36.000 Läufer machen die adidas 10K Paris zum goldenen Erfolg
Am Sonntag gingen 36.000 Läuferinnen und Läufer bei der 8. Ausgabe des größten 10-km-Laufs Europas über sich hinaus. Der Teilnehmerrekord bei der adidas 10K Paris kam nicht von ungefähr: Eine neue Strecke und ein einzigartiger Teamgeist sorgten für Begeisterung. Die zahlreichen Spitzenathleten boten eine große Show, allen voran mit einem packenden Männerfinale.
Am Sonntag, dem 8. Juni, fällt um 8 Uhr der Startschuss zur 7. Ausgabe der adidas 10K Paris, abgegeben von der Triathletin und Olympiasiegerin Cassandre Beaugrand. Die Elite geht zuerst auf die Strecke, bevor bis 11.30 Uhr alle weiteren Läuferinnen und Läufer in mehreren Wellen folgen. Stolz tragen sie ihre gelb-goldenen Shirts und sind bereit, die Straßen des 16. Arrondissements in außergewöhnlicher Kulisse zu erobern, angefeuert von einem begeisterten Publikum. Was für ein Privileg, mit einem der Pariser Wahrzeichen im Hintergrund ins Ziel zu laufen: der Arc de Triomphe, perfekt für ein Erinnerungsfoto.
Ein neuer Erfolg dank Fünf-Sterne-Strecke und passendem Angebot
Mit großem Gemeinschaftsgeist stellt diese Ausgabe neue Rekorde auf, allen voran bei der Teilnehmerzahl: 36.000 Läuferinnen und Läufer sind es in diesem Jahr. Auch der Frauenanteil ist auf 48 Prozent gestiegen und verdient besondere Erwähnung. Nach nur 24 Tagen war der Lauf ausgebucht. Der Andrang lässt sich zum Teil durch die Vielfalt der Angebote erklären: Einzelanmeldung, Startblock für Kinderwagen, Startplätze über Unternehmen ... und vor allem durch eine außergewöhnliche Strecke.
Am Rond-point Victor Hugo wärmen sich die motivierten Teilnehmer des Morgens mit Freunden, Kollegen, allein oder mit der Familie auf. Eine Strecke, die den größten internationalen Läufen würdig ist, erwartet nicht nur die Pariser, sondern auch Läuferinnen und Läufer aus ganz Frankreich und dem Ausland. Eine einzigartige Runde, und was für eine: Start an der Avenue Raymond Poincaré, ein kurzer Abstecher am Fuß des Eiffelturms, vorbei an der Louvre-Pyramide, anschließend einige Kilometer auf der berühmten Rue de Rivoli. Den krönenden Abschluss bildet schließlich der rund ein Kilometer lange Anstieg auf den Champs-Élysées. Er fordert die Beine noch einmal hart, belohnt aber mit einem grandiosen Zieleinlauf, den man bis zum letzten Meter auskosten kann.
Die Avenue Foch wird zur Party: Noch nie war die Begeisterung so groß
Selten begleitet eine solche Euphorie ein Sportereignis. Auf der eigens dafür umgestalteten Avenue Foch läuft die Party auf Hochtouren. Im Zielbereich haben die Finisher die Qual der Wahl: ein Erinnerungsfoto an einer der zahlreichen Fotostationen, sich durch die Verpflegungsstände probieren oder bei verschiedenen Aktionen wie Klettern, Holzspielen und Tischfußball mitmachen. Die Veranstalter haben neue Ideen eingebracht und ihrer Kreativität freien Lauf gelassen, um die Läuferinnen und Läufer des Tages zu feiern. Und auch nach den 10 Kilometern ist längst nicht Schluss: Die Teilnehmer feiern weiter, getragen von der Energie der verschiedenen DJ-Sets, die nacheinander auflegen und die Tanzfläche zum Beben bringen. Eine festliche, verbindende Atmosphäre, die dieser außergewöhnlichen Ausgabe gerecht wird.
Manon Trapp bringt Paris zum Strahlen
Die Athletin der Entente Savoie Athlétisme, Manon Trapp, setzt sich in 32:27 Minuten souverän durch. Im Schlussabschnitt wurde sie von Tempomacher Baptiste Cartieaux unterstützt, der sich über ihre Anwesenheit hier besonders freute. „Ich musste konzentriert bleiben, um Manon (Trapp) bestmöglich zu ziehen“, erzählt er. Sein Einsatz verdient Respekt. Trapp strahlt im Ziel, denn „das Ziel war, Spaß zu haben“, und dieser Plan ging auf. Für die nächsten Marathon-Weltmeisterschaften nominiert, gehört der 10-km-Lauf nicht zu ihrer Spezialstrecke. Sie sieht den Wettkampf als gute Trainingseinheit mit ein paar zusätzlichen, durchaus reizvollen Schwierigkeiten. „Der letzte Kilometer, der Anstieg war lang, aber ich mag es, wenn die Strecke abwechslungsreich ist. Da ich nicht auf eine bestimmte Zeit aus war, passt das so. Jedes Jahr genieße ich die Atmosphäre von Paris und diesen einzigartigen Lauf aufs Neue!“, erklärt sie begeistert.
