Nike Pegasus Plus 2: Alles zur Trainingsrakete ohne Carbonplatte

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Fr., 21. August 2026

Nike Pegasus Plus 2: Alles zur Trainingsrakete ohne Carbonplatte

Die Pegasus Plus 2 ist da und sie mischt Nikes Line-up ordentlich auf. Schon die erste Version zeigte, wohin die Reise geht: ein vielseitiger Trainingsschuh, dem manchmal ein Tick Punch fehlte. Jetzt kommt die V2, komplett neu gedacht und optisch wieder voll im Pegasus-Stammbaum verankert. Sichtbarer Air-Zoom-Pod im Vorfuß, neue ZoomX-Mittelsohle: zwei Performance-Zutaten, die dem Schuh den Supershoe-Look geben, aber eben ohne Carbonplatte für den Alltag. Nike verspricht 18 % mehr Energierückgabe als beim Vorgänger. Unterm Strich: ein Tempo-Trainer, der vieles kann, aber vor allem dann glänzt, wenn das Training schneller wird. Wir schauen, was diese neue Version wirklich draufhat.

Eine Pegasus Plus 2, vielseitig und schnell

Nike hat im Running in den letzten Jahren etwas Boden verloren: Die Konkurrenz ist brutal, neue Marken wie On und Hoka drücken mit ständigen Innovationen. Trotzdem bleibt die US-Marke globaler Marktführer und hat nach wie vor enormen Einfluss. Um wieder klarer zu positionieren, hat Nike sein Running-Angebot in drei Segmente gegliedert (Pegasus, Vomero, Structure). Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit bei jedem Drop, und das gilt auch für die neue Pegasus Plus 2.

Das Modell gehört zur historischen Pegasus-Familie, schlicht die meistverkaufte Running-Franchise der Welt. Die Plus-Version ist innerhalb der Pegasus-Reihe die dynamischere, vielseitigere Variante und deckt ein breiteres Spektrum an Tempi ab. Die erste Version war sauber gemacht, bekam aber hin und wieder das Etikett „zu wenig Punch“. Zumal die Linie als würdige Erbin der Pegasus Turbo gilt, einem Tempo-Trainer, der vor 7–8 Jahren praktisch überall gefeiert wurde. Die Latte liegt also hoch. Und auch mit dieser V2 sind die Erwartungen riesig, gerade weil Tempo- und Trainingsschuhe ohne Platte bei vielen Läufern so beliebt sind: ein Schuh fürs tägliche Joggen und für schnelle Einheiten, ohne die Steifigkeit einer Carbonplatte.

Unser Ziel war simpel: Speed ohne Kompromisse. Wir haben jahrelang an jeder Zutat dieses Systems gearbeitet. Nicht mehr und nicht weniger als das, was ein Läufer braucht, um sich schnell, komfortabel und sicher zu fühlen, wenn er das Tempo anzieht. Das ist eine Revolution für die Pegasus-Franchise, weil sie das Race-Day-Gefühl in einen Alltagstrainingsschuh überträgt.

Deepa RamprasadSenior Director, Nike Running footwear

ZoomX-Schaum und Air-Zoom-Pod: Nikes Rezept für Performance

Optisch hat sich richtig was getan. Der Schuh wurde radikal überarbeitet und kommt mit einem komplett neuen Design, weg vom Vorgänger, der mit dem zentralen Band und dem Turbo-Schriftzug auf der Außensohle klar an die Pegasus Turbo erinnerte. Dieses Mal fällt schnell die Ähnlichkeit zur Pegasus 42 auf. Der Unterschied steckt aber vor allem im Performance-DNA. Da ist zuerst der bekannte Air-Zoom-Pod im Vorfuß. Seine gebogene Form verändert das Laufgefühl im Vergleich zu einer klassischen Pegasus spürbar: mehr Snap, mehr Vortrieb. Dazu kommt der ZoomX-Schaum, Nikes leistungsstärkstes Dämpfungsmaterial. Genau diese beiden Zutaten finden sich auch in der Alphafly, dem stärksten Racing-Modell der Marke. Nike verspricht sogar 18 % mehr Energierückgabe als beim alten Modell, ein ordentlicher Schritt nach vorn. Die Pegasus Plus 2 richtet sich damit an Läufer, die einen Schuh für ein breites Tempospektrum suchen, vom lockeren Dauerlauf bis zu knackigeren Einheiten, mit diesem konstanten „Speed-im-Hinterkopf“-Gefühl.

