Brooks Hyperion Elite 5: Test und Fazit nach 100 km

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Fr., 21. August 2026

Aktualisiert am Fr., 21. August 2026

Brooks Hyperion Elite 5: Test und Fazit nach 100 km
© MARATHONS

Brooks hat vor allem mit Daily-Trainern wie Ghost oder Glycerin abgeräumt. Im Carbon-Game lief die Marke aus Seattle aber lange hinterher: solide Racer, eine Range auf dem Weg nach vorn, nur eben meist einen Tick hinter der Konkurrenz. Dann kam DNA GOLD, erst in der Hyperion Elite 4 PB, und plötzlich sah alles anders aus… Die 2025er Hyperion Elite 5 ist die Bestätigung: Brooks hat endlich einen echten Wettkampfschuh, der in der Top-Liga mitspielen kann. Nach zwei Monaten Test und 100 Kilometern, inklusive einer Startnummer über 10 km, fällt mein Urteil sehr positiv aus. Weicher PEBA-Schaum mit ordentlich Punch, für einen Carbonschuh überraschend viel Komfort, ein Laufgefühl, das an eine gewisse Vaporfly 2 erinnert… Da gibt’s einiges zu erzählen. Und vor allem vieles, was richtig gut ist.

Die Neuerungen der Brooks Hyperion Elite 5

DNA GOLD-Schaum : eine Zwischen­sohle aus 100 % PEBA, stickstoff-injiziert, der reaktivste Schaum, den Brooks je entwickelt hat. Er liefert maximalen Energy Return und reduziert gleichzeitig die Belastung für die Muskulatur. Das ist der Star des Modells.

Komplett überarbeitete Geometrie : neu abgestimmter Rocker, innovative Aussparungen in der Mittelsohle (die berühmten „Bubbles“ an der Seite) und ein überarbeitetes Upper, um jedes Gramm Ballast zu streichen. Ergebnis: 198 Gramm auf der Waage, also 10 Gramm weniger als beim Vorgänger.

SpeedVault+-Carbonplatte : eine Arris®-Carbonfaserplatte über die volle Länge, als Sandwich zwischen zwei Schichten DNA GOLD platziert. Sie bringt Rebound und die nötige Steifigkeit für einen dynamischen Abdruck und echte Vortriebskraft.

Minimalistisches TPU-Upper : gefühlt mehr Löcher als Material, aber effektiv und optisch richtig stark, mit integrierter Zunge und sehr eng anliegendem Sitz. Das ist ganz klar ein Race-Day-Schuh.

Stack am Limit : 40 mm an der Ferse, die maximale Höhe, die World Athletics erlaubt, und 8 mm Drop.

Technische Daten – BROOKS HYPERION ELITE 5

  • Kategorie: Wettkampfschuh mit Carbonplatte

  • Einsatz: Wettkampf, von 5 km bis Marathon

  • Schaum: DNA GOLD (100 % PEBA, stickstoff-injiziert)

  • SpeedVault+-Carbonplatte (Arris-Carbonfaser)

  • TPU-Upper

  • Untergrund: Straße

  • Niveau: Freizeitläufer/erfahrene Läufer

  • Gewicht: 198 g

  • Sohlenhöhe: 40 mm / 32 mm

  • Drop: 8 mm

  • Preis: 275 €

  • Ähnliche Modelle: Asics Metaspeed Sky, adidas Adios Pro 4, Nike Vaporfly 4

Testbedingungen

Clément: erfahrener Läufer, im Wiedereinstieg nach dem Frühjahrsmarathon und in der Vorbereitung auf den 10-km-Lauf in Chambéry, den ich mit diesem Paar gelaufen bin. Insgesamt habe ich 100 Kilometer in der Brooks Hyperion Elite 5 gesammelt, hauptsächlich auf Asphalt, aber auch ein bisschen auf Schotter, in Schwellenläufen, VO2max-Einheiten und 10-km-spezifischen Sessions.

