PUMA Deviate Nitro Elite 4 im Test: Erfahrungen nach 200 km

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Von Clément Laborieux

Veröffentlicht am Do., 10. September 2026

Aktualisiert am Do., 10. September 2026

PUMA Deviate Nitro Elite 4 im Test: Erfahrungen nach 200 km
© MARATHONS

Die Deviate Elite 3 hatte bei mir einen starken Eindruck hinterlassen. Mit diesem Modell lief ich beim Valencia-Marathon in 2:35 Stunden persönliche Bestzeit. Ein leichter, schneller Schuh mit ordentlich Energierückgabe unter dem Fuß. Auf dem Papier vielleicht nicht der beste Superschuh, 2024 hat er mich trotzdem überzeugt. Zwei Jahre später kündigte Puma eine vierte, noch leichtere Version an, mit demselben A-TPU-Schaum wie im Fast-R 3 und einer etwas weniger aggressiven Carbonplatte als beim Vorgänger. Klar, dass ich neugierig wurde. Never change a winning team, oder? Nach mehr als 200 Kilometern, mehreren schnellen Einheiten und vor allem einem London-Marathon in 2:38 Stunden habe ich inzwischen eine ziemlich klare Vorstellung davon, was Puma hier erreichen wollte. Und wieder einmal ist ihnen meiner Meinung nach etwas gelungen. Die Deviate Elite 4 ist leicht, dynamisch und vor allem für viele Läufer zugänglich. Anders als zahlreiche Superschuhe, etwa ihr Verwandter Fast-R 3, lässt sie sich während der Belastung beinahe vergessen: dank ihres extrem niedrigen Gewichts von 170 Gramm und ihres natürlichen Abrollverhaltens.

Testbedingungen

Clément: Als erfahrener Läufer in der Marathonvorbereitung bin ich mit dem Puma Deviate Nitro Elite 4 mehr als 200 Kilometer gelaufen, überwiegend auf der Straße. Ich habe ihn bei mehreren Schwellenläufen, langen marathonspezifischen Läufen, Tempotraining, einigen schnelleren Einheiten und vor allem beim London-Marathon getragen, den ich in 2:38 Stunden beendet habe. Das Ziel war simpel: herausfinden, ob diese neue Deviate Elite mehr sein kann als ein reiner Wettkampfschuh. Ein Modell, mit dem sich schnelle Einheiten, lange Marathonblöcke und der große Tag abdecken lassen.

Puma Deviate Nitro Elite 4 nach 200 km und einem Marathon in 2:38 Stunden in London im Test: Performance, Stabilität, Komfort, Haltbarkeit und ausführliches Fazit.© MARATHONS

Passform und Komfort

Sobald man den Schuh in die Hand nimmt, fällt natürlich zuerst das Gewicht auf. Fast könnte man meinen, es fehlt etwas. Der Schuh ist ein echtes Fliegengewicht. Am Fuß bestätigt sich dieser Eindruck sofort. Das Ultraweave-Mesh ist sehr dünn, äußerst atmungsaktiv und klar auf Performance ausgelegt. Ein weicher Daily-Trainer mit Hausschuhgefühl ist das definitiv nicht.

Und trotzdem hat mich auch der Komfort positiv überrascht. Nicht unbedingt im klassischen Sinn. Vielmehr verschwindet der Schuh am Fuß komplett aus dem Bewusstsein. Das ist wohl das größte Kompliment, das man einem Laufschuh machen kann. Während der Belastung hatte ich wirklich das Gefühl, mit dem Schuh zu verschmelzen. Ich musste nie über meinen Laufstil nachdenken oder unterwegs die Schnürung nachjustieren. Auch auf langen Läufen gab es keinerlei Druckstellen. Die Schnürsenkel halten zuverlässig, und die fast papierdünne Zunge schmiegt sich perfekt an den Fuß.

Während meines Marathons in London konnte ich mich einfach auf meine Leistung konzentrieren, ohne diesen kleinen störenden Gedanken im Hinterkopf: Moment, da stimmt etwas unter meinem Fuß nicht. Bei manchen Superschuhen spürt man ständig irgendeine Besonderheit, die während des Rennens durchaus stören kann.

Bei der Größe habe ich meine übliche Laufschuhgröße gewählt und hatte keinerlei Probleme.

Performance

Hier sammelt die Deviate Elite 4 wahrscheinlich die meisten Pluspunkte. Wie gewohnt setzt Puma auf den bekannten Nitro-Schaum. In diesem Fall kommt die Elite-Variante aus A-TPU zum Einsatz, ein Material ähnlich dem des Fast-R 3. Auf dem Papier klingt das vielleicht nach einem technischen Detail. Auf der Straße spürt man den Unterschied aber deutlich. Der Schuh ist leichter geworden, der Rebound ist ausgeprägt, ebenso die Energierückgabe. Allerdings ohne übertrieben zu wirken. Ich glaube, das ist Absicht. Die Deviate Elite 3 war schnell, konnte sich beim breiten Publikum aber nicht wirklich durchsetzen. Ihr Laufgefühl war etwas fester und aggressiver. Die Deviate Elite 4 ist unauffälliger, zugänglicher, unter dem Fuß etwas weicher und über alle Distanzen vielseitiger.