Ebenfalls erwähnenswert: Der Vorfuß ist breiter, damit die Zehen mehr Platz haben. Nike fällt sonst eher schmal aus, diese leichte Erweiterung sollte also weniger Reibung und Hotspots bedeuten.

Nike Pegasus Plus 2 mit neuer ZoomX-Mittelsohle und Air-Zoom-Pod für mehr Dynamik – vom lockeren Lauf bis zur Tempoeinheit, ohne Carbonplatte.© Nike

Elite-Athleten im Zentrum der Entwicklung

Wie so oft bei Nike stehen Elite-Athleten im Mittelpunkt der Innovation. Im Entwicklungsprozess der Pegasus Plus 2 ließ die Marke den Prototyp von rund dreißig Top-Athleten testen: von Marathonläufern auf Weltklasse-Niveau, etwa Jacob Kiplimo und Conner Mantz, bis zu Bahn-Spezialisten wie Cole Hocker und Cameron Myers. Das Nike Sport Research Lab konnte so Bewegungsmuster und Feedback auswerten, um das Design zu schärfen.

Zum Beispiel arbeitet die Air-Zoom-Einheit mit genauer abgestimmtem Luftdruck und wird je nach Schuhgröße konstruktiv angepasst, um für alle Läufer eine gleichmäßige Energierückgabe zu liefern. Ja, der Schuh ist mit Input der Eliteszene entstanden, bleibt aber trotzdem ein Referenzmodell für ambitionierte Hobbyläufer. Kein ultrabissiger Rocker, keine Carbonplatte: Wir sind hier bei einer eher klassischen Konstruktion, die für die große Mehrheit der Runner funktionieren dürfte.

Ich liebe Läufe, bei denen ich voll drin bin und trotzdem jeden Schritt genieße. Genau dieses Gefühl gibt mir dieser Schuh. Easy, schnell, flüssig. Alles greift ganz natürlich ineinander.

Cameron MyersNike-Athlet, Weltspitze über 1500 m

Pegasus, Vomero, Structure: Wo steht die Pegasus Plus 2?

2024 hat Nike sein Running-Angebot weiterentwickelt und unter drei Produktfamilien gebündelt. Die Pegasus, die historische Referenz, setzt auf vielseitige Energierückgabe für den Alltag. Die Vomero zielt auf maximale Dämpfung und kompromisslosen Komfort, ideal für alle, die lange Strecken lieben, also die Marathon-Fraktion. Die Structure wiederum steht für mehr Support und ein stabileres Laufgefühl.

In diesem Ökosystem positioniert sich die Pegasus Plus 2 als die dynamischste, am stärksten auf Tempo ausgerichtete Variante der Franchise. Die Wahl, wenn man einen Schuh sucht, der viel abdeckt, vom entspannten Lauf bis zu schnelleren Sessions, ohne die „Pflicht“ einer Carbonplatte. Wer dagegen vor allem Langstreckenkomfort oder extra Stabilität will, ist mit Vomero oder Structure vermutlich besser bedient.

Mit der Pegasus Plus 2 scheint Nike einen wirklich vielseitigen, effizienten Schuh am Start zu haben. Der sichtbare Air-Zoom-Pod im Vorfuß, kombiniert mit ZoomX, liefert ein Gefühl nahe am Racing-Schuh, aber ohne Platte und ohne die typischen Einschränkungen. +18 % Energierückgabe, ein großzügigerer Fit, eine Silhouette, die auf lange Läufe ausgelegt ist: Nike ist hier ins Risiko gegangen und liefert eine echte Weiterentwicklung, weit weg vom reinen Facelift. Stark ist auch, wie sauber der Schuh in Nikes Strategie mit den drei Running-Säulen (Pegasus, Vomero, Structure) passt, mit dem klaren Anspruch, der Tempo- und Allround-Referenzschuh der Range zu werden.

➜ Erhältlich ab Ende August bei ausgewählten Händlern und auf nike.com – dort gibt’s die Nike Pegasus Plus 2