Brooks Hyperion Elite 5 im Test nach 100 km: Carbonplatte, DNA GOLD-Schaum, Race-Performance und Vergleich mit der Konkurrenz.© Marathons

Erster Eindruck

Ich habe die Hyperion Elite 5 nur wenige Wochen vor meinem Frühjahrsmarathon in die Hände bekommen und war sofort angefixt. Für den Marathon war es aber schon zu spät: nicht genug Zeit, um sie vor dem Renntag ordentlich einzulaufen. Vielleicht auch besser so… Nach zwei Monaten Test bin ich überzeugt, dass die Hyperion Elite 5 ein hervorragender Schuh für 10 km und Halbmarathon ist, für mich persönlich aber nicht zwingend die beste Marathon-Option. Darauf komme ich weiter unten im Artikel zurück.

Optik

Das Paar ist ein Hingucker. Ich feiere dieses Mesh: mehr Löcher als Material, der Schlangenhaut-Effekt sieht brutal gut aus, und man hat sofort das Gefühl, einen echten Racing-Schuh in der Hand zu haben. Die Farbvariante sitzt, das Branding der US-Marke ist präsent, die Materialien wirken durch und durch technisch. Und dann sind da diese berühmten Bubbles in der Sohle, die optisch erstmal irritieren können. Reine Design-Spielerei? Vielleicht. Brooks sagt aber, dass die Hohlräume im Schaum am Mittelfuß in der Praxis eine zusätzliche Kompressionsschicht erzeugen. Und ja: Man spürt den Unterschied. Wo weniger Material ist, komprimiert es stärker. Am Ende logisch. Genau das macht diesen Schaum so besonders: Er arbeitet sichtbar unter dem Fuß, komprimiert und gibt die Energie, die man reinsteckt, wieder zurück.

Brooks Hyperion Elite 5 im Test nach 100 km: Carbonplatte, DNA GOLD-Schaum, Race-Performance und Vergleich mit der Konkurrenz.© Marathons

Fit und Komfort

Ich bin bei meiner normalen Größe geblieben und hatte keinerlei Probleme. Einige Läufer haben berichtet, dass die Ferse etwas rutscht, ich selbst war im Schuh aber komplett verriegelt. Das Schnürsystem funktioniert, die Schnürsenkel sind klar Race-Day-Style, dazu gibt’s Polster am Fersenbereich. Die Zunge ist ins Upper integriert, verschwindet praktisch am Fuß und schmiegt sich sauber an. Ich habe eher schmale Füße, für mich war das ideal. Aber Achtung: Der Vorfuß fällt schmal aus, und mit breitem Fuß kann es schnell zu eng werden, gerade weil dieses Mesh wirklich direkt anliegt. Wer viel Volumen hat: unbedingt anprobieren, bevor ihr kauft.

Performance

Erste Überraschung: der Komfort. Für einen Carbonschuh sind die Eindrücke wirklich stark. Der neue PEBA-Schaum fühlt sich angenehm weich an. Ich bin eher festere Schäume gewohnt, habe mich aber schnell daran gewöhnt, weil es sich in der Hyperion Elite 5 einfach extrem angenehm läuft. Gleichzeitig ist richtig Leben drin: gute muskuläre Schonung, und die Geometrie schiebt spürbar nach vorn. Eine echte „Assistenz“ am Fuß. Ganz unsichtbar wird der Schuh nicht, aber man fühlt sich sicher und vor allem schnell, über eine ziemlich breite Pace-Palette hinweg.

In meinen Schwellen-Einheiten konnte ich problemlos meinen Rhythmus finden, mit einem Schuh, der mir Kontrolle gegeben hat. In den schnellen Einheiten hat er gut mitgemacht, aber am besten war er wirklich rund um die Schwelle und im 10-km-spezifischen Bereich. Bei echten Sprint-Abschnitten und sehr kurzen, richtig schnellen Intervallen (3000-m-Tempo oder sogar 5-km-Tempo) finde ich ihn weniger effizient. Trotzdem bleibt es ein vielseitiges Modell, das man auf der Straße über alle Distanzen mitnehmen kann. Die Kompression des Schaums ist beeindruckend und sorgt für ein richtig gutes Laufgefühl.

Diese Hyperion Elite 5 erinnert mich extrem an die legendäre Nike Vaporfly 2. Form, Schaum, Mesh, Laufgefühl: Da gibt es viele Parallelen. Und wenn man den riesigen Erfolg des Nike-Modells kennt, ist das ein ziemlich großes Kompliment.

