London-Marathon 2026: Die wichtigsten Zahlen zum größten Marathon der Welt

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

London-Marathon 2026: Die wichtigsten Zahlen zum größten Marathon der Welt
© London Marathon Events

Der London-Marathon nimmt in der Laufwelt seit jeher eine Sonderstellung ein. Ein legendäres Rennen, fester Bestandteil der World Marathon Majors, das an einem Tag die besten Marathonläufer der Welt, Zehntausende Hobbyläufer, kostümierte Teilnehmer, Athleten mit Behinderung und eine riesige Welle solidarischer Läufer zusammenbringt, die für eine Herzensangelegenheit an den Start gehen. In London ist der Marathon weit mehr als ein Sportereignis. Es ist ein gigantisches Volksfest, ein Tag, an dem die ganze Stadt im Rhythmus der 42,195 Kilometer zu leben scheint. Und die 46. Ausgabe markierte vermutlich einen Wendepunkt in der Geschichte des Rennens. London ist mit 59.830 Finishern wieder der größte Marathon der Welt, stellte neue Spendenrekorde für gemeinnützige Organisationen auf und katapultierte die Disziplin vor allem in eine neue Dimension: Erstmals liefen zwei Männer die Marathondistanz unter zwei Stunden, dazu stellte Tigst Assefa einen neuen Weltrekord auf. Ja, der London-Marathon 2026 wird als historische Ausgabe in Erinnerung bleiben.

1:59:30: Die Zeit, die wir alle einmal sehen wollten

Jetzt ist es offiziell: Sabastian Sawe ist der erste Mann der Geschichte, der einen offiziellen Marathon unter zwei Stunden läuft. Eine atemberaubende Leistung, die er in London unter Idealbedingungen ablieferte. Der Kenianer pulverisierte den bisherigen Weltrekord von Kelvin Kiptum (2:00:35) mit einer Zeit von 1:59:30. Das entspricht einem Schnitt von … 2:50 min/km über 42,195 Kilometer. Eine übermenschliche Geschwindigkeit, wenn man bedenkt, dass dieses Tempo zwei Stunden lang gehalten werden muss. Das Beeindruckendste? Sawe wirkte zu keinem Zeitpunkt angestrengt. Je länger das Rennen dauerte, desto mehr hatte man den Eindruck, dass er noch zulegte. Bei seinem vierten Marathon dominierte er die Königsdisziplin geradezu.

Die Details von Sabastians Marathonvorbereitung für 1:59:30 beim London-Marathon© Andrew Baker / London Marathon Events

59:01: Eine völlig verrückte zweite Halbmarathonhälfte

Oft liegt darin der Schlüssel zu großen Marathonleistungen: die zweite Hälfte schneller zu laufen als die erste. Der berühmte negative Split. Doch was Sawe ablieferte, sprengt jede Vorstellungskraft. Bei Halbmarathonmarke passierte er nach 1:00:29 und absolvierte die zweite Rennhälfte in 59:01. Ein monströser negativer Split im Marathon. Und nicht in irgendeinem Marathon: London ist mit mehreren Tempowechseln und einigen Kurven ein anspruchsvoller Kurs. Vor allem bietet die erste Hälfte zahlreiche abschüssige Passagen und ist dadurch leichter zu laufen als die zweite. Sawe setzte seinen Plan perfekt um. In der ersten Hälfte geduldig und immer gut positioniert, zog er im entscheidenden Moment chirurgisch präzise an. Eine Demonstration vollkommener Kontrolle.

27:36 Minuten zwischen Kilometer 30 und 40

Wahrscheinlich fiel hier die Entscheidung. Zwischen Kilometer 30 und 40 lief Sabastian Sawe einen Zehner in 27:36 Minuten. Ja, auf dem schwierigsten Abschnitt eines Marathons, dort, wo die Beine normalerweise langsam nachlassen. Auf diesem Teilstück war er im Schnitt mit 2:46 min/km unterwegs. Unfassbar. Zu diesem Zeitpunkt lag Yomif Kejelcha noch direkt hinter ihm, Jacob Kiplimo hatte leicht den Anschluss verloren. Noch verrückter: Die letzten 2,195 Kilometer lief Sawe in einem Schnitt von knapp 2:40 min/km. Getragen vom Adrenalin, von der Unterstützung der Zuschauer und von seinem großen Traum, der im Ziel auf ihn wartete.

