Krafttraining, ein starker Verbündeter fürs Laufen

Krafttraining, ein starker Verbündeter fürs Laufen

MP
Von Marie Paturel

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Wer Fortschritte machen und Verletzungen vermeiden will, kommt mit bloßem Kilometersammeln nicht weit. Krafttraining ergänzt das Lauftraining sinnvoll: Es macht dich nicht nur schneller und effizienter, sondern hilft auch, Beschwerden vorzubeugen.

Krafttraining und Athletiktraining: Worum geht es?

Athletiktraining umfasst sämtliche Methoden des Krafttrainings und ergänzende Aktivitäten zur eigentlichen Sportart eines Athleten. Es hilft dabei, Schwächen auszugleichen und die Fähigkeiten eines Läufers weiterzuentwickeln. Oft vernachlässigt, ist es ein unverzichtbarer Bestandteil eines guten Trainings. Dabei sollte es dosiert eingesetzt und sinnvoll in den Trainingsplan integriert werden. Jeden Tag Gewichte zu stemmen, ist für einen Ausdauerläufer schließlich nicht besonders zielführend.

Läufer lieben die Bewegung an der frischen Luft. Für Trailrunner, die Natur und Wege schätzen, gilt das ganz besonders. Entsprechend denken sie oft nur an Training draußen. Dabei bietet Krafttraining drinnen, gemütlich im warmen Wohnzimmer, zahlreiche Vorteile – vor allem im Winter, wenn das Wetter rauer wird. Natürlich kann man auch draußen trainieren, doch für manche Übungen braucht es die passende Umgebung, etwa eine senkrechte Wand zum Abstützen oder eine Bank.

Krafttraining als Bestandteil des Lauftrainings

Laufen ist eine belastende Sportart: Bei jedem Schritt muss der Körper einen Aufprall abfangen und auf Gelenk-, Sehnen- und Muskelebene verkraften können. Der Körper muss also ausreichend belastbar sein. Um ihn auf die spezifischen Anforderungen des Laufens vorzubereiten, spielt Krafttraining eine zentrale Rolle. Es spricht gezielt bestimmte Muskelgruppen an, senkt damit das Verletzungsrisiko und verschiebt die Ermüdungsgrenze nach hinten. Ein starker Körper verletzt sich seltener, kräftige Muskeln laufen länger.

Ein Krafttrainingsprogramm sollte die Besonderheiten der jeweiligen Disziplin berücksichtigen. Beim Trailrunning sind das unebenes Gelände sowie der ständige Wechsel aus Anstiegen und Abstiegen. Beim Straßenlauf zählen die wiederholten Aufprallbelastungen auf hartem Untergrund und die verlängerte Schrittlänge. Deshalb sollten unter anderem die verschiedenen Arten der Muskelkontraktion trainiert werden, die beim Laufen zum Einsatz kommen:

Konzentrische Kontraktion: Der Muskel wird zunächst angespannt und anschließend verkürzt, etwa beim Treten in die Pedale oder beim Sprung auf eine Bank.

Exzentrische Kontraktion: Der Muskel wirkt einer Belastung entgegen, etwa beim Bergablaufen, wenn die Muskeln der Beine das Körpergewicht abbremsen.

Isometrische Kontraktion: Der Muskel hält eine Spannung, ohne seine Länge zu verändern, wie bei der bekannten Wandsitz-Übung. Beim Laufen kommt diese Form selten zum Einsatz, wird aber bei bestimmten Einheiten gerne zur Vorermüdung genutzt.

Da beim Laufen vor allem die Beine gefordert sind, stehen Übungen für Waden, hintere Oberschenkelmuskulatur, Quadrizeps und Gesäßmuskulatur im Mittelpunkt. Der Oberkörper sollte trotzdem nicht vernachlässigt werden. Auch Bauch- und Rückenmuskulatur werden beim Laufen beansprucht.

