Paris-Marathon 2026 setzt weltweit erstmals auf Verpflegung ohne Becher und Flaschen
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Der Paris-Marathon 2026 steht vor einem historischen Schritt. Bei der nächsten Ausgabe am 12. April gibt es an den Verpflegungsstationen weder Plastikflaschen noch Pappbecher. Die Läufer müssen ihr eigenes Trinkgefäß mitbringen. Für ein Rennen dieser Größenordnung mit mehr als 55.000 Finishern im Jahr 2024 ist das eine Weltpremiere. Zugleich setzt die Veranstaltung ein ökologisches Signal, das andere große Rennen rund um den Globus inspirieren könnte.
Verpflegung ohne Einwegbehälter
Die 49. Ausgabe des Paris-Marathons könnte einen Wendepunkt in der Laufwelt markieren. ASO (Amaury Sport Organisation), der Veranstalter des Rennens, will seine ökologischen Anstrengungen weiter verstärken. Ab der nächsten Ausgabe muss jeder Läufer mit einem eigenen Trinkgefäß an den Start gehen: Softflask, Faltbecher oder Trinkrucksack. Bilder von Tausenden Bechern, die an den Verpflegungsstellen den Boden säumen, gehören damit der Vergangenheit an.
Der Veranstalter hat den Übergang schrittweise vorbereitet. Plastikflaschen waren bereits 2024 von den Tischen verschwunden und durch Pappbecher ersetzt worden. Doch auch diese bei den Läufern beliebten Becher werden nicht lange bleiben. Das neue System kommt ab 2026 zum Einsatz.
Ein System, das den Rennfluss nicht bremsen soll
Beim Marathon ist die Verpflegung ein Moment für sich. Für manche Läufer ist er sogar gefürchtet. Voll auf ihren Schritt konzentriert, müssen sie das Tempo herausnehmen und ihre Linie verlassen, um die Verpflegung zu erreichen. Helfer strecken ihnen die Getränke entgegen, Läufer werden langsamer, um im Vorbeilaufen ein paar rettende Schlucke zu nehmen. In wenigen Sekunden braucht es volle Konzentration, um richtig zu trinken, die Energiereserven aufzufüllen und den Rhythmus wieder aufzunehmen. Diese oft chaotischen Stopps sind für die Leistung trotzdem entscheidend: Sie verhindern Überhitzung, wirken Krämpfen entgegen und können die Zielzeit retten.
Die große Frage lautet also: Wie lassen sich Trinken ohne Becher und sportliche Leistung miteinander verbinden? Die Veranstalter versprechen ein effizientes System.
➔ Helfer füllen die Trinkgefäße der Läufer schnell wieder auf.
➔ Druckknopfbrunnen mit hohem Wasserdurchfluss ermöglichen ein schnelles Nachfüllen. Eine 350 bis 400 ml große Softflask soll in weniger als zwei Sekunden gefüllt sein.
➔ Die Zahl der Wasserstellen wird erhöht. Ab der Halbmarathonmarke gibt es alle 2 bis 2,5 km eine Verpflegungsstation, damit sich keine langen Schlangen bilden.
Der Praxistest unter Rennbedingungen folgt bereits am Sonntag, dem 5. Oktober, beim Marathon de Lyon. Im kommenden Jahr soll das System dann auf den Straßen von Paris zum Einsatz kommen.
Der Paris-Marathon will grüner werden
Die Entscheidung ist Teil eines umfassenderen Ziels: Der ökologische Fußabdruck der Veranstaltung soll so weit wie möglich sinken. Neben dem Verzicht auf Einwegbehälter können Finisher 2026 auch auf das traditionelle Erinnerungs-Shirt verzichten und stattdessen die Pflanzung eines Baumes finanzieren. Eine symbolische, aber wirkungsvolle Geste, die zeigt, dass ASO über reine logistische Anpassungen hinausgehen will.
In den vergangenen Jahren hat die Gruppe ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen kontinuierlich ausgebaut. Der Paris-Marathon bildet dabei keine Ausnahme. Die Pariser Veranstaltung verfolgt einen ambitionierten CSR-Ansatz. Seit 2017 ist sie Unterzeichnerin der Charta für nachhaltige Großveranstaltungen und arbeitet daran, ihre Umweltbelastung in Bereichen wie Abfall, Wasser, Energie und nachhaltiger Mobilität zu reduzieren. Zugleich fördert sie soziale Werte wie Inklusion und Solidarität.
Eine neue Gewohnheit für Läufer
Im Trailrunning längst etabliert, dürfte diese Entwicklung auch die Gewohnheiten von Marathon- und Straßenläufern grundlegend verändern. Trinken will künftig vorbereitet sein: das passende Gefäß auswählen, damit trainieren, Tragekomfort und Zugänglichkeit im Rennen testen. Denn im Marathon zählt jede Sekunde, und die Flüssigkeitsversorgung ist ein entscheidender Leistungsfaktor.
Die Ausgabe 2026 des Paris-Marathons wird damit zum Praxistest unter realen Bedingungen. Viele Rennveranstalter werden nach Paris blicken, um zu sehen, ob aus diesem mutigen Schritt ein neuer Standard werden kann. Für die Läufer bedeutet das, sich an eine kleine Veränderung zu gewöhnen und künftig nachhaltiger zu laufen, ohne dass die Leistung darunter leidet.
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