Sydney Marathon: Addisu Gobena und Peres Jepchirchir siegen, 36.295 Finisher
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Der TCS Sydney Marathon hat seinen neuen Status auf der internationalen Bühne bestätigt. Bei seiner zweiten Aufnahme in den Kalender der Abbott World Marathon Majors setzte der australische Lauf mit exakt 36.295 Finishern erneut eine Marke. Teilnehmer aus mehr als 140 Ländern machten den Marathon zu einem festen Bestandteil des globalen Rennkalenders. Sportlich sorgten der Äthiopier Addisu Gobena (2:04:42 Stunden) und die Kenianerin Peres Jepchirchir für die Höhepunkte.
Das Feld setzte sich am North Sydney Oval auf die 42,195 Kilometer lange Strecke durch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt in Bewegung. Die Überquerung der Sydney Harbour Bridge gehörte zu den Höhepunkten des Kurses, anschließend führte die Strecke unter anderem durch Moore Park und den Centennial Park. Das Ziel nahe dem Sydney Opera House bot erneut eine spektakuläre Kulisse für einen der großen Straßenläufe der Saison.
Addisu Gobena stellt den Streckenrekord beim Sydney Marathon auf
Nachdem Addisu Gobena 2025 bereits Zweiter geworden war, holte er sich diesmal den Sieg. Der Äthiopier zeigte auf den letzten Kilometern eine besonders starke Leistung und gewann in 2:04:42 Stunden. Vor allem aber löschte er damit den bisherigen Streckenrekord aus, den sein Landsmann Hailemaryam Kiros im Vorjahr mit 2:06:06 Stunden aufgestellt hatte. Addisu Gobena verbesserte die Sydney-Bestmarke somit um 1:24 Minuten.
Fünf Läufer bleiben unter 2:05 Stunden
Das Rennen um den Männersieg war denkbar knapp. Addisu Gobena setzte sich letztlich nur um vier Sekunden gegen Chimdessa Debele durch. Der Äthiopier wurde in 2:04:46 Stunden Zweiter. Das Podium komplettierte der Lesother Tebello Ramakongoana in 2:04:57 Stunden, zeitgleich mit dem Tansanier Alphonce Simbu. Jemal Mekonnen belegte in 2:04:59 Stunden Rang fünf. Die Leistungsdichte war eines der auffälligsten Merkmale dieser Ausgabe: Alle sieben Erstplatzierten blieben unter dem bisherigen Streckenrekord von Sydney.
Die Weltmeisterin lässt nichts anbrennen: Peres Jepchirchir nicht zu schlagen
Das Frauenrennen kippte nach und nach zugunsten von Peres Jepchirchir. Die Kenianerin blieb zunächst in der von ihrer Landsfrau Priscah Cherono angeführten Spitzengruppe, ehe sie in der zweiten Hälfte der Strecke das Tempo anzog.
Die amtierende Weltmeisterin von Tokio setzte sich anschließend von Irine Cheptai ab und kontrollierte die letzten Kilometer, ohne ernsthaft unter Druck zu geraten. Die Olympiasiegerin von 2021 gewann in 2:18:31 Stunden und hatte mehr als drei Minuten Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin. Mit diesem Sieg fügte Peres Jepchirchir ihrer Bilanz einen vierten Titel bei einem Abbott World Marathon Major hinzu. Zuvor hatte die Kenianerin bereits die Marathons von New York 2021, Boston 2022 und London 2024 gewonnen.
Ihre Zeit von Sydney blieb allerdings knapp hinter dem Streckenrekord zurück. Die Bestmarke hatte 2025 die Niederländerin Sifan Hassan mit 2:18:22 Stunden aufgestellt. Peres Jepchirchir verpasste diese Zeit somit um gerade einmal neun Sekunden. Irine Cheptai verteidigte in 2:22:11 Stunden den zweiten Platz. Die Äthiopierin Shure Demise, Siegerin des Paris-Marathons 2026 in 2:18:34 Stunden, komplettierte das Podium in 2:22:33 Stunden. Priscah Cherono, die lange an der Spitze mitlief, musste sich schließlich mit Rang sechs in 2:23:49 Stunden begnügen.
Mit Weltklassezeiten und einer außergewöhnlichen Leistungsdichte in beiden Eliterennen bestätigt der TCS Sydney Marathon seinen Aufbruch in eine neue Ära. Der australische Lauf scheint seinen Platz unter den großen internationalen Marathons endgültig gefunden zu haben.
Die deutsche Note beim australischen Marathon
Der Marathon in der « Hafenstadt » sorgte nicht nur mit seinen sportlichen Leistungen für Aufsehen, sondern auch mit denen seiner Organisatoren. Die Teilnehmer erhielten nämlich eine durchaus ungewöhnliche Medaille. Sie sollte Wahrzeichen der Strecke wie das Opernhaus oder die Brücke der größten Stadt Australiens hervorheben, zeigte jedoch statt des Allianz Stadiums in Sydney das Allianz-Arena-Stadion in München. Die australische Presse nahm diesen Fehler mit Humor, allen voran der Sydney Morning Herald, der einen Artikel mit der Überschrift versah: « Die Medaille, die Sydney auf die Landkarte bringen wird. Die falsche Landkarte ».
Männer-Podium
1 - Addisu Gobena (Äthiopien): 2:04:42 Stunden
2 - Chimdessa Debele (Äthiopien): 2:04:46 Stunden
3 - Tebello Ramakongoana (Lesotho): 2:04:57 Stunden
Frauen-Podium
1 - Peres Jepchirchir (Kenia): 2:18:31 Stunden
2 - Irine Cheptai (Kenia): 2:22:11 Stunden
3 - Shure Demise (Äthiopien): 2:22:33 Stunden