Die besten Laufstrecken in Paris

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Von Sabine Loeb

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Die besten Laufstrecken in Paris

Wer an Paris denkt, hat vielleicht zuerst volle Straßen, rote Ampeln an jeder Ecke und Touristenschwärme vor Augen. Keine ideale Laufstadt, könnte man meinen. Und doch! Hinter dem urbanen Trubel verstecken sich echte Perlen für Laufbegeisterte. Ob Asphaltfan, Liebhaber bewaldeter Wege oder auf der Suche nach ruhigeren Ecken: Paris und sein Umland bieten eine erstaunliche Vielfalt an Strecken. Marathons.com nimmt die besten Spots unter die Lupe. ✓ Vom Sonntagsjogger bis zur Marathonvorbereitung, allein oder mit Freunden, gibt es in der Hauptstadt immer etwas Neues zu entdecken.

Die Seine-Ufer, ein Paradies für Straßenläufer

Paris wirkt läuferfeindlich, steckt aber voller Geheimtipps: Asphalt, bewaldete Wege, versteckte Spots … In der Hauptstadt findet jeder seine Strecke.© Pont de Bir-Hakeim © Jean-Baptiste Gurliat / Ville de Paris

Die Pariser Uferwege, die sich auf rund 13 Kilometern entlang der Seine, zwischen der Pont de Suresnes im Westen und der Pont de Tolbiac im Osten, erstrecken, sind ideales Terrain für alle, die gerne auf Asphalt laufen. Lange Geraden, ein perfekt glatter Belag und freie Sicht auf die Wahrzeichen der Hauptstadt begeistern sowohl Läufer auf der Suche nach schnellen Zeiten als auch diejenigen, die einfach die Kulisse genießen möchten. Ihr größter Vorteil: Es gibt keine Autos. Julie, eine Studentin, die regelmäßig hier läuft, bringt es auf den Punkt: „ Das ist perfekt, weil man nicht ständig von Autos oder Ampeln ausgebremst wird. Du musst nicht überlegen, welchen Weg du nehmen sollst. Du bist draußen und fühlst dich nicht in kleinen Straßen eingeengt.“

Vom Louvre über Notre-Dame bis zum Eiffelturm verbindet jeder Schritt Sport und Kultur, in einer Atmosphäre, die typisch für Paris ist. Am rechten Seine-Ufer beginnen die Wege ungefähr an der Pont de Sully und führen bis zur Pont d’Austerlitz oder noch darüber hinaus. Am linken Ufer verlaufen sie von der Pont de Bir-Hakeim bis zur Pont de Tolbiac. Diese abwechslungsreiche Kulisse schätzt auch die bereits erwähnte Läuferin, die mehrere 10-km-Läufe absolviert hat und im 15. Arrondissement wohnt. Ihre gewohnte 8-km-Runde beschreibt sie so: „ Champs de Mars, Ufer, dann Invalides.“

Ob du gerade für einen Marathon trainierst und Kilometer sammeln musst oder ein intensives Intervalltraining suchst: Die ausgebauten Uferwege bieten den idealen Raum, um dich ganz auf deinen Lauf zu konzentrieren. Ein kleiner Haken bleibt allerdings: Im Frühling und Sommer füllen sich die Ufer mit Gelegenheitsläufern und Touristen, die die an den Pariser Brücken vertäuten Boote besuchen.

Grün, und warum nicht gleich Natur im 14. Arrondissement?

Paris wirkt läuferfeindlich, steckt aber voller Geheimtipps: Asphalt, bewaldete Wege, versteckte Spots … In der Hauptstadt findet jeder seine Strecke.© Parc Montsouris © Clement Dorval / Ville de Paris

Wer den Eingang zur Cité Universitaire zum ersten Mal sieht, ist oft vom imposanten Gebäude beeindruckt, in dem sich unter anderem das Schwimmbad, die Mensa und das Theater befinden. Nach diesem ersten Eindruck lädt der Park zu einem Spaziergang vorbei an den verschiedenen Pavillons ein, die die Länder der Welt repräsentieren.

