Die schlechtesten Ausreden, um ein Training zu schwänzen

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Von Marie Paturel

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Die schlechtesten Ausreden, um ein Training zu schwänzen
© STADION-ACTU

Wer kennt ihn nicht, diesen heftigen Anflug von Faulheit, den unwiderstehlichen Drang, auf dem Sofa kleben zu bleiben, oder die Versuchung, eine harte Einheit einfach sausen zu lassen? In solchen Momenten fällt uns wirklich jede Ausrede ein, um das Training zu schwänzen, notfalls die schlechteste und vor allem unglaubwürdigste.✓ Es gibt jede Menge schlechte Ausreden, um ein Training sausen zu lassen. Die Klassiker haben wir bewusst außen vor gelassen: „Ich habe Schwimmen“, „Ich habe Aqua-Pony“, „Ich muss heute länger im Büro bleiben“, „Meine Wade zwickt ein bisschen, da sollte ich wohl lieber nichts riskieren“. Bei den haarsträubendsten Vorwänden mussten wir uns entscheiden. Herausgekommen ist eine kleine Auswahl. Urteilt selbst!

„Ich habe mich gestern gewaschen“

Ja, es stimmt: Sport macht schweißtreibend. Im Sommer ist es am schlimmsten. Du bist kaum 300 Meter gelaufen, da spürst du schon, wie der Schweiß zwischen deinen Schulterblättern herunterläuft und dein nach Lavendel duftendes T-Shirt einen zarten Robbengeruch annimmt.

Deine Haare? Vergiss dein Styling. Vergiss die schicke Frisur, an der du heute Morgen vor dem Weg ins Büro eine halbe Stunde gefeilt hast. Vergiss auch deine federleichten, fluffigen Ansätze. Nach deinem Lauf bleibt dir nur eine Möglichkeit: wieder unter die Dusche und eine gründliche Reinigung von Kopf bis Fuß.

Ja, Laufen erfordert einwandfreie Hygiene. Sonst drohen Pilzinfektionen zwischen den Zehen, missbilligende Blicke deiner nasenstarken Kollegen und Getuschel von den Fahrgästen im öffentlichen Nahverkehr (wetten, dass du schnell ganz viel Platz um dich herum hast?). Aber du hast dich gestern gewaschen, und bei all dem Gerede über Klimawandel, Ressourcenknappheit und Dürre wäre es nicht gerade nachhaltig, beim Training deine Klamotten, deinen Körper und deine Haare schmutzig zu machen. Heute steht fest: Du bleibst sauber.


„Meine Katze hat Fieber.“

Deine Katze (oder dein Hund, dein Kanarienvogel oder sogar dein Goldfisch) ist wie dein eigenes Kind. Sobald es ihm ein bisschen schlecht geht, machst du dir schreckliche Sorgen. Weil du weißt, dass zur Genesung auch eine gute Stimmung gehört, kannst du deinen kleinen Liebling unmöglich allein zu Hause seinem traurigen Schicksal überlassen. Also musst du an seinem Krankenlager (oder eher an seinem Kissen, in seinem Käfig oder vor seinem Aquarium) bleiben, um ihm deine volle psychologische Unterstützung und bedingungslose Liebe zu geben. Nein, du kannst wirklich nicht laufen gehen, das steht völlig außer Frage. Die Nachbarin soll dich ja nicht wegen schlechter Haltung beim Tierschutzverein anzeigen!

Apropos, eine praktische Frage: Wo genau hast du die Temperatur deiner Katze gemessen?


„Meine Schwiegermutter kommt zum Abendessen“

Das muss man dir lassen: Diese Ausrede ist un-im-wi-der-leg-bar. Schwiegermütter sind heilig. Vor allem aber bergen sie ein gewaltiges Ärgerpotenzial und liefern Stoff für Vorwürfe bis in alle Ewigkeit, falls du nicht rechtzeitig zurück bist oder der Braten nicht gar genug ist (oder zu durch, weil du während des Garens laufen warst).

