Wie kann man sich für den Hakone Ekiden anmelden?
Der Hakone Ekiden, der jedes Jahr Anfang Januar in Japan stattfindet, ist weit mehr als ein Langstreckenlauf: Er ist eine jahrhundertealte sportliche Tradition, die tief in der japanischen Kultur verwurzelt ist. Bei diesem Staffelrennen treten Universitätsmannschaften auf einer über 217 Kilometer langen Strecke zwischen Tokio und Hakone gegeneinander an. Die Strecke ist auf zehn Etappen verteilt, die an zwei Tagen gelaufen werden. Jeder Läufer trägt das Tasuki, ein symbolisches Band, das bei jedem Wechsel an den nächsten Läufer übergeben wird und Teamgeist sowie den gemeinsamen Stolz verkörpert. Als fester Termin zum Jahresbeginn zieht der Hakone Ekiden in Japan enorme mediale Aufmerksamkeit auf sich. Millionen Zuschauer verfolgen das Rennen im Fernsehen. Damit ist es nicht nur eine große sportliche Herausforderung, sondern auch ein bedeutendes kulturelles Ereignis. Doch bevor die Teams zwischen der Megacity und den Bergen auf die Strecke gehen, lohnt sich ein Blick darauf, wie die Anmeldung funktioniert und welche Möglichkeiten es für Läufer, Fans und Helfer gibt, dabei zu sein.
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Ein exklusives Rennen mit begrenztem Zugang
Anders als bei Marathons, die der breiten Öffentlichkeit offenstehen, gibt es beim Hakone Ekiden weder eine Verlosung noch eine allgemeine Anmeldung. Die Teilnahme ist ausschließlich Universitätsmannschaften vorbehalten, die der Inter-University Athletic Union of Kanto (KCRR) angehören. Dieser Verband vereint Hochschulen aus Ostjapan. Nur diese Teams können sich für das Rennen qualifizieren. Beendet eine Universitätsmannschaft die vorherige Ausgabe unter den ersten zehn, erhält sie automatisch einen Startplatz für das Folgejahr. Die zehn weiteren qualifizierten Teams gehen aus dem Hakone Ekiden Yosenkai hervor, einem jährlich im Oktober ausgetragenen Qualifikationsrennen über rund 20 Kilometer, bei dem die übrigen Startplätze vergeben werden. Außerhalb dieses universitären Wettbewerbs gibt es keine offene Direktanmeldung für Hobby- oder Einzelathleten. Genau das macht diese Staffel im Laufkalender so einzigartig und speziell.
Andere Möglichkeiten, dabei zu sein
Auch wenn die Anmeldung als Läufer beim Hakone Ekiden der breiten Öffentlichkeit nicht offensteht, gibt es andere Möglichkeiten, dieses große Sportfest hautnah zu erleben.
Als Helfer mitwirken
Jedes Jahr setzt die Organisation zahlreiche Helfer ein, damit die Veranstaltung reibungslos abläuft. Sie sind an den Wechselzonen, in der Logistik, an den Verpflegungsstellen, bei der Zuschauerlenkung und bei der Betreuung der Teams im Einsatz. Wer als Helfer mitmacht, erlebt die Atmosphäre aus nächster Nähe, unterstützt ein bedeutendes kulturelles Ereignis und kommt in einem sehr gemeinschaftlichen und lohnenden Umfeld direkt mit den Läufern in Kontakt.
Reiseveranstalter und Fanreisen
Internationale Läufer, die den Hakone Ekiden gerne vor Ort erleben möchten, können sich an spezialisierte Reiseveranstalter wenden, die Fanreisen anbieten. Diese Pakete umfassen häufig Transport, Unterkunft und Zugang zu den besten Zuschauerplätzen entlang der Strecke, etwa in Tokio, Tachikawa oder Hakone, ergänzt durch kulturelle Ausflüge. So wird aus dem Rennen eine echte Japanreise, die Sporterlebnis und Entdeckung des Landes verbindet. Besonders beliebt ist diese Option bei allen, die nicht selbst laufen können, das Rennen aber als Fans erleben möchten.