Rund 30 Sekunden später überquert Margaux Sieracki, die im vergangenen Jahr gewonnen hatte, die Ziellinie in 33:03 Minuten. Kein Doppelsieg diesmal, dafür eine neue Perspektive. Nach vier Monaten Verletzungspause tastet sich die Straßenläuferin auf ihrem Terrain allmählich zurück und nimmt das Ergebnis gelassen. „Meiner Meinung nach werde ich im September oder Oktober wieder mein bestes Niveau erreichen. Heute wollte ich für den Sponsor einfach aufs Podium und unter 33 Minuten bleiben.“ Die treue Teilnehmerin hat den Lauf bereits 2021 und 2024 gewonnen und 2022 Bronze geholt, als sie einfach mit einem Freund gelaufen war. „Jedes Mal gebe ich mein Bestes. Solange man läuft, ist das die Hauptsache. Man muss frei laufen.“
Auf Rang drei komplettiert Mélanie Allier das Podium in 33:47 Minuten: „Wir waren nicht wegen einer Zeit hier, sondern um den Tag mit dem adidas-Team zu genießen.“ Die Läuferin aus der Ardèche kann sich an der spektakulären Kulisse dieses Laufs nicht sattsehen: „Alles, sogar die Uferstraßen, finde ich jedes Jahr unglaublich.“ In ihren eigens für den Anlass getragenen lachsfarbenen adidas-Outfits haben die drei Markenbotschafterinnen die Straßen von Paris zum Leuchten gebracht. Eine rundum gelungene Ausgabe für die Vertreterinnen der Marke mit den drei Streifen, die diesen gemeinsamen Moment sichtlich genossen.
Raphaël Montoya holt sich die Krone
Bis zum Schluss bleibt die Spannung greifbar. „Auf dem letzten Kilometer haben wir uns angesehen wie Boxer. In den letzten 300 Metern, auf dem abfallenden falschen Flachstück, habe ich alles gegeben und es geschafft zu gewinnen. Ich gehörte zu den Favoriten, also hatte ich den Sieg schon irgendwo im Hinterkopf. Ich bin sehr glücklich“, erzählt der neue König der adidas 10K Paris. Im Sprint setzt sich damit Raphaël Montoya, französischer Meister 2025 über diese Distanz, in 29:05 Minuten durch. Hinter ihm entbrennt ein packendes Duell mit Yoann Kowal, der von seinen Kindern am Straßenrand angefeuert wird.
Der kurzfristig eingeladene Läufer aus der Dordogne, der gerade in der Hauptstadt weilt, zeigt sich mit seiner Leistung zufrieden: „Ich bin zwei Rennen gelaufen, am Freitagabend 3000 Meter in unter acht Minuten und heute Morgen die 10 Kilometer. Ich wusste überhaupt nicht, was meine Beine auf einer Strecke hergeben würden, die doch ziemlich anspruchsvoll und fordernd ist. Ich hätte gern die 28 Minuten unterboten, aber im letzten Kilometer läuft man im Anstieg mit Gegenwind nicht mehr richtig. Es gibt junge und weniger junge Läufer, und ich bin immer noch dabei. Das ist heute für mich das Wichtigste.“ Der Europameister von 2014 über 3000 Meter Hindernis kommt dennoch in 29:06 Minuten ins Ziel. Eine starke Zeit für einen Athleten, der bald den französischen M0-Mastersrekord über 5 Kilometer auf der Straße angreifen will. Die Bestmarke hält sein Freund Yoann Durand mit 13:39 Minuten.
Dahinter holt Harry Louradour in 29:07 Minuten Rang drei, wenig überraschend: „Ich hatte daran gedacht, wusste aber nicht, ob es möglich wäre. Ich wollte ungefähr 29 Minuten laufen. Ich bin sehr zufrieden, auch wenn nicht viel gefehlt hat.“ Sein nächster Start ist für den 5. Juli beim Meeting de l’Est Lyonnais in Décines über 5000 Meter geplant.
Die 8. Ausgabe der adidas 10K Paris hat die Hauptstadt erneut begeistert, getragen von der starken Dynamik des Spirit-Teams. Es ging um mehr als Leistung: Im Mittelpunkt standen Teamgeist und gemeinsames Feiern. Veranstaltungen wie diese bringen Menschen zusammen und leben von Begegnungen und gemeinsamen Momenten. Genau das nimmt auch die zweimalige Siegerin (2023 und 2025), Manon Trapp, mit: „Wir haben ein großartiges Team und eine fantastische Atmosphäre. Wenn du eingeladen wirst, weißt du, dass dich ein perfektes Wochenende erwartet. Und was am Ende bleibt, ist nicht die Zeit ... sondern der gemeinsame Moment.“