Messfehler verkürzt den San Francisco-Halbmarathon
Am 29. Juli 2024 gingen 3.700 Läuferinnen und Läufer beim San Francisco-Halbmarathon an den Start. Im Ziel wartete eine Überraschung: Sie waren fast einen Kilometer zu wenig gelaufen. Ihre Zeiten waren damit ungültig, der Frust in der Laufcommunity groß.
Hinter den Ergebnissen des San Francisco-Halbmarathons 2024 steht nun: „20,2 km“. Um zu verstehen, was passiert ist, muss man zum 29. Juli 2024 zurückgehen. Parallel zum San Francisco Marathon finden zwei getrennte Halbmarathons statt: der „Bridge-Half“ und der „City-Half“. Letzterer startet im Golden Gate Park und führt kreuz und quer durch die Straßen von San Francisco. Am Veranstaltungstag brachte ein Fehler diese eingespielte Organisation durcheinander.
Der San Francisco-Halbmarathon war zuvor von USA Track & Field (USAFT) zertifiziert worden, der Organisation, die für die Einhaltung offizieller Streckenlängen bürgt. Nach Angaben der Veranstalter begann alles mit einer Verwechslung bei der Erstellung der Karte, die zur Vorbereitung der Strecke diente. Obwohl die ursprüngliche Vermessung korrekt war, führte dieser Fehler dazu, dass die Distanzmarkierungen falsch gesetzt wurden. Das Ergebnis: In den endgültigen Streckenverlauf schlich sich eine Abkürzung von rund 800 Metern ein. Der Halbmarathon war damit nur 20,2 Kilometer lang statt der vorgeschriebenen 21,1 Kilometer. Öffentlich eingeräumt wurde der Fehler erst nach der Veranstaltung, als Teilnehmer eine Abweichung zwischen den auf ihren GPS-Uhren erfassten Distanzen und der offiziellen Streckenlänge bemerkten. Zwei Tage nach dem Rennen schickten die Veranstalter eine E-Mail an die Teilnehmer und übernahmen die volle Verantwortung:
Trotz der Vermessung und der Bescheinigung durch einen von USAFT zertifizierten Streckenvermesser wurde die Strecke nicht korrekt vermessen. Dadurch war sie 20,2 Kilometer statt der vollständigen 21,1 Kilometer lang.“
Frust bei den Teilnehmern
Die Anmeldung für diesen legendären Lauf kostet 230 Dollar, etwa 220 Euro. Dazu kommen Ausgaben für Anreise, Unterkunft und Verpflegung. Der Frust unter den Teilnehmern war daher spürbar. Neben der finanziellen Seite beklagten viele Läufer vor allem die Unmöglichkeit, den Lauf als Qualifikationsrennen oder als Referenz für ihre Leistung zu nutzen. Während einige Läufer Entschädigungen oder Rabatte für kommende Ausgaben fordern, betonen andere, dass das Lauferlebnis vor allem ein Moment der persönlichen Herausforderung bleibt.