1:59:41: Yomif Kejelchas Marathon-Debüt

Schon ein einziger Mann unter zwei Stunden hätte die Geschichte dieses Rennens gewaltig gemacht. Doch dass Yomif Kejelcha diese Schallmauer bei seinem allerersten Marathon ebenfalls durchbrach, ist beinahe noch beeindruckender. Ja, der Äthiopier kam 11 Sekunden hinter Sawe ins Ziel, doch 1:59:41 bei seinem ersten Auftritt über die Königsdistanz sind schlichtweg überirdisch. Nachdem er Sawe fast das gesamte Rennen über gefolgt war, legte der ehemalige Bahnläufer und frühere Halbmarathon-Weltrekordler ein völlig außergewöhnliches Debüt hin. Und dann gibt es noch dieses völlig verrückte Detail: Er ist der einzige Marathonläufer der Geschichte, der noch nie einen Marathon über zwei Stunden gelaufen ist. Stark.

Drei Männer unter dem alten Weltrekord

Als wäre das noch nicht genug, Jacob Kiplimo komplettierte das Podium in 2:00:28. Auch er blieb damit unter Kelvin Kiptums altem Weltrekord. Drei Männer liefen also am selben Tag schneller als der bisherige Weltrekord. Historisch. Das ugandische Ausnahmephänomen bestätigte damit seine außergewöhnliche Anpassung an den Marathon, nachdem er vor wenigen Monaten den Crosslauf-Weltmeistertitel gewonnen und 2025 in Chicago triumphiert hatte. Auch er lief das Rennen mit einem perfekten negativen Split und passierte die Halbmarathonmarke nach 1:00:29.

2:15:41: Tigst Assefa verbessert den Weltrekord erneut

Auch bei den Frauen bot London ein historisches Schauspiel. Tigst Assefa gewann das Rennen in 2:15:41 und verbesserte ihren eigenen Weltrekord in einem reinen Frauenrennen um neun Sekunden. Ohne männliche Tempomacher und ohne männliche Konkurrenzgruppe um die Spitzenläuferinnen wird es mental deutlich schwieriger, ein derart hohes Tempo zu halten. Lange Seite an Seite mit Hellen Obiri und Joyciline Jepkosgei, spielte Assefa auf den letzten Kilometern schließlich ihre Geschwindigkeit aus und setzte sich durch. Das Ergebnis: Zum ersten Mal in der Geschichte blieben bei einem Marathon drei Frauen unter 2:16 Stunden.

Die wichtigsten Zahlen zum London-Marathon 2026: 59.830 Finisher, zwei Männer unter zwei Stunden, Frauen-Weltrekord und eine historische Ausgabe für den Laufsport.© London Marathon Events

59.830 Finisher: London ist wieder der größte Marathon der Welt

Der London-Marathon 2026 schrieb nicht nur im Elitefeld Geschichte. Er ist auch offiziell wieder der größte Marathon der Welt. 59.830 Läufer überquerten auf The Mall die Ziellinie. Ein neuer Weltrekord bei den Finishern, durch den sich London die Krone von New York zurückholt (59.226 Finisher im Jahr 2025). Am Start waren 60.512 Läufer, die Ausfallquote lag damit bei lediglich 1,13 %. Was London ebenfalls so besonders macht, ist seine einzigartige Mischung aus Volksfest und Charity-Event. Tausende Läufer gehen hier für eine Sache, eine Organisation oder ihren persönlichen Traum an den Start, getragen von einer völlig verrückten Atmosphäre.

1,1 Millionen Bewerbungen um einen Startplatz

Wie überall im Laufsport nimmt die Begeisterung völlig irrwitzige Ausmaße an. Für die Ausgabe 2026 verzeichnete der London-Marathon mehr als 1,1 Millionen Bewerbungen um einen Startplatz. Das ist beinahe doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren. Um der Nachfrage gerecht zu werden, verhandelt der Veranstalter derzeit mit den beteiligten Partnern über einen Marathon an zwei Tagen im Jahr 2027, mit einem Rennen am Samstag und einem weiteren am Sonntag.

32 % internationale Teilnehmer

Der London-Marathon zieht die ganze Welt an. 32 % der Finisher kamen aus dem Ausland. Nach den Briten (40.485 Finisher) waren folgende Nationen am stärksten vertreten: USA (4.547 Finisher), Irland (1.287), Frankreich (903), Italien (868).

