Hyperwarp Pure 2, Elite 2 und Racer: Mizunos Racing-Sortiment legt noch einen Gang zu

CL
Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Do., 15. Oktober 2026

Aktualisiert am Do., 15. Oktober 2026

Hyperwarp Pure 2, Elite 2 und Racer: Mizunos Racing-Sortiment legt noch einen Gang zu
© Mizuno

Mizuno entwickelt sich schnell, sehr schnell. Ende 2025 überarbeitete die japanische Marke ihr Wettkampf-Sortiment mit der Hyperwarp-Serie komplett. Nicht einmal ein Jahr später folgt bereits die zweite Generation mit der Hyperwarp Pure 2, der Hyperwarp Elite 2 und der völlig neuen Hyperwarp Racer. Die DNA bleibt unverändert: Alle drei Carbonmodelle wurden für Läufer entwickelt, die vom 5-km-Lauf bis zum Marathon nach Bestzeiten streben. Die Hyperwarp Pure 2 bleibt das Aushängeschild, mit Mizuno-Enerzy-XP+-Schaum und einem extrem niedrigen Gewicht von 135 Gramm. Marathons.com nimmt einen der großen Würfe zum Jahresende genauer unter die Lupe.

Eine zweite Generation in Rekordzeit

Das Tempo ist beeindruckend. Während wir mehr als zweieinhalb Jahre auf die Nike Alphafly 4 und zwei Jahre auf die neue adidas Adios Pro 5 warten mussten, brauchte Mizuno gerade einmal rund zehn Monate, um die zweite Version der Hyperwarp-Serie auf den Markt zu bringen. In Japan am 8. Oktober angekündigt, kommt die zweite Generation bereits am 3. November nach Europa. Eine bemerkenswerte Entwicklungsarbeit mit klarem Fokus auf Performance, die in drei für Bestzeiten gemachten Schuhen mündet.

Dabei wird das Sortiment neu geordnet. Pure und Elite gehen in die zweite Generation, während die Hyperwarp Pro einem Neuzugang Platz macht: der Hyperwarp Racer. Erstmals verfügen alle drei Modelle über dieselbe Basis unter dem Fuß: Enerzy-XP+-Schaum und eine durchgehende Carbonplatte.

Dabei könnte man fast die Hyperwarp 96 vergessen, den ultimativen Carbon-Racer der Marke, der Ende September beim Berlin-Marathon vorgestellt wurde. Mit nur 96 Gramm auf der Waage, ein Gramm weniger als die adidas Adios Pro Evo 3, bestätigt er den Einzug der „Hyperschuhe“ in den Markt: Laufschuhe mit einem Gewicht von unter 100 Gramm. Als technologische Visitenkarte und Performance-Juwel steht dieses auf nur 696 Exemplare limitierte Modell an der Spitze von Mizunos Performance-Sortiment. Es bleibt allerdings ein Sonderfall, denn der Schuh richtet sich klar an die Elite. Mit ihm feierte der Enerzy-XP+-Schaum in einer speziellen Variante seine Premiere, bevor er sich über die gesamte zweite Hyperwarp-Generation verbreitete.

Hyperwarp Pure 2: geringes Gewicht für maximale Performance

Die Hyperwarp Pure 2 bleibt das radikalste Modell der Serie. Die erste Version beeindruckte mit ihrem Rebound und dem niedrigen Gewicht von gerade einmal 137 Gramm, verlangte vielen Läufern mit ihrer hohen Festigkeit aber auch einiges ab. Sie richtete sich vor allem an Läufer mit einer sehr sauberen Lauftechnik. Für die zweite Auflage hat Mizuno nachgebessert, ohne die Stärken anzutasten: Die Pure 2 wiegt nur noch 135 Gramm und wächst zugleich in der Höhe. 38 mm an der Ferse und 35 mm im Vorfuß stehen nun 34 beziehungsweise 30,5 mm bei der ersten Version gegenüber.

