Französische 5-km-Meisterschaften: Mistralwind bringt Pierrik Jocteur-Monrozier und Camille Place in Fréjus den Sieg
Besondere Bedingungen bei den französischen 5-km-Meisterschaften: kein Zielbogen, keine Banner, keine Hinweisschilder. Der Wind spielte beim nationalen Meisterschaftstermin am Sonntag, dem 26. Oktober, in Fréjus (Var) den Spielverderber. Nach dem Durchzug des Sturms Benjamin und angesichts der erwarteten heftigen Böen hatten die Organisatoren zunächst über eine Absage nachgedacht. Letztlich konnte die Meisterschaft stattfinden, allerdings mit Anpassungen, um die Sicherheit auf dem Veranstaltungsgelände zu gewährleisten. Unter Bedingungen, die eher zum Segeln als zum Laufen einluden, holten sich Pierrik Jocteur-Monrozier und Camille Place die Goldmedaille in den Seniorenrennen.
✓ Marathons.com blickt auf die einzelnen Rennen dieses nationalen Meisterschaftstermins zurück, bei dem Taktik wichtiger war als schnelle Zeiten.
Vom 1500-Meter-Lauf zum 5-km-Titel ist es für Pierrik Jocteur-Monrozier nur ein Schritt
Bei den Männern setzte sich der auf die 1500 Meter spezialisierte Toulouseer durch, der für seine furiosen Schlussspurts bekannt ist. Pierrik Jocteur-Monrozier, 2025 in Paris mit 3:31,51 Minuten französischer Rekordhalter, erwischte in Fréjus einen glänzenden Saisoneinstand und gewann in 13:57 Minuten vor dem Athleten des AC Romorantin Baptiste Guyon in 14:00 Minuten.
Nach einer vorsichtigen ersten 2,5-km-Runde, in der sich die Favoriten im Feld versteckten, um dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, lösten sie sich allmählich vom Rest des Feldes. Harte Tempoverschärfungen vermieden sie, um nicht plötzlich voll im Wind zu stehen.
Äolus zeigte sich an der Mittelmeerküste an diesem Sonntagvormittag von seiner tückischen Seite: Der Wind kam weder von vorn noch von hinten, sondern von der Seite. Die Athleten kämpften deshalb permanent gegen die Böen an, ohne eine Verschnaufpause zu bekommen. Der 1500-Meter-Spezialist konnte jedoch seine Endgeschwindigkeit ausspielen, setzte sich von seinen Konkurrenten ab und überquerte die Ziellinie vor mehreren ausgewiesenen 5-km-Spezialisten. Das Podium komplettierte Martin Desmidt von der Entente Athlétisme Cambresis in 14:07 Minuten. Er war bei den französischen 5-km-Meisterschaften bereits 2024 Zweiter und 2023 Dritter geworden.
Camille Place startet ohne Respekt in die Seniorenklasse
Camille Place löste Philippine De la Bigne als französische 5-km-Meisterin ab und gewann in 16:03 Minuten. Für die Athletin mit einer Bestzeit von 15:36 Minuten war die Zeit zwar nur bedingt aussagekräftig, angesichts des Windes vor Ort aber keineswegs schlecht. Die Athletin der EA St Quentin en Yvelines, 2025 französische Meisterin im kurzen Crosslauf der U23, ist gerade erst in die Seniorenklasse aufgerückt und holte sich in einem taktisch geprägten Rennen den Titel. Die Entscheidung fiel auf dem letzten Kilometer, als sich die drei Führenden nach und nach vom Feld absetzten. Einen großen Zielsprint gab es nicht, dafür wuchsen die Abstände zwischen den drei Medaillengewinnerinnen Schritt für Schritt. Philippine De la Bigne von der Entente Paris Université Club Stade Français kam in 16:06 Minuten als Zweite ins Ziel, gefolgt von Augustine Haquet (UA Versailles), die in 16:12 Minuten Bronze gewann.
Spannende Duelle in den Nachwuchsklassen trotz launischem Wind
Gaston Rohmer von Vendenheim Athlé setzte sich im U23-Rennen deutlich ab und gewann in 14:12 Minuten vor Gaël Leprohon von Bourges Entente Athlétisme und Louis Michel von Clermont Auvergne Athlétisme, die in 14:23 beziehungsweise 14:26 Minuten ins Ziel kamen. Bei den Frauen siegte Louise Bailly in 16:18 Minuten und belegte damit zugleich Rang fünf in der Gesamtwertung des Elite-Rennens. Die Athletin von Grand Toulouse Athlétisme verwies Manon Agostini von Dordogne Athlé in 16:52 Minuten auf den zweiten Platz. Dritte wurde Lola Darcy (Dijon UC) in 16:55 Minuten.
Lamia Mourabit von Grand Toulouse Athlétisme machte es ihrer Vereinskollegin nach und dominierte die Konkurrenz bei den U20-Juniorinnen. In 16:26 Minuten wurde sie neue französische Meisterin vor Gwladys Bouzar (Stade Rodez Athlétisme) in 16:56 und Caroline Pierrefitte (Corrèze Athlé) in 17:02. Aller guten Dinge sind drei: Clara Drapeau von Grand Toulouse Athlétisme holte sich in 17:24 Minuten den Titel bei den U18. Lilou Ventura von Clermont Auvergne Athlétisme komplettierte das Podium in 17:31, gefolgt von Elyna Mille (Auby Athletic Club) in 17:33.
Bei den Junioren setzte sich Yoann Debroucker (Club Athletic du Roannais) in 14:33 Minuten gegen César Dumonceau (Ea-Romans-Bourg de Péage) durch, der in 14:38 Minuten Silber gewann. Der Triathlet Leni Remer Mancini (Racing Multi Athlon) belegte in 14:40 Minuten den dritten Platz.
Bei den Jugendlichen bildeten Malo Kerhamon (Fibre Élite Running) in 15:04, Maxence Bal (Athletic Club Font Romeu) in 15:09 und Camil Chefirat (Grand Paris Seine et Oise Athlétisme) in 15:23 das Podium.
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