Eine Prise Liebe beim Valentinslauf im Parc des Buttes-Chaumont!

SL
Von Sabine Loeb

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Eine Prise Liebe beim Valentinslauf im Parc des Buttes-Chaumont!
© Regis Dugué / @allequa.l

Am Samstag, dem 15. Februar, lag bei der 26. Ausgabe des Laufs der Front Runners de Paris Liebe in der Luft. Im malerischen Parc des Buttes-Chaumont gingen mehr als 1.200 bestens gelaunte Läuferinnen und Läufer nach einem beschwingten Warm-up an den Start. Neben der mit bunten Fahnen geschmückten Guinguette Rosa Bonheur bestimmten Gemeinschaft und Zusammenhalt das Bild und verliehen der Veranstaltung eine sportliche wie herzliche Atmosphäre.

Sportlich, spielerisch und politisch engagiert

Der Lauf, der jedes Jahr am symbolträchtigen Datum des Valentinstags stattfindet, ist weit mehr als ein sportliches Ereignis. Er verbindet Sport, Fest und den Einsatz gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität. Damit steht die Veranstaltung für klare Werte und feiert Inklusion, Respekt und Vielfalt. Viele werden durch Plakate in der Metro oder bei der Online-Suche darauf aufmerksam. Besonders beliebt ist der Lauf auch wegen seines Zweierformats. Ausgezeichnet werden zudem verschiedene Kategorien: Frauen, Männer, gemischte Teams und nicht-binäre Teilnehmende. So heißt es: „Hier fühlt man sich am richtigen Ort und feiert gemeinsam das Fest und die Freude.“ Die Vereinigung OUTsiders, vertreten durch die OUT’Cheers, „eröffnet den Reigen tanzend und feuert alle in ihrer ganzen Vielfalt an“. Jedes Jahr werden sie gebeten, den Start „anzuheizen“ – und kehren stets mit „guter Laune“ zurück.

Allein oder zu zweit laufen: Gemeinsam unterwegs

Zwei Distanzen standen zur Auswahl: 10 km im Einzelstart, aufgeteilt in vier 2,5-km-Runden, und 5 km im Zweierteam, bestehend aus zwei Runden. Wer sich ohne Partner angemeldet hatte, konnte beim 5-km-Lauf „Cupidon“ seine bessere Hälfte kennenlernen. Roxane und Kévin trafen sich wenige Minuten vor dem Start. Die junge Läuferin wartete nervös auf ihren Teampartner, weil sie befürchtete, er könnte abgesprungen sein. Am Ende ging alles gut, und die beiden fanden schnell ihren gemeinsamen Rhythmus. Ähnlich lief es bei Samuel und Guillaume, die zwar demselben Verein angehören, sich aber vorher nicht kannten und „Laufen und Kennenlernen“ miteinander verbanden. Samuel musste über sich hinauswachsen, um Guillaumes Tempo zu halten – allein hätte er das nicht geschafft. Viele denken bereits an das kommende Jahr: „Wenn wir uns von diesem Lauf erholt haben“, kommen sie wieder.

Andere ließen sich weniger auf das Überraschungsmoment ein … Die Kolleginnen Clélia und Elodie, als „Engel und Dämon“ verkleidet, gingen gemeinsam an den Start. Ihre Partner hatten sie „zu Hause gelassen“, dafür motivierten sie sich gegenseitig auf der Strecke. Eine schöne Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen. Basile und Charles machten es sich in der Nähe einer Bank bequem und bereiteten sich auf den 10-km-Einzelstart vor. Basile war zum zweiten Mal dabei, diesmal begleitet von seinem einstigen Unterstützer aus dem Vorjahr. Auf seiner Trainingsstrecke sei es „der perfekte Lauf“, mit ihren Anstiegen und Gefällen. Cristiana und Pierre wollten die Anstrengung gemeinsam bewältigen: „Selbst wenn wir gehen müssen, kommen wir zusammen ins Ziel.“ Pierre und Nina waren aus dem Département 93 angereist, um ihren „Lieblingssingle“ anzufeuern. Sie schenkten ihm „eine Startnummer, damit er nach seiner Trennung die Liebe wiederfindet“.

