Berlin-Marathon 2025: Die wichtigsten Zahlen eines historischen Rennens
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Ein paar Tage nach dem Zieleinlauf haben sich die Beine etwas erholt. Die Zahlen laufen dagegen weiter durch alle Gespräche. Am 21. September schrieb der Berlin-Marathon ein neues Kapitel seiner Geschichte. Die 51. Auflage war von unerwarteter Hitze geprägt: Bis zu 27 °C setzten den Körpern ordentlich zu. Doch Berlin bleibt Berlin: eine Chronoschmiede, ein großer Termin im Laufkalender, an dem sich die Weltelite und Zehntausende Laufbegeisterte treffen. Ein Rückblick auf ein historisches Rennen in Zahlen.
Die Elite liefert eine große Show
2:02:16 Stunden. Sabastian Sawe setzte mit 2:02:16 Stunden ein Ausrufezeichen. Seine Zeit ist die neuntschnellste der Geschichte und vor allem die schnellste, die je bei einer solchen Hitze gelaufen wurde. Der Kenianer ging los wie die Feuerwehr, passierte die 10-Kilometer-Marke nach 28:26 Minuten und den Halbmarathon nach 1:00:16 Stunden. Eine Zeit lang durfte er sogar vom Weltrekord und von der magischen Zwei-Stunden-Marke träumen. Nachdem die Tempomacher früh ausgestiegen waren und das Thermometer weiter kletterte, musste Sawe auf den letzten Kilometern folgerichtig Tempo herausnehmen. Kein Weltrekord also, aber ein überragender Sieg und ein neuer, inoffizieller Spitzname: der „Weltrekordler bei Hitze“.
2:02:28 Stunden. Berlin bestätigt einmal mehr seinen Status als Marathon der Rekorde: Die Durchschnittszeit der zehn schnellsten Ergebnisse auf dieser Strecke liegt inzwischen bei 2:02:28 Stunden. Weltweit ist das der schnellste Schnitt.
1. Nur ein Athlet blieb in Berlin unter 2:05 Stunden, im Vorjahr waren es noch fünf.
2:07:36 Stunden. Die Durchschnittszeit der Eliteathleten in den Top 10 beträgt 2:07:36 Stunden. Damit lag sie deutlich über dem Schnitt der Top 10 aus dem Vorjahr: 2:04:37 Stunden. Die Hitze beeinflusste die Leistungen spürbar, vor allem in der zweiten Rennhälfte, und zwang die Läufer, das Tempo zu drosseln.
3 Sekunden. Bei den Frauen war die Spannung kaum zu überbieten: Rosemary Wanjiru gewann in 2:21:05 Stunden, nur drei Sekunden vor Dera Dida (2:21:08), die auf den letzten Kilometern wie eine Rakete auf die Kenianerin aufholte. Noch nie war ein Frauen-Zieleinlauf in Berlin knapper. Dahinter vertrat die Lokalmatadorin Fabienne Königstein Deutschland würdig. Mit starken 2:22:17 Stunden pulverisierte sie ihre persönliche Bestzeit um 3:30 Minuten und rückte zur drittschnellsten deutschen Marathonläuferin der Geschichte auf.
Hassan Chahdi und Joseph Fritsch sorgen für französische Glanzlichter
Platz 6. Hassan Chahdi lief in 2:07:43 Stunden auf einen starken sechsten Platz. Wie gewohnt zeigte der Langstreckler von AL Voiron ein herausragendes Rennen mit einem negativen Split, den offenbar nur er beherrscht (1:03:59 / 1:03:44 Stunden).
57:53 Minuten. Und weil Berlin nicht nur ein Laufmarathon ist: Der Franzose Joseph Fritsch zeigte eine starke Leistung. Als erster Handbiker blieb er unter einer Stunde (57:53 Minuten). Mit großem Vorsprung vor der Konkurrenz stellte er damit einen außergewöhnlichen Weltrekord auf.
Ein Volksfest über ein ganzes Wochenende
80.000 Teilnehmer. Die Dimensionen der Veranstaltung beeindrucken jedes Jahr aufs Neue. Über das gesamte Wochenende hinweg waren knapp 80.000 Teilnehmer gemeldet, verteilt auf Marathon, Inline-Skating, 5K, Mini-Marathon sowie die Rollstuhl- und Handbike-Rennen.
