Mont-Blanc-Marathon, ein nachhaltiger Kreislauf
Im Dezember 2024 wurde der Marathon du Mont-Blanc bei der ersten Ausgabe der Trail Running Awards mit dem Preis für die beste Umweltinitiative ausgezeichnet. Für 2025 hat die Veranstaltung eine wegweisende Maßnahme eingeführt: Ein Kontingent an Startplätzen ist für Teilnehmerinnen und Teilnehmer reserviert, die mit Zug oder Bus anreisen. Eine Premiere in der Laufwelt.
Mülltrennung, der Verzicht auf Plastikbecher und eine Charta für umweltbewusstes Laufen: In Frankreich gibt es immer mehr Initiativen, um Marathons umweltverträglicher zu machen. Die Startplätze sind schließlich heiß begehrt, und die Veranstalter stehen vor einem echten Dilemma: Sie müssen den Ansturm an Anmeldungen bewältigen und zugleich die Landschaften schützen, in denen die Athleten unterwegs sind. „Wir sind alle Chamonix-Leute, wir sind nicht wegen des Geldes hier, sondern um die Region zu fördern“, sagt Magali Chevalier, Verantwortliche für Großveranstaltungen beim Sportverein von Chamonix, ohne Umschweife. Bereits seit 2004 setzt die Organisation des Marathon du Mont-Blanc zahlreiche Maßnahmen um, um die Auswirkungen der Veranstaltung auf die Region so weit wie möglich zu reduzieren. Bei 10.000 Läuferinnen und Läufern auf acht Rennen musste gehandelt werden. Trockentoiletten, Mülltrennung, der Verzicht auf Plastikbecher und eine Verlosung gegen den Anmeldeansturm: Für das Team waren all diese Maßnahmen schlicht eine Frage des gesunden Menschenverstands. „Wir waren bei den Maßnahmen zum Schutz der Umwelt ziemlich früh dran“, räumt Magali Chevalier ein. „Heute merken wir, dass die Teilnehmer das erwarten24.9395643122993
Startplätze für Zug und Bus
2021 ermittelte die Agentur Aircoop die gesamte CO₂-Bilanz der Veranstaltung, also nicht nur die des Marathons. Die Untersuchung ergab, dass 96 % des CO₂-Fußabdrucks durch die An- und Abreise verursacht werden. Diese Zahl wirkte wie ein Weckruf. „Wir wussten, dass 17 % der Menschen mit dem Zug und nur 4 % mit dem Bus anreisten. Deshalb setzten wir uns das Ziel, diesen Anteil zu verdoppeln und 40 % der Teilnehmer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Veranstaltung zu bringen“, erklärt die Veranstaltungsleiterin.
Für die Ausgabe 2025 reserviert der Marathon du Mont-Blanc deshalb 40 % seiner Startplätze für alle, die mit dem Zug oder Bus anreisen. „Diese Maßnahme befreit sie von der Verlosung. Wenn man bedenkt, dass die Chance auf einen Startplatz 2024 bei eins zu sieben lag, ist das durchaus ein positiver Anreiz“24.9395643122993
Beim Anmeldestart im vergangenen Oktober waren die Bahn-Bus-Startplätze innerhalb von weniger als einer Minute vergeben. Ein ermutigender Auftakt für die Organisation, die diese Initiative als erste ausprobierte. „Wir wollen in unserem bescheidenen Rahmen dazu beitragen, die Einstellung der Menschen zu verändern, indem wir sie dazu bringen, den Zug zu nehmen und die Erfahrung dieses Verkehrsmittels kennenzulernen“, erklärt die Organisation.
Wie kamen die 40.000 Euro aus dem CO₂-Ausgleich für den Dokumentarfilm zusammen?
Parallel dazu setzt der Marathon du Mont-Blanc seit zwei Jahren auf Ausgleichsmaßnahmen für alles, was sich nicht reduzieren oder vermeiden lässt. In diesem Jahr wird die Maßnahme ausgeweitet und verpflichtend. Bei der Anmeldung sehen die Athleten anhand des Rechners der französischen Umweltagentur Ademe, wie hoch der von ihnen zu zahlende CO₂-Ausgleich ausfällt. Je weiter die Anreise, desto höher der Betrag. Und Vorsicht vor Schlaumeiern: Die Organisation prüft alles und verlangt einen aktuellen Wohnsitznachweis. Das eingenommene Geld wird an Vereine weitergeleitet, die Ausgleichsprojekte umsetzen. „Die Summe aus dem CO₂-Ausgleich liegt 2025 bereits jetzt bei 40.000 Euro. Das entspricht etwa 3 % des Gesamtbudgets der Veranstaltung. 2023 und 2024 brachte der freiwillige CO₂-Ausgleich dagegen jeweils rund 6.000 Euro ein. Über die Anreise anzusetzen, ermöglicht Veränderungen in der Tiefe“, schließt Magali Chevalier, für die der Klimawandel zum Alltag gehört.