Vredestein 20 km de Paris: Daguinos, Navarro und Trapp wollen die Hauptstadt zum Beben bringen

Dorian Vuillet
Von Dorian Vuillet

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Vredestein 20 km de Paris: Daguinos, Navarro und Trapp wollen die Hauptstadt zum Beben bringen
© STADION-ACTU

Ihre Bühne ist die Stadt. Ihre Waffen: der Schritt, Geduld und jener kleine Schuss Verrücktheit, der den Unterschied macht, wenn der Asphalt glüht. Étienne Daguinos, Nicolas Navarro, Manon Trapp und Anaïs Quemener verwandeln Paris für einen Tag in eine Rennstrecke. Die 47. Ausgabe des Vredestein 20 km de Paris bringt an diesem Sonntag, dem 12. Oktober, zusammen, was der französische Langstreckenlauf zu bieten hat: bestens vorbereitete Champions, wagemutige Talente und bekannte Gesichter, die jede Kurve der Strecke kennen.

Bevor in Montmartre die letzten Trauben gelesen werden, verwandelt sich Paris an diesem Sonntag, dem 12. Oktober, in einen riesigen Spielplatz für Running-Fans. Bei seiner 47. Ausgabe verspricht der Vredestein 20 km de Paris ein Pflichttermin aus Leistung, Genuss und Entdeckungen zu werden. Zwischen historischen Boulevards, belebten Seine-Ufern und ikonischen Parks erleben die Läufer die Stadt aus einer neuen Perspektive, die Schuhe fest auf dem Asphalt und den Atem im Takt der urbanen Energie.

Tradition, Moderne und große Namen in einer Ausgabe

Die Strecke bleibt ihrer DNA treu: technisch, anspruchsvoll und anregend. Vom Bois de Boulogne zu den Seine-Ufern, von der Pont d’Iéna zum Trocadéro hält jede Kurve ein neues Panorama bereit: hier die Haussmann-Fassaden, dort moderne Architektur, während der Eiffelturm plötzlich hinter einer Straße auftaucht und daran erinnert, dass man mitten im Herzen der Hauptstadt läuft. Einige strategische Anstiege unterbrechen die flachen Abschnitte und testen Kraft und Renneinteilung. Die breiten Boulevards bieten dagegen Raum, den Rhythmus zu finden und die Stadt in Bewegung zu genießen. 

Die Strecke des Vredestein 20 km de Paris 2025.

Auch in diesem Jahr ist das Feld ausgesprochen attraktiv. Bei Männern wie Frauen sorgt ein ebenso ausgeglichenes wie hochkarätiges Elitefeld für volle Spannung. Zu den Topnamen gehören internationale Läufer, die auf den europäischen Rennstrecken längst zu Hause sind, ebenso wie französische Spitzenathleten, die für Spektakel sorgen werden. Mehrere Halbmarathon-Champions und 10-km-Spezialisten wollen auf dieser anspruchsvollen Strecke schnelle Zeiten laufen. Ihre Anwesenheit macht das Rennen zu einer echten Sportshow, bei der die Führenden an jeder Verpflegungsstation und an jedem Schlüsselpunkt unter dem Jubel der Zuschauer auftauchen können. Start ist ab 9 Uhr, der erste Startblock geht an der Pont d’Iéna auf die Strecke!

Daguinos, Navarro, Roudolff-Levisse: der Kampf der Favoriten

Bei den Männern werden die Karten durch die Abwesenheit von Yann Schrub neu gemischt. Ganz vorne reist Étienne Daguinos als natürlicher Favorit an, zwei Jahre nach seinem ersten Auftritt über 20 Kilometer, den er auf Rang sieben in 58:28 beendete. Der Mann aus Bordeaux, französischer Rekordhalter über 10 Kilometer in 27:04 Minuten, verkörpert die neue Generation des französischen Langstreckenlaufs. In Tokio zeigte er im Sommer bereits, dass er nicht zum Zuschauen gekommen war: Platz 14 über 5000 Meter. In Paris will er nun ein Ausrufezeichen setzen. Rollende Strecken und Rennen, in denen man etwas wagen muss, liegen ihm besonders.

