Mizuno Hyperwarp 96: der neue Superschuh wiegt nur 96 Gramm
Veröffentlicht am Fr., 25. September 2026
Aktualisiert am Fr., 25. September 2026
Mizuno präsentiert seine neue Waffe für Marathon und Hochleistungssport: den Hyperwarp 96. Mit gerade einmal 96 Gramm ist er laut Hersteller der leichteste Wettkampfschuh auf dem Markt. Schon die ersten veröffentlichten Bilder sehen spektakulär aus. 3D-Karbonplatte, Mizuno-Enerzy-XP+-Superfoam, eine Schnürung ohne klassische Schnürsenkel: Dieses Modell richtet sich klar an anspruchsvollste Läufer, die nach maximaler Performance suchen. Leisten können ihn sich allerdings nicht alle. Mizuno bringt weltweit nur 696 Paar direkt über die eigene Website auf den Markt. Verkaufsstart ist der 4. Dezember, der Preis soll bei rund 500 Euro liegen. Damit steht der Hyperwarp 96 direkt neben dem adidas Adios Pro Evo 3 in dem noch sehr kleinen Kreis der Superschuhe für 500 Euro. Beginnt eine neue Ära der Superschuhe?
96 Gramm auf der Waage und eine klare Ansage
Mizuno ist drauf und dran, sich im Feld der Karbonschuhe einen festen Platz zu sichern. Die japanische Marke nutzt ihren Stand beim Marathon von Berlin, dessen Start an diesem Sonntag erfolgt, um der Öffentlichkeit ihr neues technisches Meisterstück vorzustellen: den Hyperwarp 96. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit einiger Zeit liefern sich die Marken einen erbitterten Wettlauf um jedes eingesparte Gramm bei ihren Wettkampfmodellen. Mit dem Hyperwarp 96, so Mizuno, hat die Marke ihren leichtesten Schuh aller Zeiten entwickelt. Bei Marathons gehen wir sogar noch einen Schritt weiter: Er ist der leichteste Schuh auf dem gesamten Markt. Mit seinen 96 Gramm stellt er den adidas Adios Pro Evo 3 mit 97 Gramm in den Schatten. Diesen Schuh trug Sabastian Sawe beim ersten offiziellen Marathon unter zwei Stunden, als er in London 1:59:30 lief. Beide Gewichte beziehen sich laut Hersteller auf eine vergleichbare Größe: 27 cm bei Mizuno und UK 8,5 bei adidas, also in beiden Fällen US 9. Der Vergleich ist daher durchaus belastbar. Mizuno bleibt bei dieser Angabe dennoch vorsichtig und weist darauf hin, dass es sich um einen Näherungswert handelt.
Für Mizuno ist auch der Abstand zum restlichen Karbonportfolio bemerkenswert. Anfang des Jahres hatte die Marke ihr gesamtes Wettkampfangebot mit der Hyperwarp-Reihe neu aufgestellt. Pure, Elite und Pro kamen bei den Läufern sehr gut an. Bislang war der Pure mit 137 Gramm das leichteste Modell des Trios. Der Hyperwarp 96 unterbietet ihn noch einmal um 41 Gramm. Die Botschaft ist unmissverständlich: Mizuno will jetzt in der ersten Liga mitspielen. Dieses Modell bringt alles mit, um die Branche aufzumischen und nach den verrücktesten Rekorden zu greifen.
Enerzy XP+: ein Superfoam nur für dieses Modell
Alles beginnt bei der Zwischensohle. Für den Hyperwarp 96 hat Mizuno einen völlig neuen Schaum entwickelt: Mizuno Enerzy XP+. Die präzise ausgearbeitete Konstruktion soll, ganz im Sinne der japanischen Marke, die richtige Balance zwischen geringem Gewicht und Energierückgabe finden. Das Ziel: effizienten Vortrieb bei jedem Schritt und ein minimales Gewicht.
Genau hier wird das Datenblatt interessant. Der 96 Gramm leichte Schuh bringt immerhin 39 mm Schaum unter der Ferse und 36 mm im Vorfuß mit. Damit liegt er sogar über dem Pure, obwohl dieser 41 Gramm schwerer ist. Nicht schlecht.
Smooth Speed Plate: eine steife Karbonplatte, aber nicht zu steif
Unter dem Fuß sitzt eine durchgehende 3D-Karbonplatte namens Smooth Speed Plate. Sie soll dem Schuh Steifigkeit und Struktur verleihen. Mizuno spricht von einem „optimalen“ Steifigkeitsgrad, der einen flüssigen Übergang vom Aufsetzen bis zum Abdruck ermöglichen soll.
Das passt genau zur Philosophie Technical Simplicity, der japanischen Ingenieurskunst der Marke. Mit dem Hyperwarp 96 will Mizuno einen Schuh anbieten, der die natürliche Bewegung des Fußes unterstützt, statt den Laufstil vorzugeben. Auch die Geometrie mit einem sehr geringen Drop von 3 mm weist in diese Richtung. Auf dem Papier verspricht das einen effizienteren und schnelleren Schritt.
Dual Skin: ein sockenähnliches Obermaterial ohne Schnürsenkel
Um unter 100 Gramm zu kommen, hat Mizuno vor allem am Obermaterial angesetzt. Optisch hat die japanische Marke bisher nichts Vergleichbares im Programm. Das Dual-Skin-Obermaterial basiert auf einem 3D-Vlies, dessen Dichte rund um den Fuß variiert. Kurz gesagt: Im unteren Bereich sorgen zwei Dichten für Halt, oben kommt nur eine zum Einsatz. Und die Schnürsenkel? Die gibt es schlicht nicht. Das Ergebnis ist ein sehr eng anliegender, sockenähnlicher Schuh, der präzisen Halt bieten soll. Der bequemste Schuh auf dem Markt wird das sicher nicht. Hier zählen, wie bereits klar geworden sein dürfte, geringes Gewicht und maximale Performance-Optimierung. Optisch ist das Konzept jedenfalls ausgesprochen innovativ, auch wenn beim Blick auf das Modell unweigerlich Erinnerungen an den On LightSpray Cloudboom Strike 2 wach werden.