44 % Frauen im Feld

Der Frauenanteil im Marathon wächst weiter. 44 % der Teilnehmer waren Frauen, ein ähnlicher Wert wie im Vorjahr, der die große Entwicklung des weltweiten Laufsports bestätigt. London bleibt einer der inklusivsten Marathons der Welt.

1.900 Athleten mit Behinderung

Die Ausgabe 2026 war außerdem die inklusivste in der Geschichte des London-Marathons. Mehr als 1.900 Teilnehmer mit Behinderung waren für den Start gemeldet. Ein weiterer Beleg dafür, dass der Marathon weit über reine Leistung und ein elitäres Image hinausgeht.

88 Jahre: So alt ist der älteste Teilnehmer

Harry Newton ist ein Stammgast beim London-Marathon. Für ihn war es bereits die 22. Teilnahme auf dem Londoner Kurs. Er beweist, dass Bewegung kein Alter kennt und Laufen ein hervorragender Weg ist, gesund zu bleiben. Zwischen ihm und den jüngsten Teilnehmerinnen des Rennens, Molly Bull-Diamond und Khadija Khalfaoui, liegen 70 Jahre. Die beiden warteten nicht lange, bevor sie sich an den Marathon wagten. Eine starke Leistung für die beiden, die bereits noch längere Distanzen ins Visier nehmen wollen.

Die wichtigsten Zahlen zum London-Marathon 2026: 59.830 Finisher, zwei Männer unter zwei Stunden, Frauen-Weltrekord und eine historische Ausgabe für den Laufsport.© London Marathon Events

800.000 Zuschauer an der Strecke

Die Atmosphäre in London bleibt einzigartig. Fast 800.000 Zuschauer säumten die Strecke und feuerten die Läufer vom ersten bis zum letzten an. Zwischen Greenwich, Tower Bridge, Canary Wharf, Big Ben und The Mall vibrierte die ganze Stadt im Rhythmus des Marathons. Ein unvergesslicher Moment für die 59.830 Finisher.

4:36:16: Die durchschnittliche Marathonzeit

Die durchschnittliche Zeit der Finisher lag in diesem Jahr bei 4:36:16: Männer: 4:19:48, Frauen: 4:57:26. Damit waren die Zeiten etwas schneller als im Vorjahr, was vor allem an den idealen Wetterbedingungen lag, aber auch daran, dass die Läufer immer besser trainiert sind.

5,57 % der Finisher unter drei Stunden

Unter drei Stunden zu laufen, bleibt für viele Läufer ein großes Ziel. Beim London-Marathon 2026 schafften 5,57 % der Finisher diese Marke. Glückwunsch!

90 Millionen £ für gemeinnützige Organisationen gesammelt

Der London-Marathon bleibt das wichtigste Charity-Event im Laufsport. Solidarische Läufer sammelten mehr als 90 Millionen Pfund für gemeinnützige Organisationen. Ein neuer Rekord. Auch das macht London so besonders: Hier gibt es Tausende bewegende Geschichten.

Die wichtigsten Zahlen zum London-Marathon 2026: 59.830 Finisher, zwei Männer unter zwei Stunden, Frauen-Weltrekord und eine historische Ausgabe für den Laufsport.© London Marathon Events

38 Guinness-Rekorde gebrochen

Und schließlich ist London auch das Reich der Kostüme und kuriosen Rekorde. Bei dieser Ausgabe 2026 wurden 38 Guinness-Rekorde gebrochen. Läufer absolvierten den Marathon als Fabelwesen, Hubschrauber, menschliche Körperteile oder Züge verkleidet. Denn im Grunde bleibt London der Marathon, bei dem alles möglich scheint. Alle Rekorde gibt es bei Guinness World Records.

An die 46. Ausgabe des London-Marathons werden wir uns noch lange erinnern. Ein Rennen, bei dem alles unwirklich schien: zwei Männer unter zwei Stunden, ein neuer Frauen-Weltrekord, fast 60.000 Finisher und eine ganze Stadt, die sich in eine riesige Feier des Laufsports verwandelte. London hat daran erinnert, warum dieser Marathon einen so besonderen Platz in den Herzen der Läufer einnimmt: Hier treffen historische Leistungen der Elite auf die berührenden Geschichten Tausender Hobbyläufer, Weltrekorde auf persönliche Herausforderungen, und jeder Schritt scheint für etwas Größeres zu stehen als nur eine Zeit.

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