Sine Qua Non Run startet vor dem Rennen am 28. März die Aktion „Les Bruits qui courent“
Seit fast acht Jahren setzt die Sine Qua Non Run im Herzen von Paris ein Zeichen gegen sexistische und sexualisierte Gewalt. Im Vorfeld der nächsten Ausgabe am 28. März hat der Verein Sine Qua Non die Bürgerbefragung „Les Bruits qui courent“ gestartet. Die sportliche Erfahrung verspricht intensiv zu werden, weitere Neuerungen sind bereits angekündigt.
Im vergangenen Jahr gingen nicht weniger als 6000 Läuferinnen und Läufer über die 6- und 10-Kilometer-Distanzen an den Start. Rund um den Place de la République, dem Symbol für Zusammenhalt und gesellschaftlichen Kampf, überzogen so viele violette Punkte die Straßen der Hauptstadt. Weitere 65 000 Menschen zeigten ihre Unterstützung, indem sie sich überall in Frankreich an der verbundenen Strava-Challenge beteiligten. Ein Vorgeschmack auf das, was die zahlreichen Teilnehmenden bei der 8. Ausgabe erwartet: Erneut kommen sie zusammen, um ein Zeichen gegen sexistische und sexualisierte Gewalt zu setzen, der Frauen im Sport, auf der Straße und im Alltag noch immer allzu häufig ausgesetzt sind.
Weit mehr als eine sportliche Herausforderung: eine neue Verbindung zur eigenen Geschichte
Unter dem Instagram-Post der Sine Qua Non Run häufen sich die Kommentare. Manche gehen zu Herzen, andere treiben einem fast die Tränen in die Augen. Ein Beleg dafür, welchen Stellenwert dieser Lauf für so viele Frauen hat: für Anfängerinnen, die sich der Herausforderung stellen wollen, ebenso wie für erfahrene Sportlerinnen, die in der gemeinsamen Bewegung eine andere Art sehen, 10 Kilometer zu laufen. Mehrere bekannte Frauen werden außerdem stolz im violetten Trikot des Laufs an der Startlinie stehen. Audrey Pulvar, Journalistin, Radio- und Fernsehmoderatorin sowie martiniquische Ökofeministin, wird ebenfalls dabei sein. Auch Claire Passas, Finalistin von Koh-Lanta 2025, hat den Termin bereits im Kalender markiert.
Für Frauen, die sich für die Veranstaltung interessieren, aber Respekt vor der nötigen Anstrengung haben, hat sich der Verein Sine Qua Non mit Les Belles Foulées zusammengeschlossen. Bei einer kostenlosen Masterclass am 12. Februar zeigte Pauline Bouzom, Gründerin der Community, wie sich die 10 Kilometer am besten angehen lassen. Im Mittelpunkt standen die „drei Säulen, die du vernachlässigst und die alles verändern“, eine spezielle geführte Einheit und wertvolle Tipps für einen starken Endspurt.
Eine weitere Möglichkeit, mit dem Laufen zu beginnen und sich auf den Termin im März vorzubereiten, ist der Beitritt zu einem Squad. Überall in Frankreich ermöglichen zahlreiche Gruppen, die auf Initiative des Vereins entstanden sind, motivierte Läufe in einem sicheren Umfeld. Die Botschafterinnen und Botschafter begleiten Läuferinnen und Läufer dabei, aktiv zu sein, sich zu verbessern und sich in Räumen zu behaupten, die mitunter stark von Männern geprägt sind.
Die Bürgerbefragung „Les Bruits qui courent“ ist entscheidend für den nächsten Schritt
Die in drei Phasen gegliederte Bürgerbefragung „Name it, Share it, Change it“ will klar ins Handeln kommen. Den Auftakt bildet ein Fragebogen. Er soll besser erfassen, was Frauen erleben, wenn sie draußen Sport treiben, und was nötig wäre, damit sie dies überall frei und sicher tun können. Seit dem 24. Januar kann er anonym in rund zehn Minuten beantwortet werden. 30 Fragen sollen dabei helfen, eine zentrale Frage zu beantworten: „Was wäre nötig, damit jede Frau überall, frei und sicher ihren Sport ausüben kann?“
Der Verein Sine Qua Non Run möchte ein breites Spektrum sportlich aktiver Frauen erreichen, darunter Läuferinnen, Basketballerinnen, Fußballerinnen, Walkerinnen und Trailrunnerinnen. Nur so können die Ergebnisse die Bevölkerung möglichst repräsentativ abbilden. Je mehr Erfahrungen und Eindrücke zusammenkommen, desto eher können öffentliche Stellen und die Veranstalter von Sportevents diese Frage berücksichtigen. Am 10. Januar hatten bereits 1200 Frauen an der Befragung teilgenommen. Bis März sollen 10 000 Antworten zusammenkommen.
In der nächsten Phase ist eine offene Diskussionsrunde für alle geplant. Dort sollen Beobachtungen geteilt, Ideen entwickelt und gemeinsam Vorschläge erarbeitet werden. Die gesamte Arbeit mündet in ein Weißbuch für Politik und Sport. Zum Abschluss sollen konkrete Verpflichtungen festgelegt werden: durch die Erarbeitung einer Charta und konkrete Maßnahmen gemeinsam mit den Kommunen. Das Ziel bleibt dasselbe wie bei allen Aktivitäten von Sine Qua Non: Hindernisse für die Sportausübung abzubauen und konkret für die Gleichstellung von Frauen und Männern einzutreten.
Für manche ist ein Lauf über 6 Kilometer vielleicht undenkbar, trotzdem möchten sie Teil der Bewegung sein. Dann bietet sich ein Platz im noch nicht vollständigen Helferteam an. Denn was wäre besser, als die menschliche, solidarische und inspirierende Erfahrung der Sine Qua Non Run hautnah mitzuerleben? Als Helferin oder Helfer kann sich jeder für eine wichtige Sache engagieren und hinter den Kulissen der Veranstaltung mit anpacken: bei der Begrüßung der Teilnehmenden, an der Gepäckaufbewahrung, bei der Orientierung auf der Strecke, bei der Sicherheit, in der Logistik oder bei der Medaillenvergabe. Vor allem aber geht es um Anfeuerungsrufe und ein Lächeln.