Die Helfer des adidas 10K Paris stehen in den Startlöchern
Hunderte Helfer waren bei der 7. Ausgabe des adidas 10K Paris im Einsatz. An zahlreichen Stationen sorgen sie unauffällig, aber unverzichtbar dafür, dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne geht. Einige sind bereits im Ruhestand, andere noch berufstätig. Was sie alle verbindet, sind Energie und ansteckende Begeisterung.
Für die einen ist es eine Möglichkeit, etwas von dem zurückzugeben, was sie in ihrer Jugend selbst erfahren haben, als sie noch liefen oder im Sport aktiv waren. Für andere ist es eine echte Lebenseinstellung: Sie wollen Teil einer solidarischen Gemeinschaft sein und sich gemeinsam engagieren.
Die vielfältigen Aufgaben der Helfer im Herzen der Organisation
➜ Die Helfer der Anti-Doping-Kommission begleiten die für eine Kontrolle ausgewählten Athleten. Sie trafen sich bereits um 7:30 Uhr und waren startklar. Doch am Ziel der Eliteläufer erschien kein Dopingkontrolleur. Die vier angetroffenen Helferinnen konnten deshalb die Atmosphäre genießen und sogar „ein paar Fotos machen, obwohl das normalerweise nicht erlaubt ist“, erzählt France lachend. An diesem Tag mussten sie die Athleten weder „zur Urinprobe noch, seltener, zur Blutabnahme begleiten“, erklärt Marie-France. Auch wenn keine Proben genommen werden, bleibt ihre Anwesenheit unverzichtbar: Die Kontrollen finden unangekündigt statt. Wer dem Anti-Doping-Team angehören möchte, muss Mitglied eines Sportverbands sein und eine kurze spezielle Schulung absolvieren. Ihr Einsatz endet gegen 11 Uhr nach den Siegerehrungen.
➜ Eine weitere wichtige Aufgabe: Läufer ohne Startnummer erkennen. Gemeint sind Personen, die sich ins Ziel einschleichen, um neben Angehörigen oder Freunden zu laufen. Die Helfer müssen sie dann auffordern, die den Finishern vorbehaltenen Bereiche zu verlassen.
➜ Hinter der Gepäckabgabe steckt eine perfekt eingespielte Logistik. Camille Cesto ist dort eingesetzt, wo die Teilnehmer ihre Sachen abgeben und nach dem Lauf wieder abholen. Platz ist für 36.000 Taschen vorgesehen, entsprechend der Zahl der Läufer. Wie ihre Kollegen kam Camille um 6 Uhr und wird gegen 14:30 Uhr Feierabend machen. Eine Ablösung ist nicht vorgesehen, nach dem Frühstück im Morgengrauen gibt es aber eine Lunchbox. „Der Teamleiter bringt uns regelmäßig Bonbons“, lächelt Camille. Eine willkommene kleine Stärkung an einem so intensiven Tag. „Das Tüpfelchen auf dem i: Wer ein gutes Team haben will, muss ihm Bonbons geben“, scherzt Philippe Debadier, der Verantwortliche für die Gepäckaufbewahrung. Er koordiniert seine 140 Helfer ganz entspannt: „Sie sind einfach großartig.“
➜ Auch der Helferbereich will betreut werden. Normalerweise an der Gepäckaufbewahrung eingesetzt, kümmert sich Sylvie Volet in diesem Jahr um den Bereich für die Helfer: Toiletten, Kaffee und die entsprechenden Zelte. Früher selbst sportlich aktiv und heute als Sekretärin tätig, hilft sie aus Freude: „Das ist eine gute Möglichkeit, auf andere Gedanken zu kommen.“ Für diesen Einsatz ist sie gemeinsam mit ihrer Schwester aus Choisy-le-Roi angereist.
➜ Die Ausgabe der Startnummern begann bereits am Donnerstag. Die Helfer konnten sich für einen der drei Tage eintragen: Donnerstag, Freitag oder Samstag. An drei Standorten konnten die Teilnehmer ihre begehrte Startberechtigung abholen. In Opéra erlebte José Ducamp während seines Helfertags einen ununterbrochenen Strom von Teilnehmern. Bei anderen Veranstaltungen kümmert er sich häufig um unvollständige Anmeldungen, wenn Läufer ihre medizinische Bescheinigung nicht eingereicht haben.
➜ Entlang der Avenue Foch sind die Helfer je nach Teilnehmerstrom auf verschiedene Stationen verteilt. Nils Housson und Timothée Clairembault, zwei Gymnasiasten, berichten von ihren Aufgaben: Zunächst verteilten sie Armbänder an Läufer, denen es nicht gut ging, und wiesen ihnen den Weg zum Sanitätsdienst. Anschließend lenkten sie die Teilnehmer zu den weniger frequentierten Verpflegungsständen, um den Strom zu entzerren. Jetzt stehen sie an den Absperrgittern und müssen verhindern, dass Finisher die Strecke über nicht dafür vorgesehene Ausgänge verlassen. Diese befinden sich weiter hinten auf der Avenue.
