Running-Europameisterschaften: Frankreichs Team ist bereit für den großen Auftritt

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Running-Europameisterschaften: Frankreichs Team ist bereit für den großen Auftritt
© STADION-ACTU

Das Wochenende vom 12. und 13. April könnte für den französischen Laufsport historisch werden. Zum ersten Mal versammeln die Running-Europameisterschaften in Brüssel die kontinentale Elite über drei zentrale Distanzen: 10 km, Halbmarathon und Marathon. Frankreich tritt mit großen Ambitionen an. Der französische Leichtathletikverband FFA hat sein Aufgebot bekannt gegeben, darunter Jimmy Gressier, Yann Schrub, Etienne Daguinos, Nicolas Navarro, Mekdes Woldu und Léonie Periault. Die Équipe tricolore ist damit stark besetzt und reist mit so großen Medaillenhoffnungen wie selten zuvor nach Belgien.

Frankreich macht seine Ambitionen deutlich

Ein Blick auf die Besetzung macht Vorfreude. Die französischen Athleten sind in starker Form. Jimmy Gressier glänzt auf der internationalen Bühne, Mekdes Woldu hat gerade einen neuen französischen Marathonrekord aufgestellt, Etienne Daguinos reiht eine starke Leistung an die nächste. Die Voraussetzungen stimmen, damit Frankreich auf allen drei Distanzen um die vorderen Plätze mitkämpfen kann.

In Brüssel wird eine sehr starke und ausgeglichene französische Mannschaft an den Start gehen, angeführt von mehreren ihrer Leistungsträger. Wir hoffen sowohl in der Einzelwertung als auch im Team auf mehrere Medaillen.

Pascal Chirat, nationaler Running-Verantwortlicher beim DTN

10 km: Étienne Daguinos, Yann Schrub, Mekdes Woldu und Léonie Périault wollen vorne mitmischen

Der 10-km-Lauf ist schnell und anspruchsvoll. Das passt zur Entwicklung in Frankreich, wo das Niveau auf dieser Distanz in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Für die Europameisterschaften bringt die Équipe de France eine Auswahl an den Start, die Talent, Erfahrung und Vielseitigkeit verbindet.

Hinter Étienne Daguinos, seit November französischer Rekordhalter (27:04), ist die Leistungsdichte beeindruckend: Yann Schrub und Fabien Palcau haben inzwischen Referenzzeiten von unter 28 Minuten über 10 km auf der Straße stehen. Im Feld dürfte es eng zugehen. Frankreichs Medaillenhoffnungen sind jedenfalls berechtigt.

Bei den Frauen will Mekdes Woldu ihre starke Form bestätigen. Als neue französische Marathonrekordhalterin und nach einer überzeugenden Leistung bei den Militär-Crosslaufmeisterschaften wird die Athletin der Entente Franconville Césame Val d’Oise in den Straßen von Brüssel ihre Schnelligkeit ausspielen. An ihrer Seite steht Léonie Périault, französische Crosslaufmeisterin und erfahren in großen Meisterschaftsrennen. Ebenfalls dabei ist Emma Lombardi. Die Triathletin, die bei den Olympischen Spielen in Paris den vierten Platz belegte, wurde dank ihrer in Lille gelaufenen Zeit von 32:30 nominiert, obwohl sie beim Start schwer gestürzt war.

Nominiert (10 km):

  • Männer: Étienne Daguinos, Yann Schrub, Fabien Palcau, Baptiste Guyon, Simon Bédart

  • Frauen: Aude Clavier, Emma Lombardi, Léonie Périault, Célia Tabet, Mekdes Woldu


Halbmarathon: Jimmy Gressier greift nach dem Titel

Wenn an diesem Wochenende ein Name besonders im Fokus steht, dann ist es Jimmy Gressier. Der explosive Franzose kann auf der Straße über mehrere Distanzen glänzen. Und der Athlet aus Nordfrankreich ist in herausragender Form. Im Winter stellte er neue Bestzeiten über 3.000 m in der Halle (7:30,18), 5.000 m in der Halle (12:54) und 5 km auf der Straße (12:57, Europarekord) auf. In Brüssel hat er ein klares Ziel: den Sieg und die Goldmedaille, die ihm in seiner europäischen Medaillensammlung noch fehlt.

Mit Valentin Gondouin und Bastien Augusto, die der magischen Stundenmarke immer näher kommen, sowie einem nachrückenden Raphaël Montoya schickt Frankreich ein starkes Team ins Rennen, das sowohl in der Einzelwertung als auch in der Mannschaftswertung weit vorne landen kann. Bei den Frauen ist Mélanie Allier von der Entente Athlétique Rhône Vercors nominiert.

Nominiert (Halbmarathon):

  • Männer: Jimmy Gressier, Valentin Gondouin, Bastien Augusto, Raphaël Montoya

  • Frauen: Mélanie Allier


Marathon: Nicolas Navarro will um eine Medaille laufen

Auf der Königsdisziplin verbindet das französische Aufgebot Erfahrung mit frischen Kräften. Nicolas Navarro, eine feste Größe im französischen Marathon, gehört zu den Athleten, die man an der Startlinie im Blick behalten sollte. Nach einem schwierigen Rennen in Barcelona, das er bei Kilometer 30 vorzeitig beenden musste, will er nun von seiner gelungenen Wintervorbereitung profitieren und nach einer Medaille greifen. Mit dabei sind Benjamin Choquert und Michael Gras, die bereits im Februar angekündigt worden waren. Emmanuel Roudolff-Lévisse komplettiert die ambitionierte Gruppe.

Im Frauenteam kehrt Clémence Calvin zurück. Sie wird gemeinsam mit Mélody Julien antreten.

Nominiert (Marathon):

  • Männer: Nicolas Navarro, Benjamin Choquert, Michael Gras, Emmanuel Roudolff-Lévisse

  • Frauen: Clémence Calvin, Mélody Julien


Einige Wermutstropfen bleiben: Duncan Perrillat, der in Sevilla starke 2:09:05 gelaufen ist, wird nicht dabei sein, weil er die geforderte Norm außerhalb des zugelassenen Zeitraums erfüllt hat. Hassan Chahdi, eine weitere große Figur des französischen Marathons, hat sich für den Paris-Marathon entschieden, der am selben Wochenende stattfindet. Auch Sarah Madeleine fällt nach einer Verletzung der hinteren Oberschenkelmuskulatur kurz vor den Hallen-Europameisterschaften aus. Felix Bour richtet seinen Blick nach einem intensiven Wettkampfwinter inzwischen auf die Vorbereitung der Sommersaison und Ziele über 10.000 m.

Taktikrennen auf anspruchsvollen Strecken

Wie bei Meisterschaften üblich, dürften die Rennen vor allem taktisch geprägt sein. Für die Athleten zählt die Platzierung mehr als die Zeit. Dazu kommen anspruchsvolle Strecken mit einigen Anstiegen.


Mit einem derart ausgeglichenen Team darf Frankreich in Brüssel auf einiges hoffen. Ob über 10 km, im Halbmarathon oder im Marathon: Die Tricolore hat gegen Europas beste Nationen realistische Chancen.

| Diese erste Running-Europameisterschaft dürfte schon jetzt ein wichtiger Termin für die Zukunft des Laufsports sein. Für Frankreich bietet sich die Chance, nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Am 12. und 13. April ist es so weit!