Möglich wird das durch 3,5 mm zusätzlichen Schaum in der Zwischensohle. Zum Einsatz kommt diesmal eine neue Technologie: Mizuno Enerzy XP+. Dieser Schaum, den wir auch aus der Hyperwarp 96 kennen, liegt sowohl oberhalb als auch unterhalb der Platte. Als einziges Modell der Serie profitiert die Pure 2 von diesem Aufbau. Mizuno verspricht 14 Prozent mehr Energierückgabe. Dazu trägt auch ein Materialwechsel bei: Mizuno setzt nun auf A-TPU-Schaum. Zwischen den beiden Schichten liegt die Smooth Speed Plate, Mizunos hauseigene 3D-Carbonplatte, die nach vorn um 8 mm verlängert wurde, um die Abdruckphase effizienter zu machen. Das erinnert an das Konzept der PUMA Fast-R 3 und der Nike Apex. Der Drop fällt mit 3 mm niedrig aus, die Außensohle bleibt aus G3-Gummi und das Obermaterial wurde vollständig überarbeitet, um noch mehr Gewicht einzusparen.

Mizuno richtet den Schuh an Läufer, die einen leichten und dynamischen Wettkampfschuh suchen. Während sich die erste Pure vor allem an anspruchsvolle Läufer richtete, scheint die zweite Auflage zugänglicher zu sein, nicht zuletzt dank eines etwas weniger fordernden Schaums für die Muskulatur.

Hyperwarp Elite 2: gemacht für den Marathon

Während die Pure 2 kompromisslos auf Leichtigkeit setzt, geht die Hyperwarp Elite 2 den Weg der Ausgewogenheit. Sie teilt sich mit ihrer großen Schwester die verlängerte Carbonplatte und die obere Schicht aus Enerzy XP+. Der große Unterschied liegt unterhalb der Platte: Mizuno behält dort eine untere Schicht aus Enerzy XP bei, einem dichteren und festeren Schaum, der auch bei einsetzender Ermüdung am Rennende für Stabilität sorgt. Eine komfortablere Einlegesohle rundet das Paket ab.

Die Elite 2 wiegt 160 Gramm und bleibt damit sehr leicht. Vor allem ist sie rund zehn Gramm leichter als die erste Version. Sie kommt auf 39 mm an der Ferse, 36 mm im Vorfuß und einen Drop von 3 mm. Die Außensohle aus G3-Gummi bleibt erhalten, ganz im Sinne eines möglichst leichten Schuhs.

Mit ihrem Schaumstoff-Duo verbindet die Elite 2 Dynamik und Stabilität. Mizuno hat sie für Läufer entwickelt, die Performance suchen, aber einen etwas vertrauenerweckenderen Schuh brauchen. Damit ist sie eine starke Wahl für die Marathon-Bestzeit, denn auf der anspruchsvollen Distanz kann die Stabilität des Schuhs helfen, der Ermüdung in der Schlussphase zu trotzen.

Hyperwarp Racer: der Einstieg in die Carbonwelt

Das ist die eigentliche Neuheit der zweiten Generation. Die Hyperwarp Racer ersetzt die Hyperwarp Pro und verfolgt ein klares Ziel: möglichst vielen Läufern das Laufen mit Carbon näherzubringen. Während die Pro eine mit Carbon versetzte Nylon-Wave-Platte nutzte, macht Mizuno diesmal keine halben Sachen. Die Racer verfügt über eine echte, durchgehende Carbonplatte in der Sohle. Wichtig dabei: Die Platte ist bewusst weniger steif als bei den höher positionierten Modellen, damit der Schuh leichter zugänglich bleibt. Ähnlich wie PUMA es mit seiner Deviate-Nitro-Serie anlegt. Die weniger steife Carbonplatte lässt dem Fuß mehr Freiheit und sorgt für einen sanfteren Übergang im Abrollvorgang.

Unter dem Fuß kombiniert Mizuno eine weiche Außenschicht aus Enerzy XP+ mit einem dichteren und reaktionsfreudigeren Kern aus Enerzy NXT+, was für einen kontrollierteren Lauf sorgt. Die Außensohle aus X10-Gummi ist dicker als das G3-Material und bietet dadurch etwas mehr Schutz und Haltbarkeit. Das Gesamtgewicht liegt bei rund 200 Gramm, bei 37 mm an der Ferse, 34 mm im Vorfuß und einem Drop von 3 mm.