Hinter ihm steht Nicolas Navarro für Konstanz. Mit einer Bestzeit von 2:05:52 Stunden im Marathon hat er in Valencia erneut bewiesen, dass mit ihm weiter zu rechnen ist. Seine Rennerfahrung und sein Gespür für die Einteilung könnten ihm ermöglichen, vorne dazwischenzufunken, sollte die Spitze das Rennen zu früh überziehen. Der Straßenläufer der SCO Ste Marguerite de Marseille bereitet sich derzeit auf den Paris-Marathon vor. Ein weiterer sicherer Wert ist Emmanuel Roudolff-Levisse, französischer Halbmarathonmeister 2025. Er gewann an diesem Sonntag, dem 5. Oktober, souverän die erste Ausgabe von Run Set & Match und macht aus seinen Ambitionen keinen Hehl: Nach Platz drei in 58:09 Minuten im Jahr 2024 will er diesmal deutlich höher hinaus.

Um sie herum versammelt sich ein starkes Feld bekannter Gesichter: Faustin Guigon, gerade erst zum Sieger von Paris-Versailles gekrönt, Florian Carvalho, der elegante Tempomacher, Clément Leduc, Freddy Guimard, Nicolas Vitre, Valentin Witz ... eine seltene Dichte, die an den Ufern ein Feuerwerk aus schnellen Beinen verspricht. Und weil ein Rennen ohne internationales Duell nicht wirklich Pariser wäre, muss man auch mit dem Äthiopier Nigasa Lelisa rechnen, der im Halbmarathon 1:01:12 Stunden gelaufen ist, ebenso mit den Kenianern Leonard Bor in 1:01:45 und Stephen Ogari, dem Spanier Saïd Mechaal, dem Norweger Awet Nftalem Kibrab sowie dem Schweizer Morgan Le Guen. Kurz gesagt: ein Starterfeld auf Höhe des Eiffelturms.

Trapp, Sénéchal, Quemener: Dieses Trio will Paris erobern

Bei den Frauen hat das Feld alles, was es für eine kleine französische Meisterschaft braucht. Manon Trapp gewann hier bereits 2024 und stellte mit 1:04:44 Stunden die zweitschnellste Zeit in der Geschichte des Rennens auf. Nun kehrt sie mit einem klaren Ziel zurück: Sie will den Streckenrekord von 1:04:30 Stunden angreifen. Die Athletin aus Aix-en-Provence, französische Cross-Meisterin und starke Halbmarathonläuferin, beeindruckt mit Konstanz und kühlem Kopf.

An ihrer Seite gibt Anaïs Quemener ein energiegeladenes Comeback. Nach einer Babypause findet die französische Meisterin von 2023 und damalige Bronzemedaillengewinnerin des Rennens in 1:06:59 Stunden mit ungebrochenem Appetit an die Weltspitze zurück. Ihr Kampfgeist und ihre mentale Stärke könnten sie wieder in den Kampf um das Podium bringen. Floriane Hot, zweifache Weltmeisterin über 100 Kilometer, wechselt von der Ultradistanz auf das explosive Format, um einfach Spaß zu haben. Eine Herausforderung ganz nach ihrem Geschmack: ambitioniert und großzügig. Mathilde Sénéchal, französische Marathonmeisterin in 2:37:52 Stunden und Achte der vergangenen Ausgabe in 1:09:19, dürfte vom ersten Kilometer an das Tempo bestimmen, ebenso wie Célia Tabet, französische Meisterin 2025 im kurzen Crosslauf in Challans.

Doch Vorsicht: Die internationale Konkurrenz steht bereit. Dazu gehören die Äthiopierin Bikile Gudina mit einer Halbmarathonzeit von 1:05:54 sowie das kenianische Trio aus Winny Chepkwemoi, Vivian Cheruiyot und Schlastica Jepkemboi. Cheruiyot ist zwar nicht die Olympiasiegerin über 5000 Meter, bringt aber immerhin eine Halbmarathonzeit von 1:08:16 mit. Der Kampf verspricht ebenso hochklassig wie taktisch zu werden.

3000 Euro Prämie für einen neuen Streckenrekord

Bei diesem Starterfeld ist ein hochklassiges Rennen garantiert. Im vergangenen Jahr absolvierte Yann Schrub die Strecke in 58:07 Minuten und lag damit nur zwei Sekunden hinter dem äthiopischen Sieger Hayimro Yele, der 58:05 lief. Bei den Frauen ging der Sieg an Manon Trapp, die nach 1:04:44 Stunden die Ziellinie überquerte. Zeiten auf höchstem Niveau auf einer anspruchsvollen Strecke. Die Messlatte liegt also hoch.

Eine Prämie von 3000 € wartet auf jeden neuen Streckenrekord. Aktuell steht die Bestmarke bei den Männern bei 57:19 Minuten, bei den Frauen bei 1:04:30 Stunden. Zusätzlich erhalten die bestplatzierten französischen Athleten in den Top 10 eine Sonderprämie, zusätzlich zu den Preisgeldern der Gesamtwertung. Das dürfte unsere französischen Lieblinge noch ein wenig mehr motivieren.

