Fabien Fayel, ein Feuerwehrmann läuft für kranke Kinder

Fabien Fayel, ein Feuerwehrmann läuft für kranke Kinder

LD
Von Loïc De Beauregard

Veröffentlicht am Mi., 14. Oktober 2026

Aktualisiert am Mi., 14. Oktober 2026

Am Sonntag, dem 18. Oktober, tritt Fabien Fayel, Berufsfeuerwehrmann aus dem Département Essonne, beim Halbmarathon der Polizei- und Feuerwehr-Europameisterschaften an. Er will sportlich überzeugen, doch seine eigentliche Motivation geht über die Zeit hinaus: Er setzt sich für eine Sache ein, die ihm besonders am Herzen liegt, den Kampf gegen Krankheiten bei Kindern.

40 vertretene Länder, 50 verschiedene Sportarten und Europameisterschaften in Vigo: Während ein solches Ereignis manchen Athleten beeindrucken könnte, geht Fabien Fayel, 46, die Sache gelassen an. Dass er sich für kranke Kinder einsetzt, ist bei diesem Familienvater kein Zufall. Seine Familiengeschichte hat ihn dazu bewogen, sich für diese Sache starkzumachen. Für Vereine zu laufen, ist für ihn eine Möglichkeit, das Andenken an seine behinderte ältere Schwester zu ehren, die an den Folgen ihrer Behinderung gestorben ist.

Ich bin stolz, ihr auf diese Weise die Ehre erweisen zu können.

Fabien Fayel

Schon vor seiner Laufkarriere unterstützte der Familienvater dieselbe Sache, ebenfalls über den Sport, allerdings im Indoor-Rudern. Und das durchaus erfolgreich: Bei den Polizei- und Feuerwehr-Weltmeisterschaften 2017 in Los Angeles holte er zwei Weltmeistertitel über 500 und 2.000 Meter. Bereits damals sammelte der Athlet 5.000 Euro für den Verein Lisa Forever, der sich dem Kampf gegen Krebs bei Kindern und Jugendlichen widmet. Bevor Fabien Fayel ein starker Läufer wurde, war er also eine echte Größe im Rudersport. Fünf Weltrekorde und sechs französische Rekorde stehen zu Buche, unter anderem über Ultradistanzen wie 100 Kilometer oder 24 Stunden.

Laufen für kranke Kinder

Nach diesen Erfahrungen im Rudersport und einer behandelten Verletzung an den Sprunggelenksbändern kehrte Fabien Fayel zum Laufen zurück, aber weiterhin mit einem klaren Ziel: „Ich dachte mir: Wenn ich schon Sport treibe, ohne einfach nur für mich zu laufen, kann ich mich genauso gut für andere einsetzen.“

Nachdem er einen Startplatz beim Marathon pour Tous der Olympischen Spiele Paris 2024 erhalten hatte, wollte er auch diesen Lauf nutzen, um Kindern zu helfen. Dabei sammelte er rund 5.000 Euro, die für die Anschaffung eines anpassbaren Rollstuhls für das Kinderkrankenhaus in Margency verwendet wurden. Obwohl Fabien Fayel in seinem Beruf ohnehin jeden Tag Menschen hilft, hat er beschlossen, sich auch in diesem Jahr für kranke Kinder einzusetzen.

Nächstes Jahr wollte ich eigentlich wieder bei den Weltmeisterschaften in Australien starten. Aber das ist weit weg und wird teuer, deshalb habe ich mich in diesem Jahr für die Europameisterschaften in Vigo entschieden.

Fabien Fayel

Diesmal läuft er bei den Europameisterschaften für den Verein Les jumeaux costauds. Der Lauf und die Spendenaktion haben für ihn eine besondere Bedeutung, denn die beiden betroffenen Kinder mit geistiger Behinderung sind die Söhne eines Feuerwehrmanns, der früher mit Fabien Fayel zusammengearbeitet hat. Mit der Aktion sollen zwei anpassbare Rollstühle finanziert werden, die rund 4.000 Euro kosten. Der Rest der Spenden geht an den Verein Kids and Life.

Das Training muss sich anpassen

Drei Monate Vorbereitung auf einen Halbmarathon sind bereits ein ordentliches Vorhaben. Als Berufsfeuerwehrmann wird daraus eine echte Herausforderung. „Das kann kompliziert sein“, sagt Fabien Fayel. Sein Plan steht dennoch: zwei Wochen mit 90 bis 100 Kilometern Umfang, eine ruhigere Woche mit 70 Kilometern, dann beginnt der Zyklus von vorn. In den letzten beiden Wochen folgt das Tapering, mit 70 und anschließend 50 Prozent des üblichen Umfangs. Betreut wird er dabei von seinem Trainer Bruno Placzek in seinem Verein ACSAM (Margency Club Athlé), für den er startet.

Doch der Trainingsplan ist nicht alles, am Ende gibt die Arbeit den Takt vor. „Ein Eliteläufer kann seine Tage mit Training und Regeneration verbringen. Ich muss Training, Müdigkeit und alles, was bei der Arbeit passieren kann, unter einen Hut bekommen.“ In diesem Sommer wurde er beispielsweise bei den Waldbränden von Fontainebleau eingesetzt. In solchen Situationen muss er einzelne Einheiten auslassen. Ein schlechtes Gewissen ist trotzdem fehl am Platz: „Man muss auf seinen Körper hören, damit man sich nicht verletzt. Je nach Ermüdung kann ich den Umfang reduzieren.“

Zum Glück hat er zu Hause starke Unterstützung: „Meine Partnerin und meine Kinder machen denselben Sport wie ich, deshalb haben sie Verständnis.“ Und der Nachwuchs ist offenbar gesichert. Seine 17-jährige Tochter Manon hält den französischen Rekord über die Meile und ist die 5 Kilometer in 18:30 Minuten gelaufen. Sein 15-jähriger Sohn Hugo, französischer Vizemeister im UNSS-Cross, kommt über dieselbe Distanz auf 16:24 Minuten.

Das Podium im Visier

Mit 46 Jahren startet Fabien Fayel in der M2-Klasse (45 bis 49 Jahre). Seine Halbmarathon-Bestzeit liegt bei 1:18 Stunden. Sein Ziel ist klar: „Eine gute Platzierung, vielleicht sogar ein Podiumsplatz.“ Er will so weit vorne wie möglich landen, auch im Gesamtklassement. Bei den französischen Feuerwehrmeisterschaften in diesem Jahr wurde er Vierter seiner Altersklasse und Achter im Gesamtklassement. Eine persönliche Bestzeit wäre ein schöner Bonus, doch er bleibt vorsichtig: „Ich habe die Strecke noch nicht besichtigt und weiß bisher nichts über die Höhenmeter.“

Feuerwehrmann von Beruf, Läufer aus Leidenschaft: Fabien Fayel hat einen weiteren Weg gefunden, anderen zu helfen, auch mit einer Startnummer auf der Brust.

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