Nike Pegasus 42 im Test: unser Fazit nach 100 km

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Nike Pegasus 42 im Test: unser Fazit nach 100 km
© MARATHONS

Die Pegasus ist wohl der bekannteste Laufschuh der Welt. Mit 44 Jahren auf dem Buckel ist sie die ikonischste Modellreihe von Nike. Anders gesagt: Sie hat schon unzählige Läufer kommen und gehen sehen. In den vergangenen Jahren hat die US-Marke jedoch Boden verloren, und die Modellreihe geriet angesichts der immer stärkeren Konkurrenz etwas ins Hintertreffen. Wird die Pegasus 42 ihrem Ruf und vor allem der Konkurrenz noch gerecht? Unser Fazit fällt gemischt aus. Für lockere Läufe macht der Schuh seinen Job, doch trotz einiger auf dem Papier spannender Neuerungen, darunter eine neue Air-Zoom-Einheit, konnte er uns nicht wirklich überzeugen. Der Schuh vermittelt kein dynamisches Laufgefühl, und der Schaumstoff liefert kaum Energierückgabe. Vielleicht ist genau das die DNA der Pegasus: ein Schuh, der funktioniert und den Fuß arbeiten lässt. Mehr sollte man von ihm allerdings nicht erwarten.

Die Neuerungen der Pegasus 42

Air Zoom über die gesamte Länge: Die beiden Air-Zoom-Einheiten im Fersen- und Vorfußbereich sind Geschichte. An ihre Stelle tritt nun eine einzige, über die gesamte Länge verlaufende, gebogene Air-Zoom-Einheit, die fast wie eine Platte wirkt?

ReactX-Schaumstoff: Das Material bleibt dasselbe (TPE/EVA), Nike verspricht jedoch 15 Prozent mehr Dynamik. Spoiler: Einen wirklichen Unterschied haben wir nicht gespürt.

Überarbeitete Geometrie: Die Pegasus 42 hat unter den Zehen einen etwas ausgeprägteren Rocker. Außerdem hat Nike den Vorfuß um 3 mm stärker gedämpft, ohne die Gesamthöhe der Sohlenkonstruktion an anderer Stelle zu erhöhen. Unter der Ferse bleiben es 37 mm bei einem Drop von 10 mm.

Passform: Im Vorfuß fällt der Schuh etwas breiter aus, bleibt aber relativ schmal und entspricht damit weiterhin den üblichen Standards der US-Marke. Eine Wide-Version ist allerdings erhältlich.

Komfort: Die Stärke des Schuhs. Das Mesh der neuen Generation sorgt für mehr Komfort und hält den Fuß während der Belastung zugleich gut belüftet.

Außensohle: Auch unter dem Schuh gibt es einige Änderungen: Das Gummimaterial ist weniger massiv und etwas gleichmäßiger verteilt, was Schutz und Haltbarkeit verbessern soll.

Technische Daten – NIKE PEGASUS 42

  • Kategorie: Daily Trainer

  • Einsatzbereich: lockere bis moderate Läufe, bis zum Halbmarathon

  • Schaumstoff: ReactX (TPE/EVA)

  • Gebogene Air-Zoom-Einheit über die gesamte Länge

  • Gummi-Außensohle mit Waffelprofil

  • Mesh der neuen Generation

  • Untergrund: Straße

  • Niveau: für alle Läufer

  • Gewicht: 300 g (Herrenmodell)

  • Sohlenhöhe: 37 mm (Ferse) / 27 mm (Vorfuß)

  • Drop: 10 mm

  • Preis: 140 €

  • Ähnliche Modelle: Asics Novablast 6, Puma Velocity 4

Testbedingungen

Clément: Erfahrener Läufer, derzeit in der Off-Season. Hier eine Schwellen-Einheit, dort etwas Tempo, vor allem aber viele lockere Läufe. Mit der Nike Pegasus 42 bin ich knapp 150 Kilometer gelaufen, überwiegend auf der Straße. Ich habe sie hauptsächlich für Läufe im Grundlagenbereich und Bergintervalle genutzt, außerdem für einige Schwellen-Einheiten, um zu sehen, wie der Schuh auf längeren Intervallen reagiert.

Nike Pegasus 42 nach 100 km im Test: Komfort, Performance, Gewicht, Haltbarkeit und der Vergleich mit der Konkurrenz.© Marathons

Passform und Komfort

Sobald man in den Schuh schlüpft, ist der Komfort sofort spürbar. Das Mesh der neuen Generation fühlt sich angenehm an. Die Ferse wird durch eine leicht versteifte Struktur im hinteren Bereich gut gehalten, ohne zu drücken. Im Gegenteil: Eine zusätzliche Schaumschicht schützt die Ferse vor möglichen Reibestellen. Auch die recht großzügige Zunge vermittelt ein fast schuhstrumpfähnliches Gefühl. Kurz gesagt: Der Schuh ist gut konstruiert. Ich habe meine übliche Größe genommen und keinerlei nennenswerte Probleme gehabt. Die Schnürsenkel sind ziemlich klassisch, erfüllen ihren Zweck aber problemlos.

