Sevilla-Marathon 2025: Manon Trapp pulverisiert den französischen Rekord

CL
Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Sevilla-Marathon 2025: Manon Trapp pulverisiert den französischen Rekord
© STADION-ACTU

Am Sonntagmorgen schrieb Manon Trapp auf der ultraschnellen Strecke des Sevilla-Marathons Geschichte: In 2:23:38 Stunden stellte sie einen neuen französischen Marathonrekord auf. Unter Idealbedingungen lief die dreifache französische Crosslauf-Meisterin ein perfektes Rennen und wurde hinter der Äthiopierin Anchinalu Dessie Genaneh (2:22:17) glänzende Zweite. Trapp blieb 34 Sekunden unter der bisherigen Bestmarke von Méline Rollin (2:24:12), die im vergangenen Jahr auf derselben Strecke aufgestellt worden war, und pulverisierte zugleich ihre persönliche Bestzeit von 2:25:48.

Ein perfekt eingeteiltes Rennen

Ein Jahr nach ihrem erfolglosen Versuch in Rotterdam, bei dem sie den französischen Rekord verpasste und sich nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte, Manon Trapp in Sevilla eindrucksvoll zurück. Ihre Strategie ging auf: Sie blieb der Spitzengruppe fern, die auf Kurs 2:21 Stunden loslief, und teilte sich ihr Rennen progressiv ein. Nach einem soliden Halbmarathon-Durchgang in 1:12:00 konnte sie in der zweiten Hälfte des Rennens noch zulegen (1:11:38) und lief einen herausragenden Negativsplit.

Die Zwischenzeiten der Französin zeugen von beeindruckender Konstanz und einer starken Renneinteilung.

  • 0–10 km: 34:02 (3:24 min/km)

  • 10–20 km: 34:16 (3:25 min/km)

  • Halbmarathon: 1:12:00 (3:24 min/km)

  • 20–30 km: 33:43 (3:22 min/km)

  • 30–40 km: 34:12 (3:25 min/km)

  • 40–42,195 km: 7:38 (3:28 min/km)

Nach dem Durchlauf bei Kilometer 30 auf Rang zehn hielt sie ihr Tempo, während zahlreiche Läuferinnen zunehmend abbauten. Bei Kilometer 35 lag sie bereits auf Platz fünf und setzte ihr Rennen unbeirrt fort. Mit einem heroischen, von großer Widerstandskraft geprägten Finish überholte sie die Kenianerin Cynthia Kosgei auf dem letzten Kilometer und sicherte sich den zweiten Platz. Für die Athletin der Entente Savoie Athlé war es eine Leistung auf höchstem Niveau, mit der sie bei einem international stark besetzten Rennen ins Rampenlicht lief. Im Ziel war die Emotion der Französin so groß wie ihr Erfolg.


Die französischen Athleten liefern ab

Auch Mélody Julien, die Langstrecklerin der Association Multisports Montredonnaise, hatte sich viel vorgenommen. Lange lief sie in derselben Gruppe wie Manon Trapp, konnte das Tempo nach Kilometer 25 jedoch nicht mehr halten. In 2:26:44 belegte sie dennoch einen starken achten Platz 2:26:44 und bestätigte damit ihren Platz in der französischen Elite.

Bei den Männern zeigte Félix Bour ebenfalls eine starke Leistung und wurde in 2:07:03 Achter. Nachdem er zunächst auf Kurs 2:06 Stunden unterwegs war, machte ihm eine Fußverletzung zu schaffen, sodass er seine persönliche Bestzeit von 2:06:46 nicht verbessern konnte. Seine Zeit ist dennoch auf höchstem Niveau. Emmanuel Roudolff-Levisse lief seinerseits äußerst konstant und beendete den Marathon in 2:07:41, womit er seine Bestzeit um elf Sekunden verbesserte. Bemerkenswert war auch die Leistung von Duncan Perillat, der seine persönliche Bestzeit deutlich unterbot und in 2:09:05 ins Ziel kam.

Leider blieben diese Leistungen unter den vom französischen Leichtathletikverband FFA festgelegten Normen für die Weltmeisterschaften im September in Tokio: 2:05:18 bei den Männern und 2:21:13 bei den Frauen. Die FFA will Athleten nominieren, die um einen Platz unter den besten acht der Welt kämpfen können.


Selemon Baregas vielversprechendes Marathondebüt

Der große Höhepunkt des Tages war auch der erste Marathonstart von Selemon Barega. Der Olympiasieger über 10.000 Meter von 2021 schlug ein hohes Tempo an und passierte die Halbmarathonmarke in 1:01:45 in einer siebenköpfigen Spitzengruppe. Doch ab Kilometer 23 wurde es härter, als die Tempomacher aus dem Rennen gingen. Der Äthiopier lag plötzlich allein an der Spitze. Da er es nicht gewohnt ist, allein zu laufen, und erstmals über diese Distanz antrat, verlor er nach und nach an Tempo, bevor ihn bei Kilometer 35 die berühmte Marathonmauer erwartete. Sein Vorsprung reichte jedoch, um den Sieg abzusichern und seinen ersten Marathon in 2:05:15 zu beenden. Für den äthiopischen Champion war es eine schwierige Premiere über die Königsdisziplin, zugleich aber ein vielversprechender Auftakt für die Zukunft.

© Zurich Maratón de Sevilla

Podium der Männer
1. Selemon Barega (Äthiopien) – 2:05:15
2. Tafere Adisu (Äthiopien) – 2:06:27
3. Mohamed Reda El Aaraby (Marokko) – 2:06:45

Auch seine Landsfrau Anchinalu Dessie gab ihr Marathondebüt. In einer vierköpfigen Spitzengruppe passierte sie die Halbmarathonmarke in 1:10:56 und war anschließend die Einzige, die dieses Tempo im letzten Rennabschnitt halten konnte. Für ihren ersten Marathon war es ein rundum gelungenes Rennen mit dem Sieg und einer herausragenden Zeit von 2:22:17.

Podium der Frauen
1. Anchinalu Dessie (Äthiopien) – 2:22:17
2. Manon Trapp (Frankreich) – 2:23:38
3. Cynthia Kosgei (Kenia) – 2:23:43


Bei optimalen Bedingungen, einem beeindruckend starken Feld und einer ultraschnellen Strecke hielt der Sevilla-Marathon erneut, was er versprochen hatte. Rund 14.000 Läuferinnen und Läufer machten dieses große Lauffest mit. Für Manon Trapp bleibt die Ausgabe 2025 mit ihrem französischen Rekord und dem nächsten Schritt an die Spitze des Straßenlaufs historisch.