Medien, Schulen und Hochschulaustausch
In manchen Fällen ermöglichen Hochschulaustauschprogramme, internationale Sportinitiativen oder Kooperationen zwischen Studierendenvereinen ausländischen Bildungseinrichtungen die Teilnahme an Aktivitäten rund um den Ekiden, etwa an Trainingslagern, Freundschaftsstaffeln oder Teambesuchen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um offizielle Wettbewerbe, sondern eher um Möglichkeiten, die Kultur der japanischen Staffel kennenzulernen.
Formate und Begleitläufe rund um den Hakone Ekiden
Der Hakone Ekiden selbst bietet an den beiden Wettkampftagen keine parallel ausgetragenen Läufe für die breite Öffentlichkeit an, etwa Halbmarathons oder 10-Kilometer-Rennen. Es handelt sich um einen ausschließlich universitären Wettbewerb mit einem streng festgelegten Format. Gelegentlich finden rund um Start- und Zielbereiche jedoch Volksläufe, lokale Staffeln oder Festveranstaltungen für Zuschauer und ihre Familien statt. Diese Angebote werden in der Regel unabhängig von der offiziellen Organisation veranstaltet.
Auf andere Weise Teil des Events werden
Auch wenn der Wettbewerb den Universitätsmannschaften vorbehalten bleibt, können Laufbegeisterte den Geist des Ekiden auf verschiedene Weise erleben:
Das Ekiden-Hakone-Museum besuchen: Das Museum nahe dem Ashinoko-See zeichnet die Geschichte des Events nach und ist die richtige Adresse für alle, die mehr über seine Ursprünge und Entwicklung erfahren möchten.
Vor Ort zuschauen: Jedes Jahr stehen Tausende Fans entlang der Strecke zwischen Tokio und Hakone, um die Läufer anzufeuern und die festliche Atmosphäre mitzuerleben.
Im Fernsehen oder per Livestream verfolgen: Der Hakone Ekiden wird live von japanischen Sendern wie Nippon TV übertragen. So lässt sich das gesamte Rennen auch aus dem Ausland verfolgen.
Ein einzigartiges Sportereignis mit Geschichte
Der Hakone Ekiden entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zählt zu den ältesten und prestigeträchtigsten Langstreckenstaffeln Japans. Die erste Ausgabe fand 1920 statt, doch die Wurzeln dieser Rennform reichen bis zu historischen Staffelläufen aus dem frühen 20. Jahrhundert zurück. Jedes Jahr am 2. und 3. Januar legen Mannschaften mit zehn Läufern diese außergewöhnliche Distanz an zwei Tagen zurück: zunächst in Richtung Hakone, am Folgetag zurück nach Tokio. Das sorgt für eine Spannung und Emotionalität, die im Laufsport ihresgleichen sucht. Das Format ist sehr speziell, verkörpert aber den japanischen Mannschaftsgedanken: Jeder Läufer startet nicht für sich allein, sondern für das Ansehen seiner Universität. Jede Übergabe des Tasuki steht für die Weitergabe von Einsatz, Tradition und Stolz.
Kurz gesagt: Auch der Hakone Ekiden 2026, der für den 2. und 3. Januar geplant ist, bleibt ein reiner Universitätswettbewerb mit einem strikt geregelten Qualifikationssystem. Über Zuschauerangebote, ehrenamtliche Mitarbeit, organisierte Reisen oder kulturelle Aktivitäten lässt sich dieses einzigartige Ereignis dennoch aus nächster Nähe erleben. Als aktiver Läufer kann man nur über eine qualifizierte Universitätsmannschaft teilnehmen. Damit nimmt dieses Rennen in der Welt des Laufsports eine ganz besondere Stellung ein.