen und rund 2000 Stufen des Olympiastadions setzten den Joggern ordentlich zu. « Es war wirklich, wirklich hart, erzählte ein Teilnehmer nach dem Zieleinlauf. Erst einen Monat vor dem Rennen habe ich erfahren, dass es all diese Treppen gibt. So viele Treppen. Aber am Ende habe ich es in 42 Minuten geschafft und bin richtig stolz auf mich ». Ein Satz, der den Geist dieser Ausgabe zwischen Herausforderung und Entdeckung gut zusammenfasst. Natürlich immer mit Jul auf den Ohren.
Andere schilderten ihre ersten Eindrücke vom Vélodrome: « Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst. Ich trainiere nicht besonders viel, also habe ich mich ins Ungewisse gestürzt … Aber es lief super, bis auf die Anstiege! » Oder: « Es war unglaublich! Ich bin die 8 km gelaufen, und zum ersten Mal im Stadion zu sein und diesen Ort zu entdecken, hat das Rennen noch unvergesslicher gemacht ». Auch die ungewöhnliche Kulisse kam bestens an. « Ich habe diesen Moment geliebt. Die 8 km zu laufen und das Innere des Vélodrome zu entdecken, das Schwimmbecken zu sehen und all die Ecken, durch die die Spieler gehen … Damit hatte ich nicht gerechnet, es war großartig! ». Eine Überraschung, die besser kaum hätte ausfallen können.
Jules Giraudon-Paoli und Audrey Armelin bezwingen die 8-km-Solostrecke
Für einige eingefleischte Fans war die Zeit Nebensache. Für andere lohnte es sich, dafür zu leiden. Jules Giraudon-Paoli ging mit sichtbarer Entschlossenheit an den Start. Jede bewältigte Stufe, jede sauber genommene Kurve brachte ihn dem Sieg näher. Im Ziel zeigte die Uhr 30:08. Eine beeindruckende Mischung aus Konstanz und perfekter Streckenübersicht, die ihm den ersten Platz und den Titel in der männlichen Nachwuchswertung einbrachte.
Hinter ihm kam es zu einem Bruderduell. Mathis Deschamps überquerte die Ziellinie in 31:37, gefolgt von Raphaël Deschamps mit gerade einmal zwei Sekunden Rückstand (31:39). Zwei Sekunden, die von einem intensiven Familienduell auf einer Strecke erzählen, auf der jedes Zögern teuer werden kann. Die Brüder lieferten sich ein atemloses Finale und brachten Tribünen und Gänge zum Beben.
Bei den Frauen setzte Audrey Armelin in 34:29 ihr Tempo durch. Sie wurde 15. der Gesamtwertung und erste Frau. Pauline Martin belegte in 34:55 den zweiten Platz, gefolgt von Isabelle Daveau in 36:68. Die engen Abstände zeigen, dass es auch über 8 km bei den Frauen ähnlich knapp und spannend zuging wie im Duell der Deschamps-Brüder.
Über 4 km holen sich Éric Camguilhem und Stella Quelen den Siegn
Auf den 4 km bündelte sich die gesamte Adrenalinladung auf einer kürzeren, aber fordernden Distanz. Éric Camguilhem übernahm schon auf den ersten Metern die Kontrolle und erreichte das Ziel in 18:25. Damien Clanet (18:57) und Aaron Penalver Debee (19:01) kamen mit nervösem Schritt und keuchendem Atem dicht dahinter ins Ziel, während ihre Anstrengung durch die Stadiongänge hallte.
Im Frauenrennen zeigte Stella Quelen mit 24:32 eine perfekte Streckenbeherrschung und verwies Pauline Roustan (24:50) sowie Perrine Pistouley (25:37) auf die Plätze. Auf dieser kurzen Distanz machte jede Kurve und jede Stufe den Unterschied. Die drei Erstplatzierten überzeugten mit großer Konstanz und mentaler Stärke.
Teamrennen zwischen Gemeinschaft, Taktik und gemeinsamem Gelächter
Auch die Teamrennen über 8 und 4 km gaben dem Wettbewerb eine kollektive Dimension. Jeder Wechsel machte die Verantwortung und den Spaß spürbar, für die eigenen Teamkollegen zu laufen. Die Taktiken waren vielfältig: Wer startet schnell, wer teilt sich die Kräfte ein, wer zieht wieder an … und dazwischen so mancher Lacher in den engsten Passagen. Diese Formate zeigten, dass das Vergnügen im Vélodrome nicht allein aus Geschwindigkeit entsteht, sondern auch aus Teamgeist und dem Miteinander auf der Strecke. Eine Mentalität, die letztlich direkt von der Canebière stammt.
✔ Hier gibt es alle Ergebnisse der Ausgabe 2025 des Orange Vélodrome Trail