Corrida Bulloise 2025: Valentin Bresc und Nicolas-Marie Daru mischen das Fest auf
Die Bedingungen waren wild, und Bulle bebte bei seiner Corrida mit mehr als 5.000 Läuferinnen und Läufern an diesem Samstag, dem 15. November. Kenia dominierte das Elite-Rennen über 8,13 km mit Winnie Jeptarus (19:05) und Boniface Kibiwott (22:55). Die Franzosen Valentin Bresc, Nicolas-Marie Daru und Gatien Airiau sorgten für Bewegung in den Top 10 der Männer, während Nafissa Hannesen und Caroline Chaverot bei den Frauen glänzten. Die Schweizerinnen, angeführt von Fiona Héritier und Nisa Camelo, brachten die lokalen Podien zum Beben. Zwischen Rekorden und elektrisierender Stimmung erlebten die Läuferinnen und Läufer aus dem Kanton Freiburg einen denkwürdigen Tag.
Bulle erlebte an diesem Samstag seine 48. Corrida unter einem Himmel, der ordentlich Würze ins Rennen bringen wollte. Die Corrida Bulloise eröffnet die Laufserie. Es folgen am 7. Dezember die Course de l’Escalade in Genf und am 13. Dezember die Course de Noël in Sitten, die den König und die Königin der Pflastersteine 2025 küren werden. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte knackte die Schweizer Veranstaltung im Kanton Freiburg die symbolische Marke von 5.000 Anmeldungen. Ein Rekord, der für ein denkwürdiges 50. Jubiläum im Jahr 2027 hoffen lässt.
Bei dieser «Ausgabe der Rekorde konnten Regen, Wind und Kälte die Begeisterung von Läuferinnen, Läufern und Publikum nicht bremsen. Am Vormittag genossen die Kinder bei frühlingshafter Sonne und idealen Temperaturen ihre ersten Rennen. Am Nachmittag wechselte die Wetterkulisse: Nieselregen, böiger Wind und Laub verwandelten die Kurven in regelrechte Eisbahnen. Die Elite blieb cool, zumindest fast. Winnie Jeptarus wäre gleich in der ersten Kurve beinahe gestürzt, fing ihren Schritt aber wieder ab und pulverisierte den Frauenrekord um gerade einmal eine Zehntelsekunde. Mit 19:05 unterbot die Kenianerin die seit 2006 bestehende Bestmarke. Gleichzeitig kassierte sie die 5.000 Schweizer Franken für den Frauenrekord. Kleingeld, das Gold wert ist.
Kenia im Rampenlicht
Kenia machte keine halben Sachen. Winnie Jeptarus holte sich den Titel zurück und dominierte die Frauenwertung, während der Sieger von 2019 und 2023, Boniface Kibiwott, die Männer mit starken 22:55 nach Belieben beherrschte. Bei den Frauen feierte Kenia sogar einen Dreifachsieg: Sylvia Changeiwo (19:33) und Jackline Chepkoech (19:42) komplettierten das Podium. Das Kuhkalb und der Stier, die ikonischen Trophäen, gingen dorthin zurück, wo sie offenbar hingehören: in die Hände der kenianischen Raketen. Dahinter versuchten die Französinnen, das Rennen zu beleben, blieben aber weit vom Podium entfernt. Laure Toullier (39., 22:32), Pauline Le Brizoual (41., 22:54) und Audrey Delaye (45., 23:12) gaben auf dem anspruchsvollen Kurs alles.
Die Franzosen mittendrin
Die Top 10 der Männer boten eine gelungene Mischung aus internationaler Klasse und lokalen Farben. Valentin Bresc, gerade einmal 22 Jahre alt und zweifacher U23-Europamedaillengewinner, stürmte in 23:03 auf einen starken zweiten Platz. Er war allerdings nicht der einzige Franzose im Rampenlicht. Nicolas-Marie Daru, der 37-jährige Isérois und starke Siebte im Finale über 3.000 m Hindernis bei der WM in Tokio im vergangenen September, verteidigte in 23:07 seinen dritten Platz und zeigte, dass er die Erfahrung besitzt, um mit den afrikanischen Spitzenläufern mitzuhalten. Gatien Airiau aus Savoyen wurde in 23:35 Siebter. Sein Lächeln sprach Bände über die geleistete Arbeit. Auch die Schweizer hielten dagegen. Der Schweizer EM-Finalist von Rom über 5.000 m, Morgan Le Guen (4., 23:15), und sein Landsmann Maxime Fluri (8., 23:39) hielten stark mit und unterstrichen ihre Konstanz über die acht anspruchsvollen Runden.
Schweizerinnen dominieren die 8,3 km
Bei den Frauen über 8,3 km wurde das Feld von den Lokalmatadorinnen angeführt. Fiona Héritier holte sich in 30:54 den Sieg vor Mathilde Grossrieder (32:09) und Nadia Sudan (32:10). Die aus Marly stammende Französin Nafissa Hannesen lief in 33:24 auf einen starken vierten Platz und zeigte, wie hochklassig der französisch-schweizerische Vergleich sein kann.
Über 6,3 km wurde es beinahe zu einem Schweizer Festival. Nisa Camelo (23:31), Emma Dettwiler (23:35), Ludivine Gay-Crosier (23:36) und Sarah Bugnon (23:55) belegten die ersten vier Plätze, während sich die Französin Caroline Chaverot in 24:58 auf Rang acht schob. Die kürzeren Rennen boten zahlreichen jungen Läuferinnen und erfahrenen Athletinnen die Gelegenheit, sich in einem sehr lebendigen Umfeld zu messen, begleitet von Anfeuerungsrufen an jeder Ecke. Die Corrida Bulloise verbindet Internationalität mit der Förderung lokaler Talente und verleiht der Veranstaltung damit eine ganz eigene Identität.