Beim 10 km Chambéry konnte ich das Ding dann wirklich ausreizen und hatte richtig Spaß. Ich bin etwas zu schnell angegangen und habe das in der zweiten Rennhälfte bezahlt, aber die Schuhe haben mir geholfen, den Schaden zu begrenzen, und ich konnte hinten raus sogar noch mal nachlegen, trotz anspruchsvoller Strecke. Am Ende ein kleines PB in 34:15. Und vor allem: richtig zufrieden mit dem Schuh… Unter dem Fuß fühlte sich das super an: ein Schaum, der abliefert und gut zurückfedert, dazu ein überraschend „cooler“ Komfort für diese Kategorie.

Stabilität

Für einen Carbonschuh mit 40 mm Stack schlägt sich die Hyperion Elite 5 gut. Der Fuß sitzt stabil, die Auftritte sind sicher, selbst auf Kies. Man muss allerdings sagen: Der Mittelfuß ist recht schmal, und wer auf langen Distanzen maximale Stabilität sucht, sollte das im Hinterkopf behalten. Bei mir: keine Probleme, weder im Training noch im Wettkampf. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich dieses Modell bis zum Marathon mitnehmen würde. Und zwar aus einem Grund… Was ich an diesem Schuh liebe, ist gleichzeitig auch ein kleiner Haken: der sehr weiche Schaum. Das ist mega angenehm und komfortabel, aber mein Fuß „sackt“ in diesem PEBA etwas ein, und mein Laufstil fühlt sich dadurch nicht so spritzig an wie mit einem etwas festeren Schaum. Die muskuläre Schonung ist top, aber mit zunehmender Ermüdung habe ich das Gefühl, dass der Fuß in der Schuhplattform ein bisschen zu sehr nachgibt, wahrscheinlich auch wegen des Schaums. Das hat sogar eine leichte Reizung am Tibialis posterior wieder angestoßen. Nichts Dramatisches, aber es ist genau dieses Gefühl, das mich zweifeln lässt, ob es mein idealer Marathon-Schuh ist. Bis Halbmarathon dagegen: Volltreffer.

Haltbarkeit

Da gibt’s nichts zu meckern, im Gegenteil: Das ist eine Stärke. Ich bin damit auch auf Trails, in Parks, aber vor allem auf Asphalt gelaufen: Nach 100 km zeigt der Schuh keinerlei Verschleiß. Wirklich gar keinen. Das ist beeindruckend, weil bei dieser Kategorie die Schäume oft ziemlich empfindlich sind. Hier greift die Außensohle gut und schützt vor allem die Mittelsohle effektiv. Der Schaum hat nichts von seinem Rebound verloren, und trotz der freiliegenden Zone in der Sohlenmitte hält das. In Sachen Haltbarkeit würde ich ihn klar über dem Durchschnitt der Wettkampf-Carbonschuhe einordnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er weit über 400 km, vielleicht sogar 500 km schafft. Für eine Supershoe in dieser Preisklasse ist das ein starkes Signal.

Brooks Hyperion Elite 5 im Test nach 100 km: Carbonplatte, DNA GOLD-Schaum, Race-Performance und Vergleich mit der Konkurrenz.© Marathons

Atmungsaktivität

Besser geht’s kaum. In diesem Upper gibt es mehr Löcher als Material, es atmet extrem. Und neben der starken Optik macht es den Job: Es lüftet den Fuß richtig gut. Selbst bei Wärme hatte ich nie das Gefühl, dass der Fuß rutscht oder zu sehr schwitzt.

Gewicht

Die Hyperion Elite 5 ist eine gute Schülerin, aber noch nicht Klassenbeste. Mit 198 Gramm ist sie sehr leicht (10 Gramm weniger als der Vorgänger), aber noch deutlich entfernt von den neuesten Modellen, die an den 150 Gramm kratzen. Man spürt sie am Fuß, aber im positiven Sinne: sicher, stabil, schnell. Komplett „weg“ ist sie allerdings nicht.