Auf den Wegen sind zahlreiche Laufgruppen unterwegs, die den Platz nutzen. Ein leichter Höhenunterschied ist dabei durchaus zu spüren. Wer die Brücke überquert, gelangt in den zweiten Parkteil, der sich ideal für eine längere Runde eignet. Eine komplette Schleife vom unteren Parkbereich am Stade Charléty bis zum anderen Ende ist etwa 1,5 bis 2 km lang.

Für Abwechslung sorgt ein kurzer Straßenwechsel zum Parc Montsouris. Mit seinen kleinen Wasserfällen und dem See ist er ausgesprochen reizvoll, verlangt wegen seiner Anstiege aber mehr Einsatz als andere Laufspots. Die Steigungen wirken zwar weniger brutal als jene der Buttes-Chaumont im 20. Arrondissement. Bruno, der im Stade Charléty trainiert und im 14. Arrondissement wohnt, freut sich trotzdem über zwei Parks „mit Anstiegen“ in der Nähe. Dass es hier Wege und nicht nur Straßen gibt, ist für diesen Pariser Stadtteil ein echtes Plus.

Zwei Wälder weniger als 30 Minuten vom Pariser Zentrum entfernt

Paris wirkt läuferfeindlich, steckt aber voller Geheimtipps: Asphalt, bewaldete Wege, versteckte Spots … In der Hauptstadt findet jeder seine Strecke.© Die Runde im Bois de Vincennes © Jean-Baptiste Gurliat / Ville de Paris

Der Bois de Vincennes mit seinen 995 Hektar gilt als Lieblingsspielplatz der Pariser Läuferszene. Er liegt weniger am Stadtrand als der Bois de Boulogne, wird vom Kurs des Marathon de Paris durchquert und ist mit den Metrolinien 1 und 8 leicht erreichbar. Zwischen Seen und schattigen Wegen bietet er einen besonderen Naturrahmen. „Der Lac Daumesnil im Bois de Vincennes ist für Pariser aus dem Südosten richtig gut!“, erklärt Albena, die normalerweise im näher gelegenen Parc de Choisy läuft. „Der Lac Daumesnil ist schön, aber es sind zu viele Leute dort,“, ergänzt Julien, der beim Paris Université Club gemeldet ist. Dafür gibt es im Bois jede Menge Grünflächen zwischen der Avenue de Saint-Mandé, der Avenue Daumesnil, der Route de la Pyramide und der Avenue de Gravelle.“ Der Pariser hat noch mehr Ideen für abwechslungsreiche Läufe und fügt sofort hinzu: „Sonst eben die Marne-Ufer oder der Lac des Minimes!

Für Trailrunner in der Vorbereitung führt am Plateau Gravelle, im Südosten des Bois de Vincennes nahe dem Stade Pershing und der Pferderennbahn, kein Weg vorbei. Hier lassen sich Anstiege gezielt trainieren. Die erste Steigung, die „Route des Barrières“, ist mit durchschnittlich 5 % zwar relativ sanft, fordert die Beine auf 500 m Länge aber ordentlich. Die zweite ist mit rund 100 m kürzer, hat dafür eine Steigung von etwa 7 % und treibt den Puls nach oben. Hier findet jeder die passende Herausforderung. Ob Cross-Saison oder einfach Trailfan: Dieser besondere Ort direkt vor den Toren von Paris wird den Erwartungen gerecht.

Kleinere Parks für eine kurze, angenehme Laufrunde

Der Jardin du Luxembourg und der Jardin des Tuileries sind hervorragende Laufziele in gepflegten Anlagen der Stadt. Blumen, Kieswege und teilweise unbefestigte oder gepflasterte Abschnitte machen sie perfekt für einen rund 30-minütigen Lauf in moderatem Tempo.