Performance

Die Pegasus ist der Schuh für die täglichen lockeren Läufe, entspannte Tempi und unkomplizierte Runden. In dieser Kategorie erfüllt sie ihre Aufgabe gut. Aber ehrlich gesagt sollte man nicht mehr von ihr verlangen. Dem Schuh fehlt es deutlich an Dynamik: Die Arbeit der Air-Zoom-Einheit unter dem Fuß ist kaum zu spüren. Die Energierückgabe fällt begrenzt aus, und man merkt, dass der Fuß bei jedem Aufprall mehr arbeiten muss. Für einen Freizeitläufer wie mich bleiben die Laufeindrücke daher etwas hinter den Erwartungen zurück. Nicht die Festigkeit des Schaums stört mich besonders, sondern vielmehr die geringe Energierückgabe. Zugegeben: Bei lockeren Läufen ist das kein echtes Problem, man gewöhnt sich daran. Sobald man das Tempo aber etwas anzieht, wird der fehlende Rebound spürbar und man muss deutlich mehr arbeiten, um schnell zu laufen. Vor allem dann, wenn man an dynamischere Modelle gewöhnt ist. Der ReactX-Schaumstoff ist ganz offensichtlich nicht auf Performance ausgelegt. Aber ist das bei einer Pegasus wirklich überraschend? Die Modellreihe hat sich in den vergangenen Jahren nur wenig weiterentwickelt und bleibt fest in ihrer Rolle als Laufschuh für lockere Einheiten verankert, ohne echte Performance-Technologie. Trotz der neuen Air-Zoom-Einheit ist das Laufgefühl unter dem Fuß weit davon entfernt, außergewöhnlich zu sein. Auch der 10-mm-Drop kann den Schaumstoff mit seinem geringen Rebound nicht kompensieren.

Andererseits könnte dieser geringe Support manchen Läufern entgegenkommen, vor allem denen, die den Untergrund spüren und ihren Körper stärker arbeiten lassen wollen. Denn alles, was ein Schuh für uns übernimmt, also Aufpralldämpfung, Energierückgabe und Vortrieb, muss der Fuß selbst nicht mehr leisten. Mit einem Modell wie der Pegasus 42 ist die mechanische Belastung höher, was mehr Anpassungsprozesse auslösen kann. Ein Punkt, der gut trainierte Athleten durchaus ansprechen könnte. Bekannt ist auch, dass das Modell bei amerikanischen College-Studenten, die auf der Bahn richtig Gas geben, besonders beliebt ist. Sie schwören seit jeher auf die Pegasus, gerade weil sie bodennah und gleichzeitig ausreichend schützend ist. Die Beliebtheit des Modells bei US-Studenten und Laufanfängern nannte Nike bei der Produktvorstellung ausdrücklich als Argument. Die Pegasus ist ein bisschen wie Mario in Mario Kart: In nichts herausragend, aber in allem ordentlich …

Stabilität

Der Schuh ist relativ stabil. Selbst auf Schotter vermittelt er ein sicheres Gefühl. Ich habe ihn auch bei Regen getestet und bin nicht weggerutscht. Das neue Profil der Außensohle funktioniert zuverlässig. Das Schnürsystem ist schlicht, aber effektiv, und der Fuß wird im gesamten Schuh gut gehalten.

Haltbarkeit

Die Haltbarkeit scheint eine echte Stärke zu sein. Ganz im Sinne der Pegasus-DNA steckt das Modell die Kilometer klaglos weg und dürfte je nach Laufstil und Körperbau wahrscheinlich bis zu 1000 km durchhalten. Allerdings verliert der Schuh im Laufe der Zeit auch nicht viel Dynamik … schließlich bringt er schon zu Beginn kaum welche mit.

Atmungsaktivität

Beim Mesh setzt Nike auf ein neues zweilagiges Material, das sehr atmungsaktiv und komfortabel ist. Das schuhstrumpfähnliche Tragegefühl bleibt erhalten, und selbst während einer Hitzewelle konnte mein Fuß bei der Belastung gut atmen. Blasen oder Reibestellen hatte ich keine.

Gewicht

Eine der großen Schwächen der Pegasus 42 ist ihr Gewicht. 300 Gramm bringt sie auf die Waage und gehört damit zu den schwersten Daily Trainern auf dem Markt. Zusammen mit dem wenig dynamischen Schaumstoff macht sich das bei jedem Schritt unmittelbar bemerkbar. Klar, der Schuh ist nicht auf Performance ausgelegt, trotzdem ist er etwas schwerer als das Vorgängermodell. Während alle Marken ihre Modelle immer leichter machen, geht Nike mit zusätzlichen Gramm auf der Waage in die entgegengesetzte Richtung.