Eine Carbonplatte ist weiterhin an Bord, sie wirkt allerdings etwas weniger stark gekrümmt als bei der Vorgängerversion. Das Abrollverhalten bleibt natürlich und vor allem deutlich weniger aggressiv. Ich mochte die Deviate Elite 3 sehr, aber sie vermittelte manchmal das Gefühl, permanent Druck machen zu müssen. Die neue Version begleitet den Lauf stärker. Mit ihrer Geometrie und dem moderaten Rocker richtet sich die Deviate Elite 4 an ein breites Läuferfeld. Wer über die Ferse oder den Mittelfuß aufsetzt und einen dynamischen, schnellen Schuh sucht, dürfte mit diesem Modell glücklich werden. Die Laufeindrücke sind zugleich sicher und dynamisch.

Genau deshalb habe ich mich in London für dieses Paar entschieden. Beim Marathon beginnt die eigentliche Herausforderung bekanntlich ab Kilometer 30. Die Beine werden schwer, der Laufstil technisch unsauberer. Die Fußaufsätze verändern sich. Man landet zunehmend über die Ferse und verliert etwas die Koordination. Ich wusste, dass der Fast-R 3 für mich wahrscheinlich zu aggressiv sein würde. Mit seiner einzigartigen Geometrie will dieser Schuh ganz klar spektakulär sein. Sobald man ihn läuft, spürt man, wie er einen nach vorn kippen und schneller machen will. Die Kehrseite: Er fordert die Muskulatur stark, insbesondere die Waden. Und angesichts der fast nicht vorhandenen Dämpfung unter der Ferse war ich nicht völlig überzeugt davon, ihn 42 Kilometer lang zu testen.

Ich wollte etwas Stabileres und Konventionelleres unter dem Fuß. In dieser Hinsicht bereue ich die Entscheidung für die Deviate Elite 4 überhaupt nicht. Selbst mit zunehmender Ermüdung hatte ich immer das Gefühl, ausreichend Dämpfung unter dem Fuß zu haben. Mein Laufstil blieb vergleichsweise sauber, und ich bin im Rennen nicht eingebrochen.

Technische Daten – PUMA DEVIATE NITRO ELITE 4

  • Kategorie: Wettkampfschuh mit Carbonplatte

  • Einsatzbereich: Wettkämpfe von 5 km bis Marathon

  • Schaum: Nitro Elite (A-TPU)

  • PowerPlate-Carbonplatte

  • PUMAGRIP-Gummiaußensohle

  • Ultraweave-Mesh

  • Untergrund: Straße

  • Niveau: für alle Läufer

  • Gewicht: 170 g (Herren) / 140 g (Damen)

  • Sohlenhöhe: 40 mm / 32 mm

  • Sprengung: 8 mm

  • Erhältlich ab 28. Februar 2026

  • Preis: 250 €

  • Ähnliche Modelle: Asics Metaspeed Sky Tokyo, Nike Vaporfly 4

Stabilität

Von einem stabilen Schuh im klassischen Sinn kann natürlich keine Rede sein. Das ist kein Kayano. Unter dem Fuß liegen 40 Millimeter höchst dynamischer Schaum und eine Carbonplatte. Puma hat hier trotzdem eine interessante Balance gefunden.

Die Plattform vermittelt Sicherheit, die Ferse wird leicht geführt, der Übergang ist natürlicher. Ich bin überzeugt, dass viele Läufer mit diesem Paar schneller sein werden als mit einem theoretisch leistungsfähigeren Schuh. Denn beim Marathon hängt hohes Tempo nicht allein von der Energierückgabe des Schuhs ab. Entscheidend ist auch, wie lange man technisch sauber laufen kann. Die Deviate Elite 4 unterstützt genau das. Und selbst wenn man einbricht und das Tempo kollabiert, begrenzen die Dämpfung und die Form des Schuhs den Schaden.

Haltbarkeit

Mit diesem Paar habe ich inzwischen mehr als 250 Kilometer gesammelt. Ein so leichter Schuh weckt in Sachen Haltbarkeit normalerweise wenig Vertrauen. Bisher ist die Überraschung aber sehr positiv. Der PUMAGRIP hält richtig gut, und mein Mittelfußaufsatz passt perfekt zu den geschützten Bereichen der Außensohle. Auch an dieser Stelle hat die deutsche Marke Gewicht eingespart. Puma hat ein PUMAGRIP entwickelt, das nur so viel Material verwendet, wie zum Schutz des Schaums nötig ist. Ehrlich gesagt funktioniert das. Kein Rutschen, und der Schaum ist dort ausreichend geschützt, wo es darauf ankommt. Auch in Sachen Performance hat der Schuh nach 250 Kilometern nichts von seiner Dynamik eingebüßt. Im Training liefert er weiterhin gute Laufeindrücke.