Bei Läufern aus dem Pariser Zentrum sind diese Parks besonders beliebt. Louise, eine Mittelstreckenläuferin aus Châtelet, wechselt zwischen langen Läufen an den Ufern, „weil es dort keine Autos gibt“, und Runden von etwa 1 km im Jardin des Tuileries, „weil es dort Wege gibt und der Park vor allem direkt vor der Haustür liegt.“ Auch Julie weicht gerne auf diese Parks aus, um Asphalt zu vermeiden, selbst wenn sie „nicht besonders groß sind“ und sie dort nicht richtig „Kilometer machen“ kann. Schließlich läuft sie bei ihren Ausfahrten manchmal bis zu 15 Kilometer.

Mit dem RER zu besonderen Wäldern

Im Großraum Paris ist das Terrain zwar überwiegend städtisch und flach. Trotzdem locken mehrere beliebte Spots Trailrunner und Naturfreunde. Der Wald von Fontainebleau, 60 km südlich von Paris, ist der Klassiker: abwechslungsreiche Wege, Felsen, Höhenmeter und wilde Landschaften machen ihn zum idealen Revier für Trailrunning, Orientierungslauf und sogar Klettern. Näher an Paris begeistert das Vallée de Chevreuse 30 bis 50 km südwestlich mit bewaldeten Wegen und interessanten Höhenmetern. In diesem Jahr feierte es sein 40-jähriges Bestehen mit 65.000 Hektar Fläche und dem Château de la Madeleine, einer zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert errichteten Festung, die kostenlos besichtigt werden kann.

Paris wirkt läuferfeindlich, steckt aber voller Geheimtipps: Asphalt, bewaldete Wege, versteckte Spots … In der Hauptstadt findet jeder seine Strecke.© Forêt de Sénart © Ville de Vigneux-sur-Seine

Auch andere Wälder sind einen Abstecher wert, etwa der Wald von Sénart, einer der großen Staatsforste der Region Île-de-France. Er erstreckt sich südöstlich von Paris über 3.000 Hektar, ist gut erreichbar und mit seinen breiten Betonwegen sowie zahlreichen Pfaden perfekt für lange Läufe, auf denen man sich leicht verlieren kann. Weiter westlich liegt der weitläufige, eher flache Wald von Rambouillet mit markierten Strecken für jedes Niveau. Ebenfalls einen Besuch wert ist der Wald von Meudon, südwestlich und näher an Paris gelegen. Er ist kleiner, eignet sich dank seines hügeligen Reliefs aber ideal für Intervalltraining.

Im Nordwesten ist der regionale Naturpark Vexin français ein in der Île-de-France bekanntes Wandergebiet: Mehr als 70 Spazier-, Wander-, GR- und GRP-Routen machen ihn zu einem weitläufigen Revier für Wanderer und Trailrunner. Seine Naturräume verdienen besondere Aufmerksamkeit: Moore, Steinbrüche, Wälder und kalkhaltige Hänge prägen diesen Park, den man unbedingt entdecken sollte. „Es ist ein Glück, im Umland zu wohnen und diese riesige Waldfläche jeden Tag nutzen zu können, ich bekomme nie genug davon“, erzählt Baptiste, der in Essonne nahe dem Wald von Sénart lebt.

Ob entspannter Lauf in der Natur oder anspruchsvolle Trainingseinheit: Oft reicht eine RER-Fahrt, um ins Grüne zu entkommen.

Schluss mit den Vorurteilen über das Laufen in Paris: Zwischen Ufern, Wäldern und dem reichen architektonischen Erbe der Stadt gibt es beim Lauf jede Menge zu sehen und gleichzeitig reichlich Kilometer zu sammeln. Jetzt fehlen nur noch die Laufschuhe.

Den Kalender der Laufveranstaltungen in der Île-de-France findest du hier