Im Vergleich zur Konkurrenz

Blickt man auf die Geschichte der Modellreihe, wird die Pegasus 42 ihrem Ruf sicherlich gerecht. Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz kann sie jedoch kaum noch mithalten. Die Marke mit dem Swoosh verliert im Running seit einigen Jahren Marktanteile an extrem dynamische Marken, die regelmäßig neue Technologien auf den Markt bringen. Ihre Stärke: Sie scheuen sich nicht, selbst ihre Daily Trainer mit Premium-Technologien auszustatten. Das Ergebnis sind sehr unterhaltsame Laufschuhe, die fast alles können. Beispiele sind der Asics Novablast 6, der adidas EVO SL oder der Puma Velocity 4. Diese Modelle kombinieren einen dynamischen Schaumstoff mit bemerkenswerter Haltbarkeit. Genau das erwarten Läufer heute. Auch bei einem lockeren Lauf möchte man Spaß haben, und ein federndes Gefühl unter dem Fuß gehört im Running inzwischen zu den Ansprüchen. Außerdem werden diese Modelle von Generation zu Generation leichter, während die Pegasus 42 schwerer wird und nur schwer neue Wege findet. Kurz gesagt: Bei ambitionierten Läufern, die ihr Training auf ein neues Niveau bringen wollen, wird sie es schwer haben. Selbst innerhalb des Nike-Universums greift man eher zur Vomero-Reihe, die dank ihres ZoomX-Schaumstoffs mehr Performance bietet.

Preis-Leistungs-Verhältnis

140 € kostet die Pegasus 42. Das ist ein fairer Preis, ehrlich gesagt würde man das Paar aber eher im Sale kaufen. In dieser Preisklasse findet man nämlich dynamischere und ebenso gut konstruierte Modelle wie die Puma Velocity 4 oder die Asics Novablast 6. Sie bieten bei einem sehr ähnlichen oder sogar niedrigeren Preis deutlich mehr Laufgefühl. Die Pegasus 42 punktet zwar in anderen Bereichen, etwa mit dem komfortablen Obermaterial, doch das reicht nicht aus. Beim Laufgefühl spielt sie eindeutig nicht mehr in derselben Liga wie ihre direkten Konkurrentinnen.

Für wen?

Läufer, die einen eher klassischen Daily Trainer suchen
Pegasus-Fans, die seit jeher in diesem Modell laufen
Läufer, die ein bodennahes Modell suchen, in dem der Fuß arbeiten muss
Puristen, die stark federnde Daily Trainer vermeiden möchten

Fazit zur Nike Pegasus 42

Von der Pegasus 42 bin ich nicht enttäuscht, weil ich ohnehin nichts Besonderes erwartet hatte … Das ist ein wenig traurig, wenn es um eine der traditionsreichsten Modellreihen der Marke mit dem Swoosh geht. Aber ganz offen: Nike muss mehr Neuerungen liefern, wenn die Marke in einem immer anspruchsvolleren Markt bestehen will. Wie bereits erwähnt, macht die neue Version bei lockeren Läufen ihren Job. Sie wird aber schnell aus meiner Rotation verschwinden, weil sie mit den Daily Trainern der Konkurrenz nicht mithalten kann. Der ReactX-Schaumstoff ist zu wenig dynamisch. Wer unbedingt bei der Marke mit dem Swoosh bleiben möchte, greift besser zu einer Vomero, die deutlich mehr Spaß und Performance beim Laufen bietet. Immerhin wagt die Pegasus 42 mit ihrer durchgehenden Air-Zoom-Einheit und dem ausgeprägteren Rocker etwas Neues. Nike könnte hier auf der richtigen Spur sein. Um die Modellreihe wirklich neu zu beleben, wird man den ReactX-Schaumstoff aber wohl irgendwann aufgeben müssen.

Stärken:
Komfortables und atmungsaktives Mesh
Guter Halt des Fußes
Hohe Haltbarkeit
Zuverlässiger Grip

Schwächen:
X Hohes Gewicht
X Wenig Dynamik
X Fehlender Vortrieb
X Wenig vielseitig

Bewertung: 6,5/10

Die Pegasus 42 ist kein außergewöhnlicher Schuh, doch Nike bringt mit der durchgehenden Air-Zoom-Einheit immerhin eine Neuerung in die traditionsreiche Modellreihe. Trotz des durchwachsenen Ergebnisses bleibt die Pegasus für alle, die einen einzigen zuverlässigen Schuh suchen und sich nicht zu viele Gedanken machen wollen, ein unverwüstlicher Klassiker. Für Läufer, die sich weiterentwickeln oder wieder mehr Freude an ihren Läufen haben möchten, ist sie allerdings nicht mehr unsere Empfehlung. 44 Jahre nach dem ersten Modell steht die Legende noch, zeigt gegenüber einer Konkurrenz, die unaufhörlich weiterzieht, aber zunehmend ihr Alter.

Die Nike Pegasus 42 auf der offiziellen Website Nike.com zum Preis von 140 €.