Bei all den beobachteten Duos dürfen natürlich auch die Paare nicht fehlen, die in der eisigen Kälte zusammenhielten. Eng aneinandergeschmiegt, um sich zu wärmen, waren sie bereit, dieses Erlebnis im Gleichklang zu genießen. Nach ihrem Valentinsabend setzten Astrid und Pierre-Loup, die als Anwohner „hier regelmäßig laufen“, ihren gemeinsamen Weg fort. Julie und Jean-Philippe sind seit bald einem Jahr verheiratet und trugen Trikots mit aufgedrucktem Hochzeitsfoto. Eines lässt sich ohne Zögern sagen: Dieser Lauf ist ohne Frage der Lauf der „Verliebten“..

© Regis Dugué / @allequa.l

Kostüme, die alle Blicke auf sich ziehen!

Wie jedes Jahr konnten Groß und Klein völlig verrückte und herrlich schräge Verkleidungen bestaunen. Zum zweiten Mal in Folge holten sich zwei pinke Formen den Sieg. Sie stellten Lippen dar und trugen die riesigen Aufschriften „Muy bien“ und „Muy lesbienne“ – eine Hommage an Barbara Butch, die DJane, die während der Olympischen Spiele heftig kritisiert wurde. Bei ihrer Ankunft trafen wir „Hase und Schildkröte“: Sarah und Eliot landeten auf Platz zwei. Ihr Outfit war zugleich „literarisch und lustig“ und spielte auf ihr unterschiedliches Tempo an: „Rien ne sert de courir“ für den Hasen, der große Schritte machte, und „il faut partir à point“ für die Schildkröte, die mit ihrem kurzen Schritt keineswegs schlecht lief. Auf Platz drei bejubelt wurden Fanny, Trainerin und Mitglied der Front Runners, und ihre Partnerin Aurélie. Beide trugen ein blaues Outfit mit einer humorvollen und politischen Botschaft: „Happy Family “.


Freiwillige und Helfer im Überfluss

Entlang der Strecke, an der Verpflegung und bei den weiteren Programmpunkten des Tages, dem Brunch und der Abendveranstaltung, waren insgesamt 180 Freiwillige im Einsatz. Gut verborgen unter ihrem Mantel fand Élodie einen Weg, ihren Frust zu kompensieren. Sie wollte an diesem Samstag gemeinsam mit einer Freundin laufen, doch beide hatten zu lange mit der Anmeldung gewartet und die Gelegenheit verpasst. Auch Rodolphe und Owen, zwei Mitglieder der Front Runners, wechselten die Seite und halfen hinter den Kulissen. Der eine fand so eine Alternative zu seiner Verletzung, der andere wollte den Verein unterstützen, nachdem er zwei Jahre lang in den „Bergen“ des Parks gelitten hatte.

Das Projekt mit einem großartigen, stets wertschätzenden Team zu gestalten.“

Jean-Yves Guilbaud

Mehr als 1.200 Anmeldungen: Der Erfolg ist garantiert

Jean-Yves Guilbaud, der Organisator dieser vereinsübergreifenden Veranstaltung im Jahr 2025, ist zufrieden: Seit drei Jahren ist der Lauf lange vor dem Starttermin ausgebucht. Inzwischen kümmern sich die Organisatoren eher um den Mangel an Startplätzen und den großen Andrang. Mélanie Perrin, Präsidentin der Front Runners de Paris, einem Laufverein, der sich „ohne Kompromisse“ für die Rechte von LGBTQI+ einsetzt, erklärt, der Lauf solle diesem Kampf Sichtbarkeit geben. Beide engagieren sich ehrenamtlich und mit viel Herzblut. Jean-Yves hat große Freude daran, „das Projekt mit einem großartigen, stets wertschätzenden Team zu gestalten“, während Mélanie froh ist, zum Kampf gegen die Diskriminierung von LGBTQI+ beizutragen, weil „dieser Kampf dauerhaft geführt werden muss“. Die Front Runners sind der ideale Ort, um sich als der Mensch zu zeigen, der man ist, und Kontakte zu knüpfen. Auch der Bürgermeister des 19. Arrondissements, François Dagnaud, ist stolz darauf, durch die Werte dieses Laufs „eine Botschaft von Respekt, Freiheit und Gleichheit laut und deutlich zu vertreten“.


Ein großer Erfolg und eine schöne Anerkennung für die „Commission de la Saint-Valentin“, die seit sechs Monaten ehrenamtlich arbeitet und ohne die „dieser Lauf nicht existieren würde“.