Das entwickelt sich zu einem echten Pluspunkt. Die Deviate Elite 4 kann beinahe zwei Rollen gleichzeitig erfüllen. Ich kann sie bei schnellen Einheiten, Tempoläufen, langen marathonspezifischen Läufen und mehreren wichtigen Wettkämpfen einsetzen. Sie ist einer der vielseitigsten Superschuhe auf dem Markt, weil sie sich auch bei langsamem Tempo angenehm läuft. Selbst lange Einlaufstrecken sind mit ihr kein Problem.

Puma Deviate Nitro Elite 4 nach 200 km und einem Marathon in 2:38 Stunden in London im Test: Performance, Stabilität, Komfort, Haltbarkeit und ausführliches Fazit.© MARATHONS

Atmungsaktivität

Das Mesh ist sehr atmungsaktiv und angenehm. Ja, der Schuh ist kein Daily-Trainer und vermittelt kein Hausschuhgefühl. Trotzdem hatte ich auf den 250 Kilometern keinerlei Reibung oder Scheuerstellen. Blasen gab es ebenfalls keine. Puma setzt hier auf die Ultraweave-Technologie, ein extrem leichtes Mesh, das speziell für die Wettkampflinie entwickelt wurde.

Gewicht

Mit 170 Gramm bei der Herren- und 140 Gramm bei der Damenversion gehört der Schuh zu den leichtesten Carbonmodellen auf dem Markt. Das ist ganz klar eine große Stärke. Der Fliegengewicht-Eindruck ist beeindruckend, und der Schuh verschwindet am Fuß schnell aus der Wahrnehmung. Für die Performance ist das Gewicht bekanntlich ein entscheidender Faktor. 30 Gramm weniger als die V3, gut gemacht, Puma.

Vergleich mit der Konkurrenz

Bei Puma liegt der Vergleich mit dem Fast-R 3 natürlich auf der Hand. Der Fast-R ist spektakulärer. Aggressiver. Radikaler. Die Deviate Elite 4 ist zugänglicher, leichter anzupassen und mindestens ebenso dynamisch. Ihre Geometrie ist schlicht klassischer. Im Vergleich zum Vaporfly 4 wirkt sie etwas schützender und vielseitiger. Gegenüber ihrem Vorgänger, der Deviate Elite 3, ist sie ein echter Fortschritt. Sie verbessert genau die Punkte, die im Superschuh-Segment wirklich zählen: Gewicht, Stabilität und Dynamik.

Preis-Leistungs-Verhältnis

250 Euro sind viel Geld. Das muss man ehrlich sagen. Allerdings bewegen sich heute fast alle hochwertigen Superschuhe in dieser Preisklasse. Und wenn ich nur betrachte, was der Schuh bietet, also geringes Gewicht, A-TPU-Schaum, Vielseitigkeit und eine Haltbarkeit, die besser zu sein scheint als bei vielen Konkurrenten, wirkt das Gesamtpaket stimmig. Vor allem, wenn man ein einziges Paar für schnelle Einheiten und Wettkämpfe sucht.

Für wen?

Läufer, die einen vertrauenerweckenden Superschuh suchen
Läufer, die ein Paar für schnelle Trainings und Wettkämpfe von 5 km bis Marathon wollen
Läufer mit Fersen- oder Mittelfußaufsatz
Athleten, die allzu extreme Superschuhe meiden

Fazit zur PUMA Deviate Nitro Elite 4

Vor zwei Jahren bin ich mit der Deviate Elite 3 persönliche Bestzeit gelaufen. In London wollte ich dieses Jahr mit der Deviate Elite 4 an diese Zeit herankommen, aber an diesem Tag hätte es dafür mehr gebraucht. Am Ende standen 2:38:07 Stunden auf der Uhr. Auf die Leistung und die Umsetzung des Rennens bin ich trotzdem sehr stolz. Ich hatte mit diesem Paar enorm viel Freude am Marathon, und das ist letztlich das Wichtigste.

Die Entwicklung des Modells lässt sich daran ziemlich gut ablesen. Puma wollte nicht den verrücktesten Schuh auf dem Markt bauen. Stattdessen entstand ein Superschuh, der Lust auf schnelles Laufen macht, ohne einem dabei etwas aufzuzwingen. Genau das hat mich vielleicht am meisten überrascht. Ein Schuh, der nach dem Start einfach verschwindet. Dynamisch, extrem leicht, atmungsaktiv: alles, was man von einem Wettkampfschuh erwartet.

Stärken:
Fliegengewicht
Sehr dynamischer Nitro-Elite-ATPU-Schaum
Vertrauenerweckende Plattform
Vielseitig für Training und Wettkampf
Verschwindet während der Belastung aus dem Bewusstsein

Schwächen:
X Etwas zