10 km du Neuf: Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen nach Hitzevorfällen

SL
Von Sabine Loeb

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

10 km du Neuf: Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen nach Hitzevorfällen
© Lions Club Paris

Die Hitzewelle der vergangenen Tage wird den 10 km du Neuf des Lions Club Paris am Sonntag, dem 31. Mai, nicht verhindern. Auch wenn die Temperaturen deutlich sinken sollen, haben die Veranstalter nach dem Todesfall am vergangenen Wochenende bei einem anderen Lauf im Großraum Paris zusätzliche Maßnahmen ergriffen.

Kein Sonntag gleicht dem anderen, zum Glück. Der 25. Mai hat bei den Veranstaltern von La Pyrénéenne, einem 10-km-Lauf im 20. Arrondissement von Paris, tiefe Spuren hinterlassen. Ein Todesfall erschütterte den Stadtteil und überschattete eine Veranstaltung, die eigentlich ganz im Zeichen von Sport und Feierlaune stand. Für Isabelle Penafiel, Präsidentin des Paris Sport Club und Organisatorin des Laufs, war es ein schmerzhaftes Déjà-vu: Bereits 2024 hatte sie einen ähnlichen Fall erlebt. Zwei Tote im Abstand von zwei Jahren, das tut weh, trotz des Sicherheitskonzepts, das für den Lauf aufgefahren wurde. Die drückende Hitze der vergangenen Tage hat zu diesen tödlichen Zusammenbrüchen beigetragen, ebenso wie zu Dutzenden weiteren Zwischenfällen bei zeitgleich ausgetragenen Läufen, etwa bei La Maisonnaise in Maisons-Alfort.

Mehr Sicherheitsmaßnahmen für die 10 km du Neuf

Angesichts dieser Ereignisse und des Aufrufs zu erhöhter Wachsamkeit durch das Ministerium für Sport, Jugend und Vereinswesen haben die Veranstalter der 10 km du Neuf gemeinsam mit dem Bezirksamt des 9. Arrondissements und mit dessen Unterstützung ihr Sicherheitskonzept verstärkt. „Wir müssen uns anpassen. Zum Beispiel haben wir ein zweites Sanitätsteam auf der Strecke eingesetzt“, erklärt Rennleiter Adrien Broult. Außerdem bereiten wir für alle Helfer klare Hinweise vor, damit sie die Läufer sensibilisieren können.

Bei Kilometer fünf werden Duschen aufgestellt, damit die Teilnehmer trinken und sich abkühlen können. Neben den zusätzlichen Einrichtungen bleibt die Prävention gegenüber den Läufern und den 250 eingesetzten Helfern entscheidend. „Wir können als Veranstalter noch so viel vorbereiten: Wenn die Läufer die Gefahr einer Hitzewelle nicht ernst nehmen, werden wir meiner Meinung nach immer mit Unfällen zu tun haben“, betont der Rennleiter.

Sensibilisierung als oberstes Gebot

Wer etwas verhindern will, muss handeln. Das Team des Lions Club Paris informiert deshalb verstärkt per E-Mail und bei der Startnummernausgabe über die empfohlene Ausrüstung: leichte Kleidung, eine Kappe und Behälter zum Trinken. Auch Wasserflaschen werden an die Helfer verteilt. „Direkt vor Ort können wir die Botschaft am deutlichsten vermitteln: Hört auf euren Körper und gebt auf Hitzeschläge acht“, ergänzt Adrien Broult.

© Lions Club Paris

Ein verlegter Lauf, reale Risiken

Traditionell findet der Lions Paris 9 Run Mitte März statt. Mehrere Faktoren führten dazu, den Lauf in diesen Zeitraum Ende Mai zu verlegen. Die Veranstalter mussten ihre Abläufe entsprechend anpassen. Zusätzliche Helfer und Aufklärung prägen diese 21. Ausgabe. Der für Sonntag erwartete allmähliche Temperaturrückgang sorgt für etwas Erleichterung, garantiert aber keineswegs einen Zwischenfall freien Renntag. „Die eine magische Lösung gibt es nicht“, sagt Adrien bedauernd. Leider hat es immer Unfälle gegeben. Ich erinnere mich an Paris-Versailles: Da ist jemand 100 Meter von mir entfernt zusammengebrochen, obwohl wir uns in einem schattigen Abschnitt im Wald von Meudon befanden.

Ein sportliches und solidarisches Treffen

Am Sonntag wird im 9. Arrondissement gefeiert. Aus einem kleinen Stadtteillauf sind die 10 km du Neuf zu einem festen Termin im Pariser Laufkalender und darüber hinaus geworden. Bei der gemeinnützigen Veranstaltung treffen internationale Teilnehmer auf Läufer aus der Region. Die Einnahmen gehen an Organisationen, die sich für die Bildung von Kindern mit Behinderung einsetzen. „Wir nennen das inklusive Bildung“, präzisiert Adrien. Ein Anliegen, das auch die Helfer verbindet, denen Solidarität und Gemeinschaft wichtig sind.

2600 Teilnehmer gehen über die 10-km-Distanz an den Start, 400 über 5 km und 250 Kinder bei der Foulée des Familles über 1,5 km. Neben der festlichen Atmosphäre verspricht der Lauf auch an der Spitze ein starkes Rennen. Die Vorjahressiegerin Louise-Marie Monamy bekommt es mit Lorea Irigaray, der Siegerin des 10-km-Laufs AG2R La Mondiale, sowie mit Laura Bernard zu tun, die seit 2020 den Streckenrekord hält. Bei den Männern will der zweifache Titelverteidiger Rachid Khemissi seinen Sieg wiederholen. Dabei stellt er sich starken Konkurrenten und muss zugleich die noch frische Erinnerung an den Todesfall bei La Pyrénéenne verarbeiten, bei dem er am vergangenen Sonntag vor Ort war.

Keine großen Revolutionen, aber mehrere Anpassungen sollen helfen, einen weiteren Todesfall zu verhindern. „Ich weiß nicht, ob es gute Lösungen gibt“, sagt Adrien zum Abschluss. Gemeinsam mit Martin Le Bars arbeitet er daran, die 21. Ausgabe zu einem Erfolg zu machen, aber gute Lösungen entstehen selten aus der Hitze des Moments und schon gar nicht aus einer rein distanzierten Perspektive.