Kiprun KIPNEXT CONNECT: Der erste Laufschuh mit integriertem Verschleißsensor

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

Kiprun KIPNEXT CONNECT: Der erste Laufschuh mit integriertem Verschleißsensor
© Kiprun

Was wäre, wenn dein Laufschuh dir sagen könnte, wann es Zeit für ein neues Paar ist? Mit dem KIPNEXT CONNECT bringt Kiprun eine bislang einzigartige Innovation in die Laufwelt. Gemeinsam mit dem Start-up MOVMENTA integriert die französische Marke erstmals einen Sensor in ein neues Performance-Modell für den täglichen Einsatz. Die Technologie erfasst den Verschleiß des Schuhs und löst damit ein Problem, das viele Läufer kennen: den richtigen Zeitpunkt für den Schuhwechsel zu bestimmen. Denn während sich der äußere Verschleiß erkennen lässt, bleibt der Verlust an Dämpfung unsichtbar. Dabei ist gerade er entscheidend, wenn es darum geht, Verletzungen vorzubeugen.

Eine wegweisende Innovation von MOVMENTA

Hier liegt der Kern des Projekts. Für den KIPNEXT CONNECT arbeitet Kiprun mit MOVMENTA zusammen, einem französisch-britischen Unternehmen, das sich auf vernetzte Sportprodukte spezialisiert hat. Der Sensor wird direkt in den Schuh integriert und trägt den Namen SOLLO.

Der extrem leichte Sensor wiegt rund drei Gramm, ist vollständig unsichtbar und kommt ohne Batterie aus. Er misst, wie stark sich der Schaumstoff im Laufe der Kilometer setzt. Das ist eine entscheidende Information, denn genau der Verlust an Dämpfung kann die Leistung beeinträchtigen und möglicherweise das Verletzungsrisiko erhöhen.

Die Anwendung ist ebenso einfach wie innovativ: Das Smartphone wird auf Höhe der Ferse gehalten, ähnlich wie beim kontaktlosen Bezahlen. Der Sensor nutzt elektromagnetische Wellen, um die Struktur des Schaumstoffs zu analysieren, und übermittelt die Daten anschließend an Kipruns App PACER. Dort werden sie in einen Verschleißprozentsatz übersetzt. Ein klarer, präziser und objektiver Wert. Ein Traum für alle Läufer, die Zahlen lieben.

Kiprun KIPNEXT CONNECT: der erste Laufschuh, der seinen Verschleiß messen kann. Eine einzigartige Innovation für längere Läufe und weniger Verletzungen.© Kiprun

Das Unsichtbare sichtbar machen

Bis heute verlassen sich die meisten Läufer auf ihr Gefühl oder den sichtbaren Zustand der Außensohle, um den Verschleiß eines Schuhs einzuschätzen. Das ist nachvollziehbar, aber nicht immer besonders zuverlässig. Ein Schuh kann äußerlich noch gut aussehen und trotzdem einen großen Teil seiner Dämpfung verloren haben. Genau dann treten manchmal erste Beschwerden auf.

Diese Technologie ist also kein bloßes Gimmick. Kiprun liefert eine konkrete Antwort auf ein echtes Problem. Mit dem KIPNEXT CONNECT weiß der Läufer genau, wie weit der Verschleiß seines Schuhs fortgeschritten ist. So kann er den Schuhwechsel anhand der Verschleißanzeige in der App rechtzeitig planen. Das klingt simpel, ist aber vermutlich eine der nützlichsten Innovationen, die der Laufsport in den vergangenen Jahren gesehen hat.

Kiprun KIPNEXT CONNECT: der erste Laufschuh, der seinen Verschleiß messen kann. Eine einzigartige Innovation für längere Läufe und weniger Verletzungen.© Kiprun

Eine Innovation mit echtem Mehrwert

Mit dem KIPNEXT CONNECT läuft Kiprun nicht einfach den aktuellen Markttrends hinterher. Die Marke bietet eine innovative Lösung für ein konkretes Problem, mit dem die meisten Läufer konfrontiert sind. Während viele Hersteller nur ungenaue Angaben zur Lebensdauer ihrer Schuhe machen, liefert Kiprun einen messbaren, per Smartphone abrufbaren und personalisierten Wert. Das ist ein großer Schritt, der die Art und Weise verändern könnte, wie Läufer ihr Equipment verwalten.

Ein maximalistischer Super-Trainer für viele Kilometer

Der KIPNEXT CONNECT besteht allerdings nicht nur aus der SOLLO-Technologie. Er ist zugleich ein hochwertiger Laufschuh, der auf der Strecke Leistung bringen soll. Mit einer Sohlenhöhe von 53 mm an der Ferse gehört er klar zur Kategorie der maximalistischen Super-Trainer. Die Dämpfung ist üppig, bewusst großzügig ausgelegt und auf maximalen Komfort über lange Distanzen ausgelegt. Eine Schuhkategorie, die bei Läufern in den vergangenen Monaten deutlich an Beliebtheit gewonnen hat.

