Marathon de Paris 2026: Alles, was du zwei Wochen vor dem Start wissen musst
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Zwei Wochen vor dem Schneider Electric Marathon de Paris steigt die Vorfreude. Die Vorbereitung geht in die Schlussphase, die langen Läufe sind geschafft. Jetzt beginnt das Tapering, und eine andere Art von Stress übernimmt: die Logistik. Startnummernausgabe, PPS, Einlasszeit in den Startblock, Verpflegung, Gepäckaufbewahrung, offizielle App, Anreise … Einen Marathon gut vorzubereiten bedeutet jetzt nicht mehr nur zu laufen, sondern auch vorauszuplanen. In Paris darfst du entspannt bleiben: Die Organisation ist minutiös vorbereitet und darauf ausgelegt, das Erlebnis für Läufer und Zuschauer so reibungslos wie möglich zu machen. Hier kommt der komplette Praxisleitfaden, damit du am 12. April gelassen auf den Champs-Élysées ankommst.
Paris, der drittgrößte Marathon der Welt
Der Marathon de Paris ist ein Rennen für sich. 2025 erreichten 55.499 Läuferinnen und Läufer das Ziel. Damit ist Paris der drittgrößte Marathon der Welt, hinter London und New York. Die Strecke führt durch sieben Arrondissements, vorbei an vielen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Dahinter steht ein gewaltiger organisatorischer Aufwand: 40 Animationspunkte, 32 Tempomacher, 11 Zeitmessstellen und mehrere hundert Helferinnen und Helfer am Renntag.
Die wichtigsten Zahlen zum Marathon de Paris 2026
Knapp 60.000 Teilnehmende
29 % internationale Läuferinnen und Läufer
49 % laufen ihren ersten Marathon
20.700 Frauen am Start (33 % des Feldes)
8.500 Läuferinnen und Läufer für Vereine und Organisationen sammelten 8 Millionen Euro
Das Wochenende: Startnummer, Messe und großer Start
Der erste wichtige Termin ist die Run Experience an der Porte de Versailles. Die Messe findet in Halle 1 des Parc des Expositions statt. Mehr als 150 Aussteller, eine Running Arena, Konferenzen und die Stände der großen Marken warten dort auf die Besucher. Der Eintritt ist kostenlos und allen offen, egal ob Läufer oder nicht.
➜ Parc des Expositions – Porte de Versailles (75015 Paris)
■ Donnerstag, 9. April: 15:00–20:00 Uhr
■ Freitag, 10. April: 10:00–20:00 Uhr
■ Samstag, 11. April: 9:00–18:00 Uhr
➜ Anreise
■ Haltestelle Porte de Versailles: Metro Linie 12 / Straßenbahn T3a und T2
■ Haltestelle Station Porte de Versailles: Buslinien 39, 42 und 49
Hier werden auch die Startnummern ausgegeben. Wichtig: Am Renntag selbst gibt es keine Startnummern. Für die Abholung musst du dein PPS oder deine FFA-Lizenz in deinem timeto-Konto bestätigt haben, den QR-Code deiner Anmeldung und einen Ausweis vorlegen. Prüfe außerdem, ob die von den Helfern ausgegebene Startnummernhülle vier Sicherheitsnadeln enthält. Du brauchst sie, um deine Startnummer zu befestigen. Wenn sich dein Ziel während der Vorbereitung geändert hat, kannst du am Infopoint auf der Messe ausnahmsweise einen Wechsel des Startblocks beantragen. Dafür brauchst du einen offiziellen Leistungsnachweis, der nicht älter als vier Jahre ist. Für den Eliteblock führt der Weg über den Stand SOS Runners.