➜ Die Medaillenübergabe ist ein besonderer Moment, zu dem der 56-jährige Philippe Mansouri beiträgt. Als treuer Helfer bei den ASO-Veranstaltungen ist er seit zehn Jahren beim adidas 10K Paris dabei. Als ehemaliger Marathonläufer fühlt er sich der Laufwelt weiterhin verbunden, die ihn nach wie vor begeistert. Er ist einer von drei Verantwortlichen für ein Team aus rund 40 Helfern, das den 36.000 Finishern direkt nach dem Überqueren der Ziellinie ihre Medaillen überreicht. Vor dem Start bereiten sie die Ständer vor, hängen die Medaillen auf und teilen die Helfer ein. Ihr Einsatz dauert von 6:30 bis 12:30 Uhr, eine richtige Pause ist nicht vorgesehen.
➜ Bei der Zielverpflegung haben Noura Fodil (64) und Christine Malicet (62) das Sagen. Sie bezeichnen sich selbst als „jung und dynamisch“. Am Donnerstag lernten sie sich bei der Startnummernausgabe in La Défense kennen. Durch einen glücklichen Zufall wurden sie am Renntag ab 6:30 Uhr derselben Schicht zugeteilt. Christine kommt aus dem Département 93 und brauchte anderthalb Stunden bis zum Veranstaltungsort. Ihr Einsatz endet gegen 12:30 bis 13 Uhr. Sie bereiten die Tische für die Verpflegung nach dem Zieleinlauf vor. Proteinriegel, Trockenfrüchte, Kuchen und Wasser stehen für die Finisher bereit, die die beiden Helferinnen besonders herzlich empfangen möchten.
Der Antrieb der Helfer: Leidenschaft, Gemeinschaft und Freude
Bei der Frage, warum sie sich als Helfer engagieren, sind sich alle einig, ganz gleich, ob bei diesem Lauf oder bei vielen anderen Veranstaltungen. Thierry, 65, ist engagierter Ruheständler und stellvertretender Bürgermeister von Maison-Alfort und in diesem Jahr bereits zum dritten Mal als Helfer dabei. Er unterstützt die Amis de la Gendarmerie. Der Verein, dessen Vorsitzender Pascal Lejeune enge Beziehungen zu ASO, dem Veranstalter des adidas 10K Paris, pflegt, hatte an diesem Morgen rund 40 Mitglieder mobilisiert. Sie übernehmen verschiedene Aufgaben: Sie kümmern sich um Läufer ohne Startnummer, den Teilnehmerstrom und die Gepäckaufbewahrung.
Christine Nussier, 56, Flugbegleiterin bei Air France und Ansprechpartnerin der Kommission für Dopingprävention, erklärt, dass sie vor allem „der Austausch, die Begeisterung, die Lust am Weitergeben und vor allem die Liebe zu den Läufen“ antreiben. Bei den Olympischen Spielen in Paris half sie bei den Turn- und Basketballwettbewerben. Sie liebt es, „diese Freude im Ziel zu sehen, nachdem manche so viel trainiert haben“. Ihre Kollegen aus der Anti-Doping-Kommission empfinden genauso. Marie-France betont außerdem: „Man lernt dabei tolle Menschen kennen.“ Diese menschliche Seite begeistert auch die jüngsten Helfer. Die Schülerin Elia sagt: „Ich spreche gern mit den Leuten und feuere sie an, denn 10 Kilometer zu laufen, ist nicht nichts.“ Helfen liegt ihnen im Blut. Noura und Christine laufen selbst nicht, sind aber genauso engagiert. Noura ist in ihrem Département ehrenamtlich beim Französischen Roten Kreuz aktiv und überall dort zur Stelle, wo sie gebraucht wird. Beide teilen „die Liebe zum Sport, die Geselligkeit und den Gemeinschaftssinn“, Werte, die auch die Helferinnen und Helfer der Anti-Doping-Kommission hervorgehoben haben.