Der verwendete Schaumstoff, ein superkritischer A-TPU der neuen Generation, soll ein interessantes Verhältnis aus weichem Laufgefühl und Dynamik bieten. Kiprun verspricht eine um 20 Prozent höhere Dämpfung als bei der Kipride Max, einem Modell, das wir selbst testen konnten und das zu den besten maximalistischen Daily-Trainern auf dem Markt zählt (Testbericht).

Das ist ein Schuh für lange Läufe, lockere Dauerläufe und Trainingsphasen mit hohem Umfang. Ein idealer Begleiter für Kilometerfresser, die viele Kilometer sammeln und ihre Beine schonen wollen, ohne dabei komplett auf Dynamik zu verzichten.

Kiprun KIPNEXT CONNECT: der erste Laufschuh, der seinen Verschleiß messen kann. Eine einzigartige Innovation für längere Läufe und weniger Verletzungen.© Kiprun

Technische Daten – KIPNEXT CONNECT

  • Kategorie: Premium-Daily-Trainer (maximalistisch)

  • Einsatzbereich: tägliche Läufe, lange Läufe, Tempoläufe

  • Dämpfung: Fastech+ (superkritischer A-TPU-Schaumstoff)

  • Untergrund: Straße

  • Niveau: für alle Läufer

  • Gewicht: 265 g (Herren)

  • Sohlenhöhe: 53 mm / 45 mm

  • Sprengung: 8 mm

  • Preis: 225 €

  • Markteinführung: Ende 2026

Bemerkenswerte Vielseitigkeit … zum hohen Preis

Mit seinen Eigenschaften ist der KIPNEXT CONNECT ein Premium-Trainingsschuh, der hohe Umfänge wegsteckt und zugleich dynamisch genug bleibt, um schnellere Tempi wie zügige Dauerläufe oder sogar Marathonpace zu laufen. Seine Stärken spielt er bei anspruchsvollen langen Läufen aus, wenn die muskuläre Ermüdung auf den letzten Kilometern spürbar wird.

Er ist weder ein reiner Temposchuh noch ein Wettkampfmodell, sondern vielmehr eine solide Basis für eine moderne Schuhrotation. Ein Paar, das man regelmäßig anzieht, um effizient und sicher Kilometer zu sammeln. Für das Gebotene ist sein Gewicht von 265 g ordentlich, und die Sprengung von 8 mm dürfte für die große Mehrheit der Läufer passen.

Der Knackpunkt ist womöglich der Preis. Bislang war Kiprun für einige der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse auf dem Markt bekannt. Eine Kipride Max für 150 € ist nur schwer zu schlagen. Für den KIPNEXT CONNECT ruft die Marke nun 225 € auf. Die neue Technologie und die Vielseitigkeit des Modells haben also ihren Preis. Vergleicht man den Schuh mit einem Asics Megablast für 240 €, wirkt der Betrag durchaus angemessen. Innerhalb des Kiprun-Portfolios sieht es allerdings anders aus: Die Kipstorm Elite, der leistungsstärkste Carbonschuh der Marke, kostet 220 €. Mit dem KIPNEXT CONNECT wäre Kiprun damit die einzige Marke auf dem Markt, deren Daily-Trainer teurer ist als der leistungsstärkste Wettkampfschuh im eigenen Sortiment …

Kiprun KIPNEXT CONNECT: der erste Laufschuh, der seinen Verschleiß messen kann. Eine einzigartige Innovation für längere Läufe und weniger Verletzungen.© Kiprun

Welchen Platz nimmt er im Kiprun-Sortiment ein?

Das ist ein Punkt, der Fragen aufwirft. Kiprun hatte sein Sortiment zuletzt in drei große Familien gegliedert: Kipride für das tägliche Training, Kipstorm für Tempo und Wettkampf sowie Kipsummit für Trailrunning.

Mit dem für Ende 2026 angekündigten KIPNEXT CONNECT führt die Marke nun einen neuen Namen ein, der keinem dieser Segmente direkt zugeordnet ist. Das überrascht, zumal der Schuh stark an eine Weiterentwicklung des Kipride Max erinnert, allerdings in einer dynamischeren und technologisch aufwendigeren Version.

Diese Neupositionierung könnte bei den Kunden für leichte Verwirrung sorgen. Beginnt bei Kiprun eine neue Kategorie? Eine Premium-Linie für Innovationen? Oder handelt es sich schlicht um ein Einzelmodell innerhalb der Kollektion? Die Antwort werden vermutlich die nächsten Neuerscheinungen der Marke liefern.

Der KIPNEXT CONNECT dürfte zu den meist erwarteten Neuerscheinungen zum Jahresende gehören. Neben seinen Qualitäten als maximalistischer Super-Trainer ist es vor allem die integrierte Technologie, die den Unterschied macht. Indem Kiprun den Verschleiß der Dämpfung sichtbar macht, liefert die Marke eine einfache Antwort auf ein komplexes Problem. Wie die Läufer diese Innovation aufnehmen werden, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: Mit diesem Modell zeigt Kiprun, dass die Marke nicht länger nur zum Kreis der Außenseiter gehört. Sie will künftig zu den führenden Herstellern zählen.