Paris-Marathon: 5 kaum bekannte Anekdoten zum legendärsten Laufevent Frankreichs

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Von Charles-Emmanuel Pean

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Paris-Marathon: 5 kaum bekannte Anekdoten zum legendärsten Laufevent Frankreichs
© ASO

Am 12. April findet die 49. Ausgabe des Schneider Electric Marathon de Paris statt. In knapp einem halben Jahrhundert ist der Lauf zu einem der bedeutendsten Laufevents der Welt geworden. Dabei hat er so manche kleine Geschichte erlebt, die das große Ganze ausmacht.

Der Zauber von Paris. Die französische Hauptstadt übt seit jeher eine besondere Anziehungskraft aus. Reisende aus aller Welt bewundern sie, die Pariser lieben sie, Verliebte machen sie zu ihrem Rückzugsort … Auch Läufer sehen Paris mit anderen Augen. 2023 kamen mehr als 60 Prozent der Teilnehmer aus dem Ausland. Damit zählt der Paris-Marathon zu den internationalsten Laufevents der Welt, mit 145 Nationalitäten an der Startlinie. Seit 1976 und der Premiere des Paris-Marathons kennt der Erfolg des Rennens nur eine Richtung: nach oben. Damals gingen rund hundert Teilnehmer auf die Strecke durch den Bois de Boulogne. Heute sind es mehr als 55.000. Marathons.com blickt auf fünf Anekdoten aus der Geschichte des Paris-Marathons zurück.

1. Der Paris-Marathon und sein erster Sieger

Die erste Anekdote ist eigentlich gar keine! Sein Name dürfte den meisten unbekannt sein, trotzdem ist er als erster Sieger des Rennens am 18. September 1976 in die Geschichte eingegangen: Jean-Pierre Eudier. Der junge Student an der Sorbonne gehörte damals zu jenen seltsamen Sportlern, die Passanten noch verwundert hinterherschauten, denn Laufen war zu dieser Zeit eine Randerscheinung. Eudier absolvierte den ersten Marathon de Paris in 2:20:57 Stunden, damals eine beeindruckende Zeit für einen Amateur. Das Rennen fand vollständig im Bois de Boulogne statt. Seitdem hat sich die Strecke des Paris-Marathons stark verändert und trägt ihren Teil zum „Ruhm“ des Rennens bei. Heute kommen die Läufer am Eiffelturm, an der Opéra Garnier, am Place de la Bastille, im Bois de Vincennes und an vielen weiteren Pariser Sehenswürdigkeiten vorbei!

Ein Start … im Bois de Vincennes. Der erste Marathon startete nicht wie heute auf den Champs-Élysées. Die Läufer gingen im Bois de Vincennes auf die Strecke, die Route war eine ganz andere und die Atmosphäre deutlich familiärer als heute!

2. Startnummer 1 wird verlost

© STADION-ACTU

Die Hobbyläufer sind die Seele des Marathons. Sie verleihen dem Event seinen einzigartigen und festlichen Charakter. Ihnen die Startnummer 1 zu geben, ist eine besondere Form der Wertschätzung. Anders als bei den meisten großen internationalen Marathons, bei denen die Nummer 1 gewöhnlich einem Eliteathleten oder einer Eliteathletin vorbehalten ist, geht der Marathon de Paris seit einigen Jahren einen anderen Weg. Die begehrte Nummer 1 wird unter den 55.000 Teilnehmern an einen unbekannten Läufer oder eine unbekannte Läuferin verlost. Die Hobbyläufer sind die Seele des Marathons. Sie verleihen dem Event seinen einzigartigen und festlichen Charakter. Ihnen die Startnummer 1 zu geben, ist eine besondere Form der Wertschätzung. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird einige Wochen vor dem Rennen informiert und übernimmt damit symbolisch die Rolle des Botschafters oder der Botschafterin der Veranstaltung.

3. 2017: Der Sieg der Liebe

2017 schrieb der Marathon de Paris mit einer historischen Leistung Schlagzeilen: Das kenianische Ehepaar Paul Lonyangata und Purity Rionoripo gewann die Männer- und Frauenwertung und bescherte dem Rennen einen einzigartigen Moment. An diesem Tag dominierte der damals 24-jährige Paul Lonyangata das Männerfeld in beeindruckenden 2:06:10 Stunden. Damit stieg er zu einem der weltbesten Marathonläufer seiner Zeit auf. Purity Rionoripo zeigte ebenfalls eine herausragende Leistung und kam nach 2:20:55 Stunden ins Ziel. Nicht nur das berühmte Taurin-Getränk verleiht Flügel.

4. Paris nach Athen

© STADION-ACTU

Den Paris-Marathon, wie wir ihn heute kennen, gab es nicht von Anfang an. Einen Vorläufer organisierte die damalige Pariser Tageszeitung Le Petit Journal. 1896, nur wenige Tage nach den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit, fand in Paris ein Marathon statt. Am 19. Juli führte das Rennen von der Porte Maillot nach Conflans im Département Yvelines. Sieger wurde der Brite Len Hurst, der den Lauf in 2:31:30 Stunden gewann. Dass der Franzose Pierre de Coubertin damals Präsident des Internationalen Olympischen Komitees war, dürfte bei der Organisation dieses Pariser Rennens kurz nach Athen eine Rolle gespielt haben. Die Begeisterung über die ersten Olympischen Spiele in Griechenland war noch frisch. Danach dauerte es bis 1976, ehe Paris wieder einen Marathon erlebte.

Eine Medaille mit versteckten Symbolen

Jedes Jahr enthält die Finishermedaille des Marathon de Paris Details mit Bezug zur französischen Hauptstadt: einen kleinen Eiffelturm, eine dezente Anspielung auf die Seine oder ein inspirierendes Zitat. Die Organisatoren verstecken bisweilen sogar einen „kleinen Seitenhieb“ auf die Geschichte des Events oder eine prägende Sportpersönlichkeit.


Noch mehr? Der Paris-Marathon zieht ein kosmopolitisches Läuferfeld an. 2025 waren Teilnehmer aus mehr als 145 verschiedenen Nationen dabei. Damit gehört das Event zu den internationalsten der Welt, nur die Marathons von New York und London liegen noch davor.