Für viele ist Helfen auch eine Möglichkeit, „ein wenig von dem zurückzugeben, was man selbst bekommen hat“, wie Camille Cesto, selbst Läuferin, sagt: „Ich weiß, dass es ohne Helfer keinen Lauf gäbe. Deshalb nehme ich mir von Zeit zu Zeit die Zeit dafür.“ Die andere Seite der Organisation kennenzulernen hilft ihr außerdem, besser zu verstehen, was die Läufer erleben. Auch Amor Souabni, der als Läufer regelmäßig bei adidas-Rennen startet, genießt es, „für andere da zu sein“. Seine Startnummer kam nicht rechtzeitig an, doch diese Alternative erfüllt ihn voll und ganz. Bei anderen Veranstaltungen war er bereits als Streckenposten im Einsatz. Diesmal gefällt ihm die Gepäckaufbewahrung, denn „der Kontakt mit den Läufern ist wirklich schön. Das macht einfach Freude“. Noura ist bei jedem Helfereinsatz mitten im Sportgeschehen, diesmal an der Zielverpflegung. Sie stimmt Camille zu: „Ich fühle mich nützlich, denn ohne Helfer könnten diese Veranstaltungen nicht stattfinden.“ Außerdem hebt sie „die Wertschätzung durch die betreuenden Teams“ hervor.
José Ducamp, 64, hilft seit 1996 bei ASO. Der ehemalige Läufer erklärt: „So bleibe ich nicht zu Hause, sondern komme in Bewegung.“ Christine, die bei der Zielverpflegung eingesetzt ist, ergänzt: „Das bringt Abwechslung in den Alltag.“ Die jährliche Ausstattung mit adidas-Jacke, T-Shirt und Mütze ist ein gern gesehenes Extra. Philippe ist seit 15 oder 20 Jahren als Helfer dabei, außerdem freiwilliger Feuerwehrmann und Elektronikingenieur. Er arbeitete sich bis zum Verantwortlichen hoch, weil man es ihm angeboten hat und weil er das Helfen im Blut hat: „Ich liebe es, so viele strahlende Gesichter zu sehen. Und weil ich sportlich bin, ist das die perfekte Kombination.“ Die Eliteläufer aus nächster Nähe und aus privilegierter Perspektive zu erleben, begeistert ihn zusätzlich.
Hinter jeder Startnummer stehen Gesichter und Werte
Die meisten Helfer, mit denen wir gesprochen haben, sind alte Hasen und von einer Ausgabe zur nächsten zuverlässig dabei. Einige erleben die Atmosphäre jedoch zum ersten Mal, darunter sieben Jugendliche eines Gymnasiums aus Versailles. Elia Boulila sagt, „das ist eine Erfahrung, die man machen muss“. Der Verein CVS (Club des Volontaires du Sport) hat gemeinsam mit ASO für die 8. Ausgabe ein rund 20-köpfiges Team mobilisiert. Im Laufe der Zeit sind sie Freunde geworden. Sie arbeiten an der Gepäckaufbewahrung, haben dort viel Spaß miteinander und sorgen für eine sportliche und festliche Atmosphäre.
Christine, Vorsitzende der Anti-Doping-Kommission, ist eine erfahrene Helferin und bei zahlreichen Läufen im Einsatz: von Marathon und Halbmarathon bis zu Bahn-Wettkämpfen, in der Region Paris ebenso wie in anderen Teilen Frankreichs. Edith Valantin, 50, verbindet ihren Beruf im Bildungswesen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement bei den Läufen ihres Vereins, für den sie selbst regelmäßig startet.
Die meisten Helfer sind vor allem leidenschaftliche Menschen, ob beim Laufen oder beim Ehrenamt. Marie-Françoise Bourguignon, 73, ist ein gutes Beispiel dafür. Sie teilt ihre Zeit zwischen dem Training der Kleinsten am CNSD in Fontainebleau und ihren ehrenamtlichen Einsätzen. France Gibrat trainiert ebenfalls Kinder in ihrem Verein SOH (Sport Olympique de Houilles) und hilft bei zahlreichen Läufen in der Region Paris. Dazu zählt der Fast 5000, der am Vortag in Maisons-Laffitte stattfand und bei dem sie unter anderem die Dopingkontrollen betreute.
Je nach Veranstaltung die Station zu wechseln, stört sie nicht. Im Gegenteil: Sie schätzen die Abwechslung. Auch bekannte Gesichter bei anderen Läufen wiederzusehen, ist immer eine Freude. Philippe Mansouri, der diese Helfer regelmäßig bei Halbmarathons und Marathons trifft, stellt fest: „Über die Jahre ist eine echte Gruppe entstanden, mit einem bemerkenswerten Engagement. Hut ab vor ihnen!“ Helfer zu sein bedeutet letztlich vor allem, großzügig und engagiert zu sein.
So kannst du Teil der Helferbewegung werden:
✔ Partage ta Passion : für die drei großen Pariser Veranstaltungen: Harmonie Mutuelle Semi-Marathon de Paris, Scheider Electric Marathon de Paris und adidas 10K Paris
✔ Qoezion : um Helfer im Sport, bei Festivals oder Konferenzen zu werden