London-Marathon 2026 bringt die größten Namen der Szene an die Startlinie

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

London-Marathon 2026 bringt die größten Namen der Szene an die Startlinie
© London Marathon Events

Nach einer denkwürdigen Ausgabe 2025 kündigt sich der London-Marathon 2026 als monumentales Rennen an. Im vergangenen Jahr brachte London bereits mehrere Generationen von Marathonlegenden zu einem seltenen Duell der Stile und Epochen zusammen. 2026 legt die Organisation noch einmal nach. Die Elitefelder der Männer und Frauen versammeln das Beste, was die Laufwelt zu bieten hat: Sabastian Sawe, Joshua Cheptegei, Tamirat Tola, Jacob Kiplimo, Yomif Kejelcha, Tigst Assefa, Sifan Hassan, Joyciline Jepkosgei, Peres Jepchirchir, Hellen Obiri und viele mehr. Die Liste ist lang und bestätigt, was längst klar ist: London ist der prestigeträchtigste Marathon der Welt für die Elite. Hier wollen die Größten dabei sein, Leistung zeigen und gewinnen. Die Show dürfte gewaltig werden.

London ist die perfekte Bühne für die Legenden des Weltmarathons

Jahr für Jahr bestätigt der London-Marathon seinen besonderen Status in der internationalen Laufszene. London ist dafür bekannt, außergewöhnliche Elitefelder zusammenzubringen. Dafür sorgen unter anderem die schnelle Strecke, die einzigartige Atmosphäre und eines der attraktivsten Antrittsgeldsysteme im internationalen Rennzirkus. Das Ergebnis: Die besten Marathonläufer der Welt wollen dabei sein. Die Ausgabe 2025 schrieb bereits Geschichte und bot eines der stärksten Starterfelder, die je zu sehen waren. Eliud Kipchoge, Sabastian Sawe, Jacob Kiplimo und Tamirat Tola waren am Start. Bei den Frauen war das Spektakel nicht weniger monumental: Tigst Assefa stellte im reinen Frauenrennen einen Weltrekord auf, vor Joyciline Jepkosgei und Sifan Hassan.

Seit 2006 gehört London als Gründungsmitglied zu den World Marathon Majors und ist eine der Säulen dieses exklusiven Zirkels. Der Marathon setzt Trends, bricht alle Popularitätsrekorde, mit mehr als einer Million Anmeldungen für die Ausgabe 2026, und lässt Millionen Hobbyläufer träumen. Die legendäre Passage über die Tower Bridge, das Ziel vor dem Buckingham Palace und vor allem das enorme Prestige eines Sieges in London machen das Rennen zu einem ganz besonderen Ziel. Kein Zufall, dass London zu den Lieblingsrennen von Kipchoge zählt, dem wahren König der britischen Hauptstadt mit vier Siegen. Der Veranstalter London Marathon Events hat nun die Elitefelder für 2026 bekannt gegeben. Das Rennen kündigt sich schon jetzt als legendär an.

© TCS London Marathon

Ein außergewöhnliches Frauenfeld zwischen Rekorden, Rivalität und Revanche

Bei den Frauen sind die Rollen klar verteilt: Die Titelverteidigerin Tigst Assefa (2:11:53), Weltrekordlerin im reinen Frauenrennen, kehrt zurück, um ihren Titel zu verteidigen. Seit ihrem Durchbruch auf der großen Marathonbühne 2022 beeindruckt die Äthiopierin mit ihrer Konstanz. Bei ihren fünf Majors kam sie nie schlechter als auf Platz zwei ins Ziel. Ihre wenigen Niederlagen haben allerdings einen gemeinsamen Nenner: zwei klar identifizierte Rivalinnen. Peres Jepchirchir (2:14:43) schlug sie 2024 in London im Sprint und anschließend bei der WM 2025 in Tokio. Sifan Hassan (2:13:44) setzte sich beim olympischen Marathon von Paris 2024 in einem legendären Finale gegen sie durch.

Zum ersten Mal seit diesen Spielen stehen Assefa, Hassan und Jepchirchir wieder gemeinsam an der Startlinie. Das verspricht ein taktisches, mentales und körperliches Duell auf höchstem Niveau. Neben diesem außergewöhnlichen Trio begrüßt London 2026 auch Joyciline Jepkosgei (2:14:00), die 2025 in Valencia eine unglaubliche Zeit von 2:14 lief, sowie Hellen Obiri (2:17:41), zweifache Siegerin in New York und Boston, Olympiamedaillengewinnerin und unnachgiebige Wettkämpferin. Dieses dichte, erfahrene Feld verspricht ein taktisches Rennen auf höchstem Niveau, in dem die Fähigkeit zur späten Tempoverschärfung den Unterschied machen dürfte. Dazu kommt eine starke britische Gruppe mit unter anderem Charlotte Purdue, Rose Harvey und Eilish McColgan. Damit wird das Frauenrennen zu einem echten Gipfeltreffen des Weltmarathons.