Krafttraining sollte fester Bestandteil des Trainingsplans eines Läufers sein.

Krafttraining in der Praxis

Im Winter zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche einplanen.

Jeden Zirkel mit einem Warm-up beginnen: entweder auf dem Rollentrainer (30 bis 40 Minuten locker) oder laufend (30 bis 40 Minuten entspanntes Einlaufen).

Jeden Zirkel zwei- bis viermal absolvieren.

Während der gesamten Einheit regelmäßig trinken.

Bei den Übungen weiteratmen: Krafttraining macht man nicht in Atemnot beziehungsweise mit angehaltenem Atem!

Bei jeder Übung auf eine saubere Ausführung und die richtige Körperposition achten.

Kraftzirkel fürs Lauftraining

  • Unterarmstütz: 30 Sekunden. Den Rücken nicht durchhängen lassen und das Gesäß nicht nach oben schieben. Kräftigt die Rumpfmuskulatur.

  • Wandsitz 45 Sekunden, anschließend 20 Sekunden Kniehebelauf am Platz. Beim Wandsitz jeweils einen 90-Grad-Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkeln sowie zwischen Oberschenkeln und Waden einhalten. Beim Kniehebelauf in der Körperachse bleiben, den Rumpf stabilisieren und den Rücken aufrecht halten. Isometrische Kräftigung des Quadrizeps, gefolgt von konzentrischer Beinarbeit.

  • Seitlicher Unterarmstütz: 30 Sekunden pro Seite. Das Becken nicht absinken lassen. Kräftigt die Rumpfmuskulatur.

  • Seitliche Sprünge am Platz: 30 Sekunden von links nach rechts. Den Oberkörper stabil halten. Kleine, dynamische Sprünge, als wäre der Boden heiß. Beansprucht Waden, Sprunggelenke und Füße.

  • Rückenstütz: 30 Sekunden. Nicht ins Hohlkreuz oder in eine abgesunkene Position fallen. Kräftigt die Rumpfmuskulatur.

  • Sprünge am Platz: 30 Sekunden vor und zurück. Den Oberkörper stabil halten. Kleine, dynamische Sprünge, als wäre der Boden heiß. Beansprucht Waden, Sprunggelenke und Füße.

  • Liegestütze: 15 Wiederholungen, Hände weit aufgestellt, zügig ausgeführt. Den gesamten Körper stabil halten, damit die Hüfte nicht absinkt. Ist die klassische Position zu schwierig, kann man sich auf den Knien statt auf den Zehenspitzen abstützen. Kräftigt Rumpf und Arme und schult die Körperspannung.

  • Wadenheben: 30 Sekunden. Die Übung kontrolliert und nicht auf Geschwindigkeit ausführen. Körperspannung halten und die Arbeit in Füßen und Waden bewusst spüren. Kräftigt die Waden.

  • Liegestütze: 15 Wiederholungen, Hände eng aufgestellt, zügig ausgeführt. Den gesamten Körper stabil halten, damit die Hüfte nicht absinkt. Ist die klassische Position zu schwierig, kann man sich auf den Knien statt auf den Zehenspitzen abstützen. Kräftigt Rumpf und Arme und schult die Körperspannung.

  • Ausfallschritte nach vorn ohne Sprung: 15 Wiederholungen. In der Körperachse bleiben und das Becken stabil halten. Beansprucht hintere Oberschenkelmuskulatur, Gesäß und Quadrizeps.

Krafttraining sollte seinen festen Platz im Trainingsplan bekommen. Es ist keineswegs nebensächlich, sondern entscheidend: Wer Kraft, Spannkraft und Belastbarkeit des Muskel-Sehnen-Systems entwickelt, bereitet den Körper besser darauf vor, länger, effizienter und verletzungsfrei zu laufen. Plane mindestens eine Krafttrainingseinheit pro Woche ein und behandle sie wie eine vollwertige Trainingseinheit.

Entdecke den Marathonkalender

Mehr Artikel