Margaux Sieracki läuft in Amsterdam sensationell auf Platz acht
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Nach zwei Rückschlägen über die Königsdistanz hat Margaux Sieracki am Sonntag beim Amsterdam-Marathon eine herausragende Leistung abgeliefert. Mit 2:25:47 Stunden ist die Athletin von Stéphane Valenti nun die sechstbeste französische Marathonläuferin aller Zeiten. Keine Französin war bei ihrem Marathondebüt jemals schneller. Der Bericht von einem unvergesslichen Vormittag im Olympiastadion.
Das ist wohl das schönste Geschenk, das sie ihrer Mutter machen konnte. «Ihr Geburtstag war gestern. Wir haben noch nicht gefeiert». Mit zittriger Stimme winkt Margaux Sieracki ihrer größten Unterstützerin von der Laufbahn des Olympiastadions in Amsterdam ausgiebig zu. «Sie begleitet mich auf dem E-Bike und ist ein Metronom mit 3:28 Minuten pro Kilometer. Sie weiß, wie sehr ich mich zweieinhalb Jahre lang abgemüht habe», erzählt sie. Selbst in ihren kühnsten Träumen hätte sich die französische Vizemeisterin im Halbmarathon mit 1:10:14 Stunden hinter Alessia Zarbo, die am 14. September in Auray-Vannes 1:09:53 gelaufen war, niemals vorstellen können, in der niederländischen Hauptstadt eine derart atemberaubende Zeit von 2:25:47 Stunden hinzulegen.
«Das ist unglaublich. Ich hatte mit 2:27 oder 2:28 gerechnet. Aber nicht mit weniger als 2:26», ordnet sie ihre Leistung ein. Nach zwei missglückten Versuchen über diese Distanz, erst wegen eines Ermüdungsbruchs am sechsten Tag, dann wegen verpasster Verpflegungsstellen, läuft die Athletin der Coureurs de Fond du Cateau die schnellste Zeit, die eine Französin bei ihrem Marathondebüt jemals erzielt hat. «Ich war in der dritten Frauengruppe. Ich habe alles darangesetzt, einen Tempomacher zu bekommen. Einen richtig guten Tempomacher. Pierre Denays hat mich bis Kilometer 35 begleitet. Danach bin ich allein ins Ziel gelaufen. Es hat alles gut funktioniert. Ich war ruhig.»
Seit Januar wird die französische Rekordhalterin über 10 Kilometer in Hauts-de-France von Stéphane Valenti trainiert, dem französischen Cross-Meister der Masters von 2021, und sie «schätzt seine Methoden». In Amsterdam lief sie ein nahezu perfektes Rennen. «Wir sind die Halbmarathonmarke in 1:13:27 passiert. Das war perfekt. Danach haben wir die zweite Hälfte schneller absolviert als die erste». Eine zweite Marathonhälfte in 1:12:22 und ein herausragender achter Platz in der Frauenwertung waren der Lohn. Sieracki war damit beste Europäerin. «Als ich im Leistungszentrum von Fontainebleau war, hat Thierry (Choffin) sofort erkannt, dass meine Stärken auf den langen Strecken liegen». Worte eines Experten.
Am kommenden Sonntag wird sie beim 10-Kilometer-Lauf des Marathon Vert de Rennes antreten. Die Siegerin des Adidas 10 k Paris 2024 in 32:18 Minuten ist mit Blick auf ihre nächsten Ziele «ein wenig ratlos». «Erst vor zwei Tagen haben wir erfahren, dass es bei der EM im kommenden Jahr einen Marathon gibt, in Birmingham am 16. August 2026, Anm. d. Red.». Ein Rennen, das sie durchaus reizen könnte. Die Athletin, die in Mouscron in Belgien trainiert, will außerdem im Halbmarathon eine starke Zeit laufen und die Marke von 1:09:30 Stunden unterbieten.
Fast hätten wir darüber vergessen, sie nach ihren Eindrücken zu fragen. «Eigentlich ist es komisch. Es fühlt sich an, als hätte ich es noch gar nicht realisiert. Aber wenn ich sie sehe, meine Mutter, dann werde ich es begreifen. Ich möchte das einfach mit ihr genießen». Der Sonntagnachmittag dürfte jedenfalls alles andere als ruhig verlaufen sein.
Mit 26 Jahren erklimmt Margaux Sieracki weiter die nächsten Stufen. Von 1500 Metern bis zum Marathon hat die aus Croix stammende Athletin aus Nordfrankreich ihren Status als Spitzenläuferin der französischen Leichtathletik bestätigt. Nach ihrer Glanzzeit in Amsterdam sollte man ihre künftigen Ergebnisse über die Königsdistanz genau im Auge behalten. Sehr genau.