Die wichtigsten Infos zum Mizuno Hyperwarp 96
Kategorie: Karbon-Wettkampfschuh (Superschuh)
Einsatz: Straßenwettkämpfe von 5 km bis Marathon
Niveau: erfahrene Läufer
Gewicht: 96 g bei 27 cm (US 9)
Sohlenhöhe: 39 mm an der Ferse, 36 mm im Vorfuß
Drop: 3 mm
Schaum: Mizuno Enerzy XP+ (Neuentwicklung)
Platte: Smooth Speed Plate, durchgehende 3D-Karbonplatte
Obermaterial: Dual Skin, 3D-Vlies mit variabler Dichte, ohne Schnürsenkel
Limitierte Auflage: 696 nummerierte Paar
Preis: rund 500 Euro (angekündigter Preis)
Verfügbarkeit: 4. Dezember 2026, ausschließlich auf mizuno.com
696 Paar, 500 Euro und kein einziges mehr
Reden wir über den Preis. Der Hyperwarp 96 soll rund 500 Euro kosten. Das entspricht dem Preis des Adios Pro Evo 3 und liegt etwa 200 Euro über dem Hyperwarp Pure. Eine schnelle Rechnung: Für jedes eingesparte Gramm zahlt man fast 5 Euro. Damit verlässt der Schuh klar den Rahmen klassischer Superschuhe, die meist zwischen 250 und 300 Euro kosten. Manche sprechen bereits von einer neuen Schuhkategorie, den Hypershoes. Fest steht: Einiges deutet darauf hin, dass die Marken dieses Segment künftig stärker ins Visier nehmen werden. Die Optimierung des Schuhs ist schließlich ein entscheidender Faktor für die Marathonperformance.
Auch bei der Kaufentscheidung muss man schnell sein. Mizuno produziert weltweit nur 696 Paar, jedes mit einer eigenen Seriennummer und einer speziellen Editionsbox. Der Verkauf startet am 4. Dezember exklusiv auf mizuno.com. Also: 500 Euro für einen Schuh, den man nur bei einigen wenigen Rennen einsetzen wird. Lohnt sich das? Für die große Mehrheit der Läufer sicher nicht. Für Läufer auf der Jagd nach der maximalen Performance und für Schuh-Enthusiasten stellt sich diese Frage vielleicht gar nicht erst ...
Für wen ist der Hyperwarp 96 gedacht?
Läufer auf der Jagd nach maximaler Performance von 5 km bis Marathon
Läufer, die Fans des Hyperwarp Pure oder Hyperwarp Elite sind
Läufer, die einen ultraleichten Superschuh mit natürlichem Abrollverhalten suchen
Mit dem neuen Hyperwarp 96 ist Mizunos Racing-Reihe noch umfassender aufgestellt. Die japanische Marke positioniert das Modell klar für anspruchsvollste Läufer, die vom 5-km-Lauf bis zum Marathon nach der Bestzeit suchen. Wer bereits mit dem Hyperwarp Pure oder Hyperwarp Elite liebäugelt, wird den neuen Schuh ausprobieren wollen. Hobbyläufer, die mehr Stabilität und eine klassischere Plattform benötigen, greifen dagegen wahrscheinlich zu einem anderen Modell wie dem Hyperwarp Pro.
Vor allem ein technologisches Schaufenster
Der Hyperwarp 96 ist ein wenig wie Mizunos Formel 1. Nur sehr wenige werden ihn fahren, aber alle profitieren von den Entwicklungen, die er ermöglicht. Der Launch wird außerdem das Performance-Image der Marke stärken. Mizuno kann die Rückmeldungen aus der Praxis nutzen, um daraus zu lernen und künftige Hyperwarp-Modelle weiter zu verfeinern. Vielleicht findet sich das Dual-Skin-Obermaterial irgendwann auch an einem erschwinglicheren Modell. Fragen bleiben dennoch bei Haltbarkeit und Stabilität für Hobbyläufer, vor allem am Ende eines Marathons, wenn der Laufstil allmählich zerfällt. Vorerst setzt die japanische Marke mit diesem Schuh ein starkes Signal. Bislang waren in Sachen Leichtgewicht der ASICS METASPEED RAY mit 129 Gramm und natürlich der adidas Adios Pro Evo 3 mit 97 Gramm die Maßstäbe. Mit 96 Gramm begnügt sich Mizuno nun nicht mehr damit, adidas, Nike oder ASICS zu folgen, sondern setzt im Superschuh-Segment klar eigene Standards.
Diese Woche hatte in Sachen Karbonschuhe einiges zu bieten. Nach dem Nike Alphafly 4 und dem adidas Adios Pro 5 präsentiert nun auch Mizuno seine neue Marathon-Waffe. Mit dem Hyperwarp 96 hatten wohl die wenigsten gerechnet. Und doch dürfte das Modell bei seinem Erscheinen für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Mit nur 96 Gramm richtet sich dieser radikale Schuh mit natürlichem Laufgefühl vor allem an erfahrene Läufer. Mizuno steht damit eindeutig im Rampenlicht. Jetzt muss der Hyperwarp 96 nur noch zeigen, was er auf der Straße kann. Wir sehen uns am 4. Dezember ... sofern das Budget reicht.
Die gesamte Mizuno-Hyperwarp-Reihe gibt es auf mizuno.com.