Das PPS: Auf keinen Fall vergessen
Die große Neuerung 2026 ist wahrscheinlich zugleich der Verwaltungspunkt, der noch für etwas Verwirrung sorgt. Die ärztliche Bescheinigung wird jetzt durch den Pass Prévention Santé ersetzt. Du musst diesen Online-Prozess auf der offiziellen Website der FFA absolvieren, deine Bescheinigung erhalten und anschließend deine PPS-Nummer in deinem timeto-Konto eintragen. Die Angaben müssen exakt mit denen deiner Anmeldung übereinstimmen. Die Nummer muss spätestens sieben Tage vor dem Rennen eingetragen sein. Das ist definitiv kein Detail, das man bis zur letzten Minute aufschieben sollte. Zwei Wochen vor dem Start ist der richtige Zeitpunkt, um zu prüfen, ob alles bestätigt ist.
Die Startblöcke: Wohin musst du wann?
Wie bei allen großen Marathons werden die Läuferinnen und Läufer je nach Zielzeit auf mehrere Wellen verteilt, von 4:30 bis 3:00 Stunden. Dazu kommen eigene Blöcke für den Behindertensport, bevorzugte Startplätze und die Elite. Am Sonntag eröffnen die Rollstuhlfahrer um 7:55 Uhr das Rennen, danach folgen die Elite und die verschiedenen Startblöcke. Die ersten Läufer starten um 8:00 Uhr, die letzte Welle um 11:32 Uhr. Vermeide unnötigen Stress und halte dich genau an die Einlasszeiten deines Startblocks:
Rollstuhlfahrer ► Start um 7:55 Uhr
Männer- und Frauen-Elite ► Start um 8:00 Uhr
Bevorzugte Startplätze ► Einlass um 7:40 Uhr / Start um 8:00 Uhr
3:00 Stunden ► Einlass um 7:43 Uhr / Start um 8:03 Uhr
Behindertensport (FFH) ► Einlass um 7:59 Uhr / Start um 8:19 Uhr
3:15 Stunden ► Einlass um 8:02 Uhr / Start um 8:22 Uhr
3:30 Stunden ► Einlass um 8:24 Uhr / Start um 8:44 Uhr
3:45 Stunden ► Einlass um 9:14 Uhr / Start um 9:34 Uhr
4:00 Stunden ► Einlass um 9:59 Uhr / Start um 10:19 Uhr
4:15 Stunden ► Einlass um 10:50 Uhr / Start um 11:10 Uhr
4:30 Stunden ► Einlass um 11:12 Uhr / Start um 11:32 Uhr
Komm unbedingt früh genug, damit du deine Einlasszeit in den Startblock einhältst. Andernfalls darfst du möglicherweise nicht in der vorgesehenen Welle starten.
Gepäck, Toiletten, persönliche Dinge: Details mit großer Wirkung
Der Start erfolgt auf der Avenue des Champs-Élysées, organisatorisch ist die Sache vor Ort aber etwas komplizierter. Wenn du eine Tasche abgeben möchtest, musst du zunächst zur Gepäckaufbewahrung an der Avenue Foch. Anschließend gelangst du über die Avenue des Champs-Élysées zu deinem Startblock. Am praktischsten sind die Stationen Charles-de-Gaulle Étoile (RER A, Metro 1, 2 und 6), Porte Dauphine (Linie 2) und Franklin Roosevelt (Linien 1 und 9).
Die Gepäckaufbewahrung an der Avenue Foch öffnet bereits um 7:00 Uhr. Die Abgabe ist kostenlos, die Abholung erfolgt nach dem Rennen gegen Vorlage der Startnummer. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass Taschen größer als 45 x 36 x 20 cm nicht angenommen werden.
Auch bei den Toiletten ist das Angebot umfassend: Unisex-Kabinen und Urinale an der Avenue Foch und am Place de l’Étoile, Urinale in den Startblöcken sowie Kabinen in der Nähe jeder Verpflegungsstelle auf der Strecke. Der einfachste Rat ist auch hier der beste: Nimm so wenig persönliche Dinge wie möglich mit und komm vor allem nicht auf den letzten Drücker. Am Start zurückgelassene Kleidung wird eingesammelt und anschließend recycelt oder weitergegeben.