London versammelt die Weltelite des Männer-Marathons

Bei den Männern kehrt Titelverteidiger Sabastian Sawe mit einem klaren Ziel zurück: Er will seinen Status als Nummer eins des Marathonlaufs bestätigen. Sein Sieg 2025 war ein Wendepunkt. London ist nicht mehr nur die Bühne für Legenden, sondern auch der Prüfstein für eine neue Generation, die auf einer anspruchsvollen Strecke extrem schnell laufen kann. Mit gerade einmal 30 Jahren hat Sawe bereits bewiesen, dass er zu den Besten der Disziplin gehört. Die Bilanz ist schlicht: drei prestigeträchtige Marathons, drei Siege. Nach seinem fulminanten Debüt in Valencia 2024, bei dem er mit 2:02:05 seine Bestzeit aufstellte, gewann er im vergangenen Jahr in London und Berlin. Manche trauen ihm sogar zu, bei einem offiziellen Rennen die Zwei-Stunden-Marke zu knacken.

Ihm stellt sich eine außergewöhnliche Konkurrenz entgegen:
Jacob Kiplimo (2:02:23), Halbmarathon-Weltrekordler (56:42)
Joshua Cheptegei (2:04:52), Olympiasieger über 10.000 m und Weltrekordler über 5.000 m (12:35) und 10.000 m (26:11)
Tamirat Tola (2:03:39), Olympiasieger im Marathon
Amos Kipruto (2:03:13), Sieger in London 2022
Deresa Geleta (2:02:38), der neuntschnellste Mann der Geschichte (2:02:38)

Dazu kommen mit Yomif Kejelcha und weiteren Läufern mit Spannung erwartete Debüts über die Distanz. Die Dichte im Feld könnte das Rennen schon ab der Halbmarathonmarke in einen Zermürbungskampf verwandeln. Mit diesem Elitefeld bleibt London seiner DNA treu: Hier geht es nicht nur um eine schnelle Zeit, sondern vor allem um einen prestigeträchtigen Sieg, oft nach einem kompromisslosen Rennen, das niemandem etwas schenkt.

Emile Cairess träumt vom britischen Rekord

Über London zu sprechen, ohne die britischen Ambitionen zu erwähnen, ist unmöglich. Die heimischen Fans werden ihren Blick auf Emile Cairess (2:06:46) richten, dessen rasante Entwicklung ihn inzwischen zu einer internationalen Größe gemacht hat. Sein Ziel ist klar: Er will den britischen Rekord angreifen und sich dauerhaft in das Erbe von Sir Mo Farah (2:05:11) einreihen. Auch Philip Sesemann (2:07:10), Mahamed Mahamed (2:07:05), Charlotte Purdue (2:22:17) und Patrick Dever (2:08:58) werden um starke Zeiten kämpfen.

In einem Rennen, dessen Atmosphäre über sich hinauswachsen lassen kann, werden Cairess, Purdue, McColgan und ihre Landsleute von der Unterstützung des Publikums profitieren. In London ist die Menge so dicht und laut wie kaum anderswo. Für Cairess, der das ganze Jahr über in Kenia trainiert, wird der Heimvorteil weit mehr als eine Nebensache sein.

Hassan Chahdi und Fadouwa Ledhem haben große Ziele

Aus französischer Sicht tragen Hassan Chahdi und Fadouwa Ledhem die Hoffnungen ihres Landes in einem Weltklassefeld. London ist ein Härtetest gegen die internationale Elite, aber auch die seltene Gelegenheit, sich auf der Bühne eines World Major mit den Besten zu messen. Chahdi kennt diese Bühne. 2023 belegte er beim Boston-Marathon einen starken achten Platz, direkt hinter … Eliud Kipchoge. London ist ein Rennen, mit dem er bestens vertraut ist: 2024 war er bereits in die britische Hauptstadt gereist, um den französischen Rekord anzugreifen und sich für die Olympischen Spiele in Paris zu qualifizieren. Diesmal geht er deutlich besser vorbereitet an den Start und will seine dort aufgestellte Bestzeit von 2:07:30 verbessern. Auch Fadouwa Ledhem wird versuchen, ihre Bestzeit über die Marathondistanz (2:25:50) zu drücken.

Wie meldet man sich für den London-Marathon an und ergattert den begehrten Startplatz? In diesem Artikel erklären wir alles.© TCS London Marathon

Jahr für Jahr setzt sich der London-Marathon bei den Elitefeldern als Maßstab durch. Während andere Rennen mit purer Geschwindigkeit oder Rekorden glänzen, versteht sich London darauf, die größten Namen zusammenzubringen, unvergessliche Rennverläufe zu schaffen und Geschichte live zu schreiben. Die Ausgabe 2026 wird da keine Ausnahme machen. Alles deutet auf einen der größten Marathons des Jahres hin, vielleicht sogar auf einen der größten des Jahrzehnts. Sicher ist: Am Sonntag, dem 26. April, wird die Laufwelt nach London schauen.

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