Teilnehmerrekord beim Halbmarathon von Nizza: Gleichstellung im Blick
Auf der berühmten Promenade des Anglais feierten 17.500 Teilnehmer, darunter 16 % aus dem Ausland, die 33. Ausgabe des Internationalen Halbmarathons von Nizza. Unter dem Jubel der Zuschauer und dem Lächeln von Haribo, dem Maskottchen eines der Partner, herrschte ausgelassene Stimmung. Das zweitägige Event von Samstag, 26., bis Sonntag, 27. April, war mit seinen Klassikern erneut ein voller Erfolg und wurde durch einen neuen Wettbewerb erweitert.
| Ein immer beliebteres Rennen in einer traditionsreichen Stadt
Unter dem grauen Morgenhimmel fiel um 8 Uhr auf der legendären Avenue an der Côte d’Azur der Startschuss zum Halbmarathon. 9.000 Läufer machten sich auf dem vom nächtlichen Regen noch feuchten Asphalt auf den Weg. Die Rekordzahl an Anmeldungen kommt nicht von ungefähr: Die flache, breite und schnelle Strecke bietet ideale Voraussetzungen für starke Zeiten. Die Idee war, den Lauf auf der eigens gesperrten Promenade des Anglais zu genießen, bis zum Hafen zu laufen und anschließend auf der anderen Seite zurückzukehren.
Um 11 Uhr fiel der Startschuss für die 6.400 Teilnehmer des 10-km-Laufs. Die Startzeit ließ den Läufern reichlich Gelegenheit, ohne Weckerstress aus dem Bett zu kommen. Vor allem konnten die Finisher des Hauptlaufs unter besten Bedingungen ins Ziel laufen.
Am Vortag bei strahlendem Sonnenschein durften sich Groß und Klein auf ein besonderes Sporterlebnis freuen: die Familien-Staffeln auf einer 500-Meter-Runde. Der neue Wettbewerb brachte 600 Teilnehmer zusammen und stellte Werte wie Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und Liebe in den Mittelpunkt.
Trotz zusätzlicher Startplätze, mit denen der wachsenden Nachfrage Rechnung getragen wurde, stießen die Neuerungen und die traditionellen Distanzen in diesem Jahr auf großes Interesse. So war die Ausgabe 2025 bereits am 14. April ausverkauft, nachdem auch die letzten Startplätze für den 5-km-Lauf vergeben waren.
| Nikê inspiriert: Rekordbeteiligung von Frauen beim Halbmarathon von Nizza
Der Frauenanteil stieg bei der neuen Ausgabe des Internationalen Halbmarathons von Nizza deutlich: 45 % des Feldes waren Frauen. Diese starke Präsenz zeigt, dass sich die Bedingungen für Frauen verbessern, vor allem aber auch ein Mentalitätswandel stattfindet. Oft bremsen äußere Blicke oder die mentale Last des Alltags ihre sportliche Betätigung, sei es im Berufs- oder im Privatleben. Für viele ist das Laufen zu einem Ausweg geworden: eine Wohlfühlblase, eine Möglichkeit zum Abschalten, ein Raum, um über sich hinauszuwachsen und Freude an der Anstrengung zu finden. Veranstaltungen wie diese machen das möglich.
2023 lag ihr Anteil noch bei 33 %, 2024 waren es 39 %, in diesem Jahr schließlich 45 %. Die Entwicklung ist unübersehbar, zumal beim 10-km-Lauf in Nizza eine perfekte Gleichverteilung erreicht wurde. Diese Zahlen sind alles andere als gewöhnlich und haben in der Sportwelt eine starke Signalwirkung: Sie weisen den Weg hin zu einer vollständigen Gleichstellung im kommenden Jahr.
Da liegt der Gedanke an Nikê, die griechische Göttin des Sieges, nach der die Stadt benannt ist, nahe. Ein starkes Symbol, das vielleicht auch heute noch über diesem stetig wachsenden Rennen schwebt.
| Die Spitzenreiter lassen keinen Zweifel aufkommen
Vor einer blauen Kulisse, die den trüben Himmel vergessen ließ, überquerte der Kenianer Erick Ndiema als Erster die Ziellinie. Ab Kilometer neun hatte er das Rennen souverän angeführt. Der leichtfüßige Mastersläufer setzte sich in 1:03:41 Stunden durch und hatte im Ziel fast eine Minute Vorsprung auf seinen Verfolger Raphaël Montoya. Dieser kam nach 1:04:36 ins Ziel. Arthur Cosson sicherte sich in 1:05:54 denkbar knapp den dritten Platz, dicht gefolgt von einem hartnäckigen Konkurrenten des SPN Vernon.
Einige Minuten später holte sich Lucy Nthenya souverän den Sieg bei den Frauen in 1:09:14. Die Kenianerin hatte früh die Führung übernommen und gab sie nicht mehr ab. In den Farben von Asics lief Inès Hamoudi in 1:11:59 auf den zweiten Podestplatz und stellte dabei eine persönliche Bestzeit auf. Kereen Chemusto folgte in 1:13:57 und gewann Bronze.
Gabriel Briand schwenkte stolz die Fahne und feierte seinen Sieg über 10 km in 29:40 Minuten. Kurz darauf riss Alessia Zarbo, die schnellste Frau über diese Distanz, beim Überqueren der Ziellinie jubelnd die Arme hoch. Entspannt und von ihrer Familie begleitet, lief die Athletin von Espérance Racing Antibes in 32:22 Minuten ins Ziel und durfte sich über eine verdiente persönliche Bestzeit freuen.