Die Strecke: 42,195 Kilometer durch die schönste Stadt der Welt
Kurz gesagt: Der Marathon de Paris gehört zu den schönsten Marathons der Welt. Der Start liegt auf den Champs-Élysées, das Ziel an der Avenue Foch. Dazwischen warten Concorde, Opéra, Hôtel de Ville, Bastille, der Bois de Vincennes, die Seine-Ufer, der Eiffelturm und der Bois de Boulogne. Nur bei wenigen Marathons bekommt man so viele historische und kulturelle Orte zu sehen. Vorausgesetzt, du hebst den Kopf und hast noch etwas Orientierung übrig …
Die Strecke des Marathon de Paris ist zwar für ihre Schönheit bekannt, aber keineswegs völlig flach. Der Anfang ist günstig, danach wird es welliger, bevor die Strecke in den Bois de Vincennes führt. Vor allem im zweiten Teil können die Passagen an den Seine-Ufern die Beine schwer machen, und der Anstieg zurück Richtung Bois de Boulogne hat es in sich. Erfahre, warum dieser Marathon nicht so schnell ist, wie er aussieht.
Lass dich vom Adrenalin am Start und dem Gefälle auf den Champs-Élysées nicht mitreißen. Paris kann am Anfang leicht wirken. Wie bei den meisten Marathons wird es aber erst nach Kilometer 30 wirklich hart.
✓ Unsere ausführliche Streckenanalyse findest du in unserem eigenen Artikel.
Die Verpflegung: häufiger, aber mit eigenem Trinkgefäß
Das war in den vergangenen Wochen einer der meistdiskutierten Punkte in der Laufwelt: Auf der Strecke werden weder Flaschen noch Becher ausgegeben. Du musst dein eigenes Trinkgefäß mitbringen, also eine Softflask, einen wiederverwendbaren Becher oder einen Trinkrucksack. Helfer und Wasserleitungen unterstützen dich beim Auffüllen. Die Veranstalter kündigen 13 Verpflegungspunkte an: neun vollständige Verpflegungsstellen, vier Wasserstellen, zwei Tā-Energy-Punkte sowie die Verpflegung im Ziel. Sie befinden sich bei:
■ Vollständige Verpflegung: km 4,8 – km 8,7 – km 13,3 – km 16,8 – km 21,3 – km 24,2 – km 30,6 – km 35,1 – km 38,8 – Ziel
■ Wasserstelle : km 22,5 – km 29 – km 32,6 – km 37
■ Tā Energy : km 24,2 – km 32,2
Auf den Tischen findest du alles, was dich unterwegs bei Kräften hält: Bananen, Lebkuchen, Trockenfrüchte, Würfelzucker, Salzcracker und mehr. Trink nicht zu viel auf einmal und möglichst nicht eiskalt, sonst drohen ein aufgeblähter Bauch oder Magenprobleme.
Für Läuferinnen und Läufer mit einer Zielzeit unter 2:50 Stunden ist das Tempo zu hoch, um zum Trinken anzuhalten. Deshalb gibt es ein eigenes System mit vorgefüllten Wasserflaschen, allerdings nur für die bevorzugten Startblöcke, die die vorgegebenen Durchgangszeiten einhalten. Die Flaschen müssen aufgenommen und anschließend in den dafür vorgesehenen Bereichen entsorgt werden. Andernfalls droht laut Veranstaltungsreglement die Disqualifikation. Sobald das 2:50-Stunden-Feld passiert ist, wird das System eingestellt.