Wenn du allerdings jeden Tag behauptest, deine Schwiegermutter käme bei dir zum Essen, geben wir zu: Dann fällt es uns doch etwas schwer, dir zu glauben.


„Es ist heiß, körperliche Anstrengung ist total gefährlich“

Stimmt, das haben sie sogar im Fernsehen gesagt! Bei Hitze wird das Herz stärker belastet, man schwitzt, die Körpertemperatur steigt, und es drohen Dehydrierung, Hitzschlag, Sonnenstich und Sonnenbrand. Bei heißem Wetter Sport zu treiben ist HOCHGRADIG gefährlich.

Gehen normale Menschen etwa bei 35 Grad laufen, hä? Nein, alle bleiben im Kühlen, trinken Bier im Biergarten oder liegen im Schatten im Gras. Was, die besten Läufer der Welt stammen aus Ländern, in denen es richtig heiß ist? Ja, aber die sind daran angepasst und du nicht. Die haben bestimmt ein eingebautes Kühlsystem, einen Wasserspeicherhöcker auf dem Rücken und blockierte Schweißdrüsen. Du hast das alles nicht, also schwitzt du bei Hitze. Punkt.


„Es ist kalt, das ist genauso gefährlich“

Das haben sie auch im Fernsehen gesagt. Kalte Luft setzt den Bronchien zu. Bei Schnee kann man stürzen und sich den Oberschenkelhals, ein Bein, den Knöchel oder sogar einen Arm brechen. Manche behaupten sogar, eiskalte Luft könne am Ende Asthma auslösen.

Ja, gut, was du offenbar nicht richtig mitbekommen hast: Man kann sich auch für Minusgrade passend ausrüsten. Hast du etwa noch nie von Mathieu Blanchard gehört, der vergangenen Winter 608 km in der Arktis zurückgelegt hat? Komisch, er kam weder mit Gips, eingefrorenen Lungen noch einem Vorrat an Ventolin unter dem Arm ins Ziel. Also schnell nach Hause und an die Heizung kuscheln: Du willst dir ja keine Erfrierungen holen!


„Es regnet, ich habe neue Schuhe und will sie nicht schmutzig machen“

Die ultimative Ausrede. Die ultimative Ausrede, um die gefürchtete Tempodauerlauf-Einheit sausen zu lassen. Jene Einheit, die dich am Ende zu Boden zwingt und dir den Burger mit Pommes vom Mittagessen wieder bis an die Lippen steigen lässt, ganz zu schweigen vom Kaffee um zehn. Du fürchtest diese verdammte Intervalleinheit so sehr, dass du dir alles Mögliche ausdenken würdest, um ihr zu entkommen. Sogar das hier, den schlechtesten aller Vorwände: „Ich will meine neuen Schuhe nicht schmutzig machen.“

Deine Treter haben schließlich ein Vermögen gekostet. Du hast dich für das neueste Carbonplatten-Modell entschieden, mit dem man auf Marathon bekanntlich ständig seine persönliche Bestzeit knackt. Keine Chance, dass auch nur ein Spritzer das makellose Mesh ruiniert. Heute Abend stellst du die Schuhe sauber und trocken hinten in den Kleiderschrank. Ganz sicher: Morgen ist schönes Wetter. Passt perfekt, morgen steht ein lockerer Regenerationslauf an!


Hinter den schlechten Ausreden, ein Training sausen zu lassen, steckt immer irgendetwas: fehlende Motivation? Vorübergehende Müdigkeit? Unpassendes Coaching? Oder im Gegenteil zu wenig Betreuung? Wenn man ständig Vorwände findet, um den Sport ausfallen zu lassen, sollte man sich vermutlich fragen, wie viel Freude man an der Aktivität hat, wie man sie betreibt und welche Ziele man sich gesetzt hat (oder ob überhaupt Ziele da sind!). Und ihr: Findet ihr oft Ausreden, um nicht laufen zu gehen?