49.831 Finisher. Auf der Königsstrecke erreichten 49.831 Menschen das Ziel über 42,195 km, darunter 48.020 Läuferinnen und Läufer. Das Feld war etwas kleiner als im Vorjahr, dem Jahr des 50. Jubiläums. Berlin zählt aber weiterhin zu den größten Marathons weltweit, auf Augenhöhe mit New York, London und Paris.
139 Läufer unter 2:20 Stunden. Trotz der schwierigen Bedingungen blieb die Leistungsdichte einzigartig: 139 Läufer blieben unter 2:20 Stunden, knapp 2.400 unter 3:00 Stunden, fast 7.800 unter 3:20 Stunden und mehr als 17.000 unter 4:00 Stunden.
5.700 Helfer. Ohne den wertvollen Einsatz der 5.700 Helfer, die vier Tage lang über die gesamte Veranstaltung hinweg im Einsatz waren, wäre der Berlin-Marathon nicht möglich.
2:59:13 Stunden. Sänger Harry Styles beeindruckte beim Berlin-Marathon mit einer Zeit von 2:59:13 Stunden. Er wollte möglichst unauffällig bleiben, doch seine Leistung zog zwangsläufig die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich. Nachdem er Anfang des Jahres bereits den Tokio-Marathon gelaufen war, knackte er nun endlich die magische Drei-Stunden-Marke. Für einen Hobbyläufer ist das eine echte Hausnummer.
Eine historische Hitzewelle
27,6 °C. Am Sonntag, dem 21. September, kletterte das Thermometer am Nachmittag auf bis zu 27,6 °C. Die Hitze bremste die Läufer auf der gesamten Strecke deutlich aus und zwang sie, das Tempo zu reduzieren. Damit war diese Ausgabe die heißeste in der Geschichte des Berlin-Marathons. Sie übertraf den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2009, als 25 °C gemessen wurden.
12,9 Prozent Ausstiege. Unter der drückenden Hitze klaffte die Lücke zwischen den gemeldeten Teilnehmern (55.146) und den Finishern (48.020) so weit auseinander wie selten zuvor. Die Ausstiegsquote lag bei rund 12,9 Prozent.
Internationaler und weiblicher denn je
35,6 Prozent. Immer mehr Frauen gehen an den Start, und der Berlin-Marathon ist dafür ein perfektes Beispiel. Das Starterfeld 2025 war historisch: 35,6 Prozent Frauen, 1,4 Prozentpunkte mehr als 2024. In der Altersgruppe von 26 bis 30 Jahren lag der Frauenanteil sogar bei knapp 45 Prozent. Verjüngung und Feminisierung des Feldes schreiten weiter voran.
7.680. Hinter Deutschland mit 24.259 Finishern stellten die USA in diesem Jahr die größte ausländische Teilnehmergruppe. 7.680 US-Amerikaner erreichten das Ziel. Dahinter folgten Großbritannien (3.792), Mexiko, Brasilien und Frankreich mit 1.705 Finishern, knapp vor Italien.
80 Jahre. Zum Laufen ist man nie zu alt. Das zeigt auch dieses historische Rennen: 16 Finisher waren älter als 80 Jahre. Der legendäre Berlin-Marathon begeistert alle Generationen.
Berlin 2025 war ein einzigartiges Rennen: heiß, anspruchsvoll und trotzdem legendär. Weltklasseleistungen, ein riesiges Teilnehmerfeld, ein Volksfest getragen von Tausenden Helfern und dieses ganz besondere Berlin-Gefühl, nie allein zu laufen. Für das kommende Jahr darf man sich ruhig kühlere Bedingungen wünschen. Wenn Sawe bei fast 27 °C 2:02:16 Stunden läuft, fällt es schwer zu glauben, dass der Weltrekord und vielleicht sogar die Zwei-Stunden-Marke noch lange Bestand haben. Am 27. September 2026 steht die 52. Auflage des Berlin-Marathons an.