Para-Elite feiert in Paris ihre Premiere

Eine Premiere für den Vredestein 20 km de Paris: Die Rollstuhl-Elite startet um 8:50 Uhr und bietet ein ebenso intensives Spektakel wie die Läufer ohne Behinderung. Acht Spitzenathleten aus Frankreich und Europa, fünf Männer und drei Frauen, bilden dieses besondere Feld.

Bei den Männern kehrt Julien Casoli, sechsmaliger Sieger des Paris-Marathons, mit dem Ziel zurück, die Strecke zu dominieren. Er muss sich gegen Thibault Daurat, frischgebackener Vizeweltmeister über 5000 Meter, sowie dessen Landsfrau Ali Mehiaioui, die Britin Illias Zghoundi und die Niederländerin Lito King Anker behaupten. Ein Duell mit reichlich Spannung ist vorprogrammiert.

Bei den Frauen glänzt das internationale Feld mit Klasse und Vielfalt. Nadège Monchalin gibt ihr Comeback, begleitet von Thiphaine Marescaux. Die Irin Shauna Bocquet, Achte über 5000 Meter bei den Paralympischen Spielen in Paris, bringt ihre Kraft ein. Die Italienerin Rita Cuccuru, Siegerin des Paris-Marathons 2024, und die Spanierin Carmen Gimenez, Zweite beim Paris-Marathon 2025, komplettieren dieses hochkarätige Frauenfeld.

Wie lässt sich das Rennen live verfolgen?

Wer lieber vom Sofa aus mitfiebert, kann das Rennen auf Ici Paris Île-de-France übertragen sehen, dem früheren France 3, und zwar von 8:30 bis 10:30 Uhr. Außerdem gibt es einen Livestream auf der Facebook-Seite von Stadion. Benoît Durand, Jean-Baptiste Protais und François-Xavier de Chateaufort begleiten den Kampf live am Mikrofon. Yvan Hallouin stellt die Schätze der Strecke vor, während Christian Mirabeau die Läufer trifft. Jeder entscheidende Moment, jedes Lächeln, jeder Hitzeschub: Alles wird live eingefangen.

Für die Herausforderung angetreten, für den Spaß geblieben

Der Vredestein 20 km de Paris zieht ganz unterschiedliche Läufertypen an: erfahrene Athleten auf der Jagd nach einer schnellen Zeit, regelmäßige Läufer, die ihre Grenzen testen wollen, aber auch Sportbegeisterte, denen Atmosphäre und Gemeinschaft wichtiger sind. Diese Mischung erzeugt eine einzigartige Dynamik auf dem Pariser Asphalt, wo Wettkampf und Feststimmung ineinandergreifen. Der Jubel der Zuschauer, die Musik aus den Lautsprechern und Tausende Schritte, die im Takt widerhallen, machen dieses Rennen zu einem echten Gemeinschaftserlebnis.

Wer auf eine schnelle Zeit aus ist, findet auf der Strecke gute Bedingungen für eine neue persönliche Bestmarke. Die flachen Abschnitte im Stadtzentrum machen es möglich, einen Rhythmus aufzubauen, während einige strategische Anstiege Kraft und Renneinteilung testen. Jeder Kilometer wird intensiv erlebt, und der Zieleinlauf in der Hauptstadt bleibt ein unvergessliches Erlebnis.

Der Geist eines Rennens am Puls der Zeit

Über die sportliche Leistung hinaus steht der Vredestein 20 km für einen konsequent modernen Geist. Der Veranstalter setzt auf Nachhaltigkeit und Maßnahmen zur Verringerung der Umweltbelastung. Zugleich wird Inklusion großgeschrieben: Das Rennen steht allen offen, von den Junioren bis zu Läufern mit Behinderung. So rücken Freude und Respekt gegenüber der Stadt und ihren Bewohnern ins Zentrum der Veranstaltung.

Paris, die Stadt des Lichts und des Laufsports, zeigt sich bei dieser Ausgabe dynamisch und verbindend. Die Teilnehmer kommen für die Zeit, den Spaß oder das Erlebnis und finden sich in einem gemeinsamen Rhythmus wieder. Der Vredestein 20 km de Paris ist weit mehr als ein Wettkampf: Er ist ein Fest des Running, der gemeinsamen Energie und der Schönheit der Hauptstadt, gesehen aus der Perspektive von Laufschuhen.

✔  Alle praktischen Informationen zu Startzeit, Startnummern, Live-Tracking und Streckenplan gibt es auf der offiziellen Website des Vredestein 20 km de Paris.