Im Vergleich zur Konkurrenz

Endlich. Endlich hat Brooks einen wirklich konkurrenzfähigen Racer, der sich mit den besten Schuhen am Markt messen kann. Der DNA GOLD-Schaum liefert, und diese Hyperion Elite 5 kann klar gegen eine Asics Metaspeed Sky oder eine adidas Adios Pro 4 antreten. Sie ist noch nicht in der Kategorie der extremsten Modelle, wie etwa Asics Metaspped Ray oder Puma Fast-R 3, aber sie läuft jetzt in derselben Liga wie die etablierten Referenzen. Ein Modell für alle, die Dynamik suchen und ein eher weiches PEBA-Gefühl unter dem Fuß mögen.

Preis-Leistung

275 €. Das ist der Launch-Preis und damit gehört sie zu den teuersten Schuhen am Markt. Das ist happig, 250 € wären schöner gewesen. Aber heute bewegen sich fast alle High-End-Supershoes in dieser Preiszone. Und wenn ich nur auf das schaue, was sie abliefert (Gewicht, hochwertiger PEBA-Schaum, Vielseitigkeit, Haltbarkeit), passt das unterm Strich. Durch ihre Haltbarkeit ist sie eine sehr gute Wahl für alle, die ein einziges Paar für schnelle Einheiten und Wettkämpfe suchen.

Brooks Hyperion Elite 5 im Test nach 100 km: Carbonplatte, DNA GOLD-Schaum, Race-Performance und Vergleich mit der Konkurrenz.© Marathons

Für wen?

Läuferinnen und Läufer auf PB-Jagd, von 5 km bis Halbmarathon
Runner, die einen Carbon-Schuh wollen, der für Training und Renntag etwas haltbarer ist als der Durchschnitt
Alle, die das weiche, federnde Gefühl eines PEBA-Schaums unter dem Fuß mögen
Läufer mit schmalem Fuß, die einen eng anliegenden Race-Day-Fit suchen
Brooks-Fans, die (seit Jahren) auf eine zuverlässige Supershoe gewartet haben, die den Namen verdient

Finales Urteil zur Hyperion Elite 5

Brooks liefert hier den besten Carbon-Racer, den die Marke je gebaut hat. Ein sehr ausgewogener, sauber konstruierter Schuh mit hochwertigen Materialien und vor allem: richtig hohem Performance-Level, für ambitionierte Läuferinnen und Läufer, die ihre Bestzeiten von 5 km bis Marathon angreifen wollen. Sie war über viele Tempi stark, besonders rund um die Schwelle. Im Rennen hat sie mich sogar zu einer 10-km-Bestzeit getragen. Viel mehr kann man kaum verlangen. Wirklich viele Negativpunkte finde ich nicht, der DNA GOLD-Schaum ist ein Schmuckstück, könnte manchen aber zu weich sein. Das ist weniger „schlecht“ als schlicht Geschmackssache.

Stärken:
Komfort, für einen Carbonschuh bemerkenswert
DNA GOLD-Schaum: schützend und ultra-dynamisch
Haltbarkeit über dem Durchschnitt der Carbon-Wettkampfschuhe
Vielseitig von 5 km bis Marathon

Schwächen:
X Schmaler Vorfuß-Fit
X Sehr weicher Schaum, der nicht jedem liegt
X Hoher Preis von 275 € (ältere Colorways gibt es teils günstiger)
X Noch nicht ganz im Federgewicht-Segment der neuesten Supershoes

Note: 8,5/10

Diese Hyperion Elite 5 bestätigt den Aufwärtstrend bei Brooks. Die US-Marke liefert endlich einen ausgereiften Wettkampfschuh: komfortabel, haltbar, mit einem DNA GOLD-Schaum, der sich vor den Markt-Referenzen nicht mehr verstecken muss. Brooks ist im Supershoe-Rennen nicht länger Zuschauer. Der Rückstand ist aufgeholt, und das Beste scheint noch zu kommen… Die neue Hyperion Elite 6 wurde bereits an den Füßen der Eliteathleten der Marke beim Boston Marathon im April gesichtet. Da kommt der nächste Knaller… Bis dahin: Diese Hyperion Elite 5 gehört definitiv auf deine nächste Startlinie.

Die Brooks Hyperion Elite 5 findest du auf der offiziellen Website brooksrunning.com zum Preis von 275 €