Covoit’run bringt Läufer gemeinsam zu ihren Rennen
Die im März 2025 gestartete App Covoit’run richtet sich an Läufer und Veranstalter. Sie soll Fahrgemeinschaften zu Wettkämpfen fördern und den CO₂-Fußabdruck der Events senken.
Fahrgemeinschaften sind keine neue Idee. Sie auf die Laufwelt zu übertragen, dagegen schon. Der Gedanke zu Covoit’run entstand, als Bruno Menard selbst Fahrgemeinschaften nutzte. Der 53-jährige Angerser ist begeisterter Läufer. „Ich laufe seit 17 Jahren im Verein und bin seit sieben Jahren als Trainer für den Straßenlauf beim Verein von Saint-Barthélemy d’Anjou (Maine-et-Loire) tätig.“ Neben seiner Arbeit im Vertrieb beschloss der Fünfzigjährige, ein Herzensprojekt in Angriff zu nehmen, das Läuferinnen und Läufern einen nützlichen Service bieten sollte.
Die Veranstaltungsorte entlasten
„Nach Corona haben sich die Laufveranstaltungen exponentiell entwickelt. Ich habe erste Umfragen durchgeführt und bei den Rennen einen Anteil von 60 bis 70 Prozent an Alleinfahrern festgestellt“, berichtet Bruno Ménard. In Covoit’run sieht er eine Möglichkeit, diesen Anteil zu senken. An den Austragungsorten von Laufveranstaltungen kann die wachsende Zahl der Fahrzeuge zu erheblichen Parkplatzproblemen führen, weil die Infrastruktur für solche Verkehrsströme oft nicht ausgelegt ist.
Der Hobbyläufer nahm einen Kredit über 25.000 Euro auf und investierte 15.000 Euro, um die Firma Covoit’sports zu gründen, zu der die App gehört. Sie ist seit dem 1. März 2025 verfügbar. Nun muss er noch mehr Läufer und Veranstalter davon überzeugen, sie zu nutzen. Alles ist darauf ausgelegt, Läufer unkompliziert zusammenzubringen. Alle Rennen in Frankreich und den französischen Überseegebieten sind erfasst, ebenso die einzelnen Wettbewerbe innerhalb einer Veranstaltung. Nach einer kostenlosen Registrierung in wenigen Minuten können Fahrer eine Strecke anbieten oder Nutzer eine passende Verbindung auswählen. Der Algorithmus der App berechnet die Entfernung für Hin- und Rückfahrt. „Wir berücksichtigen auch die Treibstoffkosten und aktualisieren sie alle 15 Tage anhand des Durchschnittspreises in Frankreich“, erklärt der Gründer, der bei dem Projekt mit seinem Sohn Axel zusammenarbeitet. „Der Fahrer gibt den Verbrauch seines Fahrzeugs an, daraus lässt sich der Preis pro Platz berechnen.“ Bei einem Marathon mit mehreren Wettbewerben kann die Hin- und Rückfahrt mit Teilnehmern desselben Laufs organisiert werden. Das ist praktischer und entspricht besser den Bedürfnissen derjenigen, die an solchen Veranstaltungen teilnehmen.
Seit dem Start wurden rund 20 Fahrten durchgeführt, und 650 Läufer sind auf der Plattform registriert. Covoit’run finanziert sich derzeit über eine kleine Provision auf gebuchte Plätze, das Projekt wird aber weiterhin ehrenamtlich betrieben.
Mehr Funktionen für die Plattform
Während immer mehr Veranstalter ihre Klimabilanz verbessern wollen, ist Covoit’run eine sinnvolle Initiative, um Individualverkehr zugunsten gemeinsamer Fahrten zu reduzieren. „Für Veranstalter ist das eine echte Chance, den Anteil der Alleinfahrer zu begrenzen“, sagt der Gründer von Covoit’run. Bereits heute arbeitet er mit dem Marathon La Rochelle Serge-Vigot, dem Grand Raid Camargue und dem Ultra Trail du Grand Colombier zusammen.
Um attraktiv zu bleiben und weitere Veranstalter zu gewinnen, entwickelt Bruno Ménard die Plattform laufend weiter. „Es ist zum Beispiel möglich, ausschließlich unter Frauen Fahrgemeinschaften zu bilden“, erklärt er. Eine Nachrichtenfunktion gibt es bereits. In den kommenden Monaten sollen Filter hinzukommen, mit denen sich Fahrten mit Athleten auf demselben Leistungsniveau organisieren lassen, etwa um nach dem Wettkampf gemeinsam zur selben Zeit aufzubrechen. Eine umfassende App, die für Läufer echten Mehrwert bieten will.
Mit Covoit’run liefert Bruno Ménard eine konkrete Antwort auf eine bei der Organisation von Laufveranstaltungen oft unterschätzte Herausforderung: die Mobilität der Teilnehmer. Die App erleichtert Fahrgemeinschaften unter Läufern und integriert Funktionen, die auf Komfort und Sicherheit zugeschnitten sind. So soll sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Laufveranstaltungen werden. In einer Zeit, in der ökologische Verantwortung immer wichtiger wird, könnte sich diese lokale, aber ambitionierte Initiative als wichtiger Hebel für nachhaltigere Laufveranstaltungen etablieren.