Mit einem ausgewogeneren Schuh zwischen Tempo, Kontrolle und Stabilität spricht Mizuno ganz gezielt die breite Läuferschaft an: Läufer, die den Marathon in 3 bis 4 Stunden schaffen wollen. Auch diejenigen, die noch nie mit einem Carbon-Racer gelaufen sind, gehören zur Zielgruppe. Für sie und für einen großen Teil der Läufer dürfte dies das passendste Modell sein, ähnlich wie der neue Nike Swooshfly.

Ein wachsendes Racing-Sortiment

Mit der zweiten Generation legt Mizunos Wettkampf-Sortiment bei der Performance noch einmal zu. Ganz oben steht die Hyperwarp 96 als Schaufensterprodukt für eine Handvoll Eliteläufer und Schuhenthusiasten. Darunter folgt die ultraleichte und dynamische Pure 2, danach die ausgewogenere Elite 2, die sich besonders für lange Distanzen eignet. Die Racer öffnet schließlich einem größeren Läuferkreis die Tür und verbindet Stabilität mit Dynamik. Mit drei klar unterscheidbaren Modellen wird das Sortiment für Läufer sicherlich übersichtlicher.

In Japan bietet Mizuno außerdem ein viertes Modell an: die Hyperwarp Pacer. Sie wurde auf Basis des Feedbacks von Athleten entwickelt, die sich im Training das Laufgefühl und Tempo eines Racers zurückwünschten. Auf eine Platte verzichtet sie und setzt vollständig auf Enerzy-NXT-Schaum, bei einem Gewicht von rund 205 Gramm. Das zeigt, dass die japanische Marke nie stillsteht und der Konkurrenz gerne einen Schritt voraus ist. Der Europa-Start der Pacer wurde allerdings noch nicht bestätigt.

Die wichtigsten Infos

Hyperwarp Pure 2

Hyperwarp Elite 2

Hyperwarp Racer

Gewicht (Herren 27 cm / US 9 / UK 8)

135 g

160 g

ca. 200 g

Stack (Ferse / Vorfuß)

38 / 35 mm

39 / 36 mm

37 / 34 mm

Drop

3 mm

3 mm

3 mm

Schaum

Mizuno Enerzy XP+ in zwei Schichten (A-TPU)

Mizuno Enerzy XP+ (obere Schicht) und Mizuno Enerzy XP (untere Schicht)

Mizuno Enerzy XP+ (Außenschicht) und Mizuno Enerzy NXT+ (Kern)

Platte

Smooth Speed Plate, 3D-Carbon, vorn um 8 mm verlängert

Smooth Speed Plate, 3D-Carbon, vorn um 8 mm verlängert

Carbonplatte mit reduzierter Steifigkeit

Außensohle

G3-Gummi

G3-Gummi

X10-Gummi

Für wen

Schnelle, anspruchsvolle Läufer, vom 5-km-Lauf bis zum Marathon

Schnelle Marathonläufer

Marathonziel zwischen 3 und 4 Stunden, erster Carbon-Racer

Preis

310 €

280 €

240 €

Marktstart

3. November 2026

3. November 2026

3. November 2026

Nicht einmal ein Jahr nach der grundlegenden Überarbeitung seines Racing-Sortiments ist Mizuno schon wieder zurück und begnügt sich keineswegs mit ein paar Detailänderungen. Neuer Enerzy-XP+-Schaum, neues Racer-Modell: Die Hyperwarp-Serie wurde in allen Bereichen verbessert, bei Performance, Übersichtlichkeit und Zugänglichkeit. Die Pure 2 gewinnt an Dynamik und vermittelt ein besseres Laufgefühl, ohne an Leichtigkeit einzubüßen. Die Elite 2 präsentiert sich als idealer Performance-Schuh für den Marathon. Und die Racer steht für den Aufstieg eines neuen Marktsegments: Carbon-Racer für Läufer mit Marathonzeiten zwischen 3 und 4 Stunden. Mit den etwas höheren Preisen und der Hyperwarp 96 als Aushängeschild positioniert sich die japanische Marke im Running nun als Premiumanbieter mit klarem Performance-Fokus. Für Läuferinnen und Läufer, die im Marathon richtig schnell sein wollen, oder für alle, die ihren ersten Marathon in Angriff nehmen, gibt es garantiert eine passende Mizuno Hyperwarp.

Die neue Hyperwarp-Serie ist ab dem 3. November auf der Website mizuno.com erhältlich.