Vom Asphalt auf die Leinwand: Running im Kino

Vom Asphalt auf die Leinwand: Running im Kino

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Von Linford Dirou

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Seit der Laufsport Einzug in die Vorstellungswelt der breiten Öffentlichkeit gehalten hat, ist er folgerichtig auch auf der großen Leinwand angekommen. Marathons.com blickt hier auf die bedeutendsten Filme rund ums Laufen zurück. Völlig subjektiv.

Das 20. Jahrhundert brachte das Kino hervor, das Ende des 19. Jahrhunderts in der westlichen Welt seinen Siegeszug antrat, sowohl in den USA als auch in Europa (Edison und die Gebrüder Lumière seien hier nur als Beispiele genannt …). Wie wir auf unserer Website bereits beschrieben haben, entwickelte sich der Laufsport seinerseits in den 1960er- und 1970er-Jahren zu einem gesellschaftlichen Phänomen. Es war nur logisch, dass diese beiden Phänomene irgendwann aufeinandertreffen würden … Zahlreiche Filme mit Läuferinnen und Läufern entstanden, zur Freude von Kino- und Runningfans gleichermaßen. Ein kleiner filmischer Streifzug mit zehn Filmen aus verschiedenen Epochen, von den frühen 1960er-Jahren bis heute. Nur Qualität!

Die Einsamkeit des Langstreckenläufers (1962), der Vorreiter

Einer muss es sein. „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“, ein 1962 erschienener britischer Film, steht exemplarisch für seine Zeit und für das, wofür Running damals stehen konnte: ein Lauf zu sich selbst, die Suche nach Freiheit, eine besondere Beziehung zur eigenen Umwelt … Der Film basiert auf einer Erzählung des Schriftstellers Alan Sillitoe und erzählt von dem jungen Straftäter Colin Smith, der im Laufen eine Form des Aufbegehrens und der persönlichen Reflexion findet … Das passt genau zu den verschiedenen Bewegungen, die sich in diesen Jahren in der westlichen Jugend beobachten ließen. Der Film von nimmt seine Zeit angesichts des Erscheinungsjahres geradezu vorweg. 17 Jahre später greift „Wie ein freier Mann“ (1979) mit einer anderen Handlung das Thema des persönlichen Kampfes und des Widerstands wieder auf. Der von wahren Begebenheiten inspirierte Film erzählt die Geschichte von Billy Hayes, einem Amerikaner, der wegen Drogenschmuggels in der Türkei inhaftiert wurde. Das Laufen wird für ihn zum Symbol für Freiheit und Widerstand, zu einem Weg, Geist und Körper unter den bedrückenden Bedingungen fit zu halten.

Forrest Gump (1994) und Marathon Man (1976), die ganz Großen

Wie ein freier Mann“ des Erfolgsregisseurs Michael Mann (Heat, Insider …) war im Fernsehen so erfolgreich, dass er den Sprung auf die große Leinwand schaffte. Doch schon drei Jahre zuvor hatte ein anderer Film zunächst bei der Kritik und anschließend beim Publikum riesigen Erfolg: „Marathon Man“ natürlich! Dustin Hoffman spielt darin Thomas Levy, einen Geschichtsstudenten und Hobbyläufer, der in eine internationale Verschwörung hineingezogen wird. Von Nazis gejagt, läuft sein Wettlauf gegen die Zeit weiter … Der von John Schlesinger inszenierte Film erhielt zahlreiche Nominierungen bei den Golden Globes und war ein großer Publikumserfolg. Dustin Hoffman, der wenige Jahre zuvor bekannt geworden war, hatte daran sicher seinen Anteil. War „Marathon Man“ der erfolgreichste Film, in dem das Laufen eine Rolle spielt? Aber nein! Fast 20 Jahre später stellte Forrest Gump alles in den Schatten und wurde zu einem weltweiten Phänomen. Tom Hanks verkörpert Forrest Gump, einen gewöhnlichen Mann, dessen außergewöhnliches Leben mehrere Jahrzehnte amerikanischer Geschichte durchquert. Sein Lauf, ausgelöst vom Bedürfnis, vor seinen Problemen davonzulaufen, gehört zu den großen Momenten des Films. Tom Hanks spielt in diesem Film wohl seine größte Rolle. Ein wunderbarer, zeitloser Film.

Auch im Kino folgt das Running dem gesellschaftlichen Wandel

Der Kampf mit sich selbst: Laufen lässt sich keineswegs immer auf eine individuelle Herausforderung reduzieren. Zahlreiche sehenswerte Filme haben gesellschaftliche Kämpfe sichtbar gemacht, die teilweise bis heute aktuell sind … Dazu zählen „Die Stunde des Siegers“ (1981), „Mit ganzer Kraft“ (2014), „Sur la ligne“ (2014) und „Sarah préfère la course“ (2013). Diese Filme behandeln Antisemitismus, Behinderung, soziale Ungerechtigkeit und feministische Kämpfe … Alles Themen, die durch die Perspektive des Laufsports eine besondere Kraft entfalten. Der erstgenannte Film ist ein großer Klassiker des britischen Kinos. Er erzählt die wahre Geschichte zweier britischer Athleten, Harold Abrahams (oben im Bild, Sieger über 100 Meter bei den Olympischen Spielen 1924) und Eric Liddell, bei den Olympischen Spielen 1924. „Mit ganzer Kraft“ nähert sich dem Thema Behinderung, ohne in Klischees oder Rührseligkeit abzurutschen. Der Jugendliche Julien mit Behinderung stellt sich gemeinsam mit seinem Vater einer Ironman-Herausforderung … Auch den Quebecer Film „Sarah préfère la course“ (2013) der Regisseurin Chloé Robichaud mögen wir sehr.


All diese Filme machen Lust aufs Laufen. Allerdings sollte man aus den richtigen Gründen loslaufen, nicht wie Johann Rettenberger in „Der Räuber“ (2010), einem verbissenen Marathonläufer und pathologischen Bankräuber … Eine wahre Geschichte!

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