Wochenendergebnisse: Mekdes Woldu und Jimmy Gressier pulverisieren Rekorde
Mekdes Woldu und Jimmy Gressier lassen die Uhren verrücktspielen. Am Sonntag, den 16. März, glühte der Asphalt und die Rekorde purzelten. In Barcelona schrieb Mekdes Woldu Marathon-Geschichte und stellte mit 2:23:16 Stunden einen französischen Rekord auf. Gleichzeitig zertrümmerte Jimmy Gressier in Lille seinen eigenen Europarekord über 5 km und lief in elektrischer Atmosphäre 12:57 Minuten. Zwei Leistungen, die bestätigen, dass der französische Laufsport derzeit auf höchstem Niveau unterwegs ist.
Barcelona: Mekdes Woldu ist Frankreichs neue Nummer eins
Drei Wochen. So lange hielt der französische Rekord von Manon Trapp, bevor Mekdes Woldu ihn unterbot. Am Sonntag lief die französische Athletin nach einer herausragenden Vorstellung durch die Straßen Barcelonas in 2:23:13 Stunden ins Ziel. Damit verbesserte sie den Landesrekord um 23 Sekunden und sicherte sich einen Platz in der Geschichte des französischen Marathons. In der Gesamtwertung belegte sie Rang sechs. Der Sieg ging an die Kenianerin Sharon Chelimo Arusho in 2:19:33 Stunden.
Unter der katalanischen Sonne und bei optimalen Bedingungen spulte die von Thierry Choffin trainierte Läuferin ihr Rennen mit metronomischer Konstanz ab: 33:56 Minuten über 10 km, 1:11:31 Stunden zur Halbmarathonmarke und ein Tempo von 3:23 Minuten pro Kilometer bis ins Ziel. Der Rennplan ging ohne Hektik und ohne Überpacen vollständig auf. Ihr in letzter Minute vom Ausrüster engagierter Tempomacher erfüllte seine Aufgabe perfekt und half ihr, das Tempo über die gesamte Distanz konstant zu halten. In der zweiten Frauengruppe des Rennens bestens aufgehoben, zeigte sie großen Kampfgeist und ließ nicht locker. Ihr klug eingeteiltes Rennen spricht für ihre Reife, zumal es erst ihr vierter Marathon war. An der Spitze des französischen Langstreckenlaufs hält Mekdes Woldu nun die Landesrekorde über Halbmarathon und Marathon.
Mit ihrer Zeit unterbot sie die World-Athletics-Norm für die Weltmeisterschaften in Tokio (2:23:30 Stunden). Die Norm des französischen Verbands bleibt jedoch außer Reichweite (2:21:13 Stunden). Für eine Berufung ins französische Nationalteam im Sommer ist damit noch nichts entschieden. Eines steht aber fest: Mekdes Woldus Marathon-Kapitel hat vielversprechende Aussichten.
Für Nicolas Navarro lief es nicht nach Wunsch
Der Marathon kann grausam sein. Trotz optimaler Vorbereitung und herausragender Form erwischte Nicolas Navarro einen schwierigen Tag. Mehr als die Hälfte des Rennens hatte er noch um die vorderen Plätze gekämpft. In einer kompakten Gruppe mit drei Tempomachern passierte der Läufer der SCO Ste Marguerite die Halbmarathonmarke in 1:02:18 Stunden, bevor er ab Kilometer 27 Probleme bekam. Nachdem er den Anschluss an die Spitzengruppe verloren hatte, musste er das Rennen aufgeben und sich sogar übergeben. Es war schlicht nicht sein Tag. Der Sieg ging an den Äthiopier Tesfaye Deriba, der mit 2:04:13 Stunden einen neuen Streckenrekord aufstellte.
Lille: Jimmy Gressier stellt neuen Europarekord auf
Jimmy Gressier bot eine große Show. Nach einer erfolgreichen US-Tour, auf der der Franzose den Europarekord über 5.000 Meter in der Halle gebrochen hatte, legte er am Sonntag in Lille auf der Straße nach und lief atemberaubende 12:57 Minuten. Das entspricht einem Schnitt von 2:35 Minuten pro Kilometer. Unter 13 Minuten zu bleiben, ist eine symbolische Schallmauer, die nur wenige Europäer durchbrochen haben. Damit stößt der Läufer aus Nordfrankreich endgültig in die Weltspitze vor.
Gemeinsam mit seinem Freund Yann Schrub, dem Uruguayer Santiago Catrofe und dem Äthiopier Addisu Yihune schlug der Lokalmatador von Beginn an ein höllisches Tempo an und lieferte sich einen epischen Kampf. Zur Rennhälfte lag er mit 7:40 Minuten exakt im Soll. Dann kam der letzte Kilometer, auf dem er sich eine ebenso ikonische wie wagemutige Aktion erlaubte: Er zog seine Armlinge aus und legte anschließend einen atemberaubenden Endspurt hin. Vor heimischem Publikum und in elektrischer Atmosphäre überquerte er die Ziellinie knapp vor Catrofe, der ebenfalls 12:57 Minuten lief. Yann Schrub wurde in 13:00 Minuten Dritter.
Diese Leistung ist Teil eines klaren Fahrplans: Im April will Gressier bei den Europameisterschaften in Brüssel über die Halbmarathondistanz antreten. Sein Ziel? Rekorde gegen Medaillen eintauschen. Der neue Kiprun-Athlet ist hungrig auf Trophäen. Bei dieser Form fällt es schwer, nicht an seine Chancen zu glauben.
Ebenfalls hervorzuheben sind die starken Leistungen der französischen Athletinnen und Athleten in Lille.
10 km
(M) Valentin Gondouin 27:23 (6.)
(M) Fabien Palcau 27:54 (12.)
(F) Philippe De La Bigne 32:28 (10.)
(F) Emma Lombardi 32:30 (2.)
Halbmarathon
(M) Félix Bourg 1:02:27 (8.)
(M) Bapiste Jard 1:03:32 (10.)
(M) Yoann Kowal 1:03:42 (11.)
(F) Salome Brun 1:12:05 (1.)
(F) Héloïse Laigle 1:13:24 (2.)
(F) Mathilde Sénéchal 1:13:28 (3.)
Dieses Wochenende hat eines bestätigt: Die Franzosen sind auf der internationalen Laufsportbühne nicht mehr nur Statisten. Mekdes Woldu hat im Marathon den nächsten Schritt gemacht, Jimmy Gressier sich über 5 km in der Weltelite etabliert. Die französischen Langstreckenläufer sind im Aufwind. Und wenn das erst der Anfang eines außergewöhnlichen Jahres war?
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