Sie haben die Stadien der Welt zum Beben gebracht, jetzt tauschen einige ehemalige Fußballgrößen ihre Stollenschuhe gegen Laufschuhe. Vom New York City Marathon bis zu Ultratrails beweisen die Ex-Stars, dass der Wettkampf-Adrenalinkick niemals verschwindet.
Fußball ist ein Sport der Explosivität, der wiederholten Sprints und ständiger Tempowechsel. Laufen, vor allem über lange Distanzen, verlangt dagegen eine gleichmäßigere Einteilung der Kräfte und mentale Stärke. Trotzdem haben sich unsere Fußballfreunde dieser Herausforderung mit Bravour gestellt. Dass diese ehemaligen Fußballstars sich im Laufsport neu erfinden, verdanken sie unerbittlicher Disziplin und einer grenzenlosen Leidenschaft für neue Herausforderungen. Ihre zweite Sportkarriere inspiriert zahlreiche Aktive und zeigt, dass man sich auch nach dem Ende einer Profikarriere weiter steigern kann.
Ob aus persönlichem Ehrgeiz, für den guten Zweck oder einfach aus Freude am Laufen: Die Härtesten wagen sich an die anspruchsvolle Welt der Marathons und anderer Ausdauerprüfungen. So auch Robert Pirès, Weltmeister von 1998. Mit 50 Jahren nahm sich die Arsenal-Legende vor, beim Marathon pour tous im Rahmen der Olympischen Spiele in Paris an den Start zu gehen. Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, wie sehr der gebürtige Rémois Auslaufen und andere Laufaktivitäten hasste. Anders als Tamirat Tola, der Äthiopier und Olympiasieger über 42,195 Kilometer, darf Pirès stolz auf seine Marathonzeit von 5:10:09 Stunden sein. Ehrenwert.
Von der Intensität des Spielfelds zur einsamen Ausdauerleistung
Auch mehrere andere Fußballgrößen haben den Wechsel vom Fußball zum Laufen mit Bravour gemeistert. Einige ehemalige Profis zeigen, dass der Wunsch, über sich hinauszuwachsen, niemals erlischt. Ein Beispiel ist Toni Kroos, der ehemalige Mittelfeldspieler von Real Madrid und nach dem Ende seiner Karriere seine Leidenschaft für lange Distanzen entdeckt hat. Claude Makélélé, unermüdlicher Balljäger der französischen Nationalmannschaft und des FC Chelsea, stellte sich dagegen dem Marathon de Paris und sammelte dabei für einen guten Zweck. Kaka, Weltfußballer des Jahres 2007, lief im September 2022 in Berlin seinen ersten Marathon. Der Brasilianer, der unter anderem für Real Madrid und den AC Mailand spielte, absolvierte die 42,195 Kilometer in 3:38:06 Stunden.
Andere gingen die Herausforderung noch offensiver an, etwa Gabriel Batistuta. Der ehemalige argentinische Torjäger überraschte alle mit seiner Teilnahme an Trailläufen in freier Natur. Seine Ausdauer und mentale Stärke, geschult auf den Plätzen der Serie A, der höchsten italienischen Spielklasse, halfen ihm bei der Bewältigung extremer Läufe. Und das, obwohl sich „Batigol“ nach den Duellen mit den besten Abwehrreihen der Welt angeblich sogar die Beine amputieren lassen wollte … Noch beeindruckender: David Beckham wurde beim Training für Langstreckenrennen gesichtet und bewies damit einmal mehr, dass der Adrenalinkick des Wettkampfs niemals wirklich verschwindet
Wenn die Legenden zu laufen beginnen
Dass diese ehemaligen Fußballer sich an die neue Disziplin anpassen konnten, liegt auch an ihrer Disziplin und ihrer Liebe zur Herausforderung. Der Wechsel zum Laufsport inspiriert zahlreiche Fans und zeigt, dass körperliche Anstrengung auch nach einer Karriere auf höchstem Niveau möglich bleibt. Ob aus Freude, für eine Bestzeit oder für einen guten Zweck: Diese ehemaligen Größen zeigen, dass man auch auf einem völlig anderen Terrain glänzen kann. Eines der markantesten Beispiele ist Tomasz Kuszczak, der ehemalige Torhüter von Manchester United, der nach seiner Karriere mehrere Halbmarathons beendete. Auch Kevin Kilbane, ehemaliger irischer Nationalspieler, schlüpfte in die Laufschuhe und absolvierte den London Marathon in 3:14:44 Stunden, um Spenden für gemeinnützige Organisationen zu sammeln.
👏 | Der ehemalige Profifußballer Arjen Robben stellt beim @MarathonRdam eine Topzeit auf und bleibt auf der Coolsingel unter drei Stunden! #demooiste #marathonrotterdam pic.twitter.com/EtJcvyJURh
— Rijnmond Sport (@RijnmondSport) 16. April 2023
Auch andere große Stars im Ruhestand haben Gefallen am Laufen gefunden. Alan Shearer, legendärer englischer Torjäger, nahm an Läufen für den guten Zweck teil und bewies damit, dass der Wettkampfgeist niemals verschwindet. Didier Drogba wurde ebenfalls mehrfach dabei gesichtet, wie er Kilometer sammelte. Eine mögliche Marathonteilnahme in der Zukunft bleibt damit im Raum. Zuletzt versuchte Arjen Robben, der seine Fußballschuhe im Juli 2021 an den Nagel hängte, sich fit zu halten. Der 39-jährige ehemalige niederländische Nationalspieler nahm im vergangenen April am Marathon de Rotterdam teil und lief eine herausragende Zeit. Der frühere Flügelspieler des FC Bayern München überquerte die Ziellinie nach 2:58:33 Stunden, mit einem Schnitt von 4:23 Minuten pro Kilometer. Vor allem aber verbesserte der Niederländer seine Zeit im Vergleich zum Vorjahr um fast eine Viertelstunde. Damals hatte er die 42,195 Kilometer in 3:13:57 Stunden bewältigt. Beeindruckend.
Die Vorteile des Laufens für Fußballer
Für diese Fußballstars bietet das Laufen zahlreiche Vorteile. Es hilft, die optimale körperliche Verfassung zu erhalten, die Ausdauer zu verbessern und die mentale Stärke zu festigen. Außerdem bieten Marathons und Straßenläufe die Möglichkeit, neue Landschaften zu entdecken und besondere Erfahrungen zu sammeln. Solche Wettkämpfe eignen sich zudem ideal, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln und den sportlichen Leistungen eine philanthropische Dimension zu geben.
Mit ihren Teilnahmen an Marathons und verschiedensten anderen Läufen zeigen diese Champions, dass Wettkampfgeist und der Wille, über sich hinauszuwachsen, keine Grenzen kennen. Ihre beeindruckenden Wege beweisen, dass man sich immer wieder neu erfinden und sich neuen Herausforderungen stellen kann, selbst nach einer außergewöhnlichen Karriere auf den schönsten Fußballplätzen der Welt.
Mit ihrem Einstieg in den Laufsport beweisen diese ehemaligen Fußballer eindrucksvoll, dass Sport weit über das Spielfeld hinaus ein Lebensstil bleibt. Ob für den guten Zweck, aus Ehrgeiz oder einfach aus Freude: Sie inspirieren Tausende Fans, mit dem Laufen zu beginnen. Wird CR7 nach seinem legendären Sprint auf dem Fußballplatz eines Tages auch an der Startlinie des New York City Marathons stehen?
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