Die offizielle App: unverzichtbar für Läufer und Fans
Die offizielle App des Marathon de Paris ist längst ein echtes Renntool. Vor dem Rennen kannst du damit deine Vorbereitung verfolgen, Challenges absolvieren, deine Uhr oder Lauf-App verbinden und dein Training mit dem deiner Freunde vergleichen. Am Renntag liefert sie die Starterliste, Ranglisten und vor allem das Live-Tracking. Für Zuschauer ist sie damit unverzichtbar. Die App lässt sich einfach auf dem Smartphone herunterladen, für Android über Google Play oder für das iPhone über den App Store. Danach musst du nur den Namen oder die Startnummer des Läufers eingeben, um seine Durchgangszeiten, den genauen Standort und das Endergebnis zu sehen.
Wie jedes Jahr richtet die RATP ihre berühmte #Ligne42KM ein, eine fiktive Linie, mit der Angehörige von Station zu Station springen können, um ihre Läufer an verschiedenen strategischen Punkten zu sehen. Der Guide bietet je nach Startblock und Durchgangszeiten sogar eigene Routen für „Fans“ und „Touristen“. Die fünf besten Spots zum Anfeuern deiner Angehörigen findest du in unserem eigenen Artikel.
Auf welchem Sender und ab wann?
Wer nicht vor Ort sein kann, sieht das Rennen live im Fernsehen. Die Übertragung beginnt um 7:50 Uhr auf France 3 und france.tv. Alexandre Boyon und Stéphane Diagana kommentieren aus der Kabine, Olivia Leray ist mitten im Renngeschehen unterwegs. Die TV-Übertragung konzentriert sich auf die Spitze des Rennens. Die Berichterstattung über die Hobbyläufer läuft anschließend ausschließlich über die App und die digitalen Angebote.
Nach dem Ziel: Medaille, Shirt und Wiedersehen
Das Ziel liegt an der Avenue Foch. Nach dem Überqueren der Ziellinie geht es für die Finisher durch den Läuferbereich. Dort gibt es die Medaille, das Finisher-Shirt und die Zielverpflegung. Anschließend führen die Wege je nach Bedarf zu den Ausgängen, dem medizinischen Dienst, der Fußpflege oder der Gepäckaufbewahrung. Der wichtigste Rat ist auch hier eine Frage des gesunden Menschenverstands: Vereinbare im Voraus einen genauen Treffpunkt mit deinen Angehörigen. Die Rue de Traktir kann dafür eine gute Option sein. Verlass dich jedenfalls nicht darauf, nach 42,195 Kilometern spontan einen Treffpunkt zu finden. Und trage deine Startnummer bis zum Schluss gut sichtbar.
La Médaille qui Régale
Die Aktion „La Médaille qui Régale“ ist 2026 neu dabei. Finisher erhalten am Renntag und am Folgetag gegen Vorlage ihrer Medaille Sonderangebote in ausgewählten Pariser Lokalen. Eine einfache und sehr Pariser Art, das Erlebnis zu verlängern.
Einige Beispiele:
✓ Amoné, Paris 18e: 100 Cordons bleus für die ersten 100 Finisher
✓ RORI bietet die Pepperoni-Pizza gegen Vorlage der Medaille für 5 € an
✓ Mehrere Pariser Museen gewähren ermäßigten Eintritt: Palais Galliera, Petit Palais, Musée de la Libération, Maison Victor Hugo …
Zwei Wochen vor dem Start solltest du fünf Dinge sofort klarmachen: dein PPS, dein Zeitfenster für die Startnummernausgabe, deinen Startblock, die Anreise und dein persönliches Trinksystem. Der Rest sind beinahe Kleinigkeiten. Aber genau diese Kleinigkeiten sorgen am Renntag oft für unnötigen Stress. Der Marathon de Paris ist riesig, beeindruckend und manchmal ein wenig einschüchternd. Doch die Arbeit ist getan, die Vorbereitung liegt hinter dir, dein Körper ist bereit für die Königsdistanz. Jetzt geht es um Erholung und Logistik … Wenn du ein wenig vorausplanst, wird dein Erlebnis umso schöner. Und am 12. April bleibt nur noch das, wofür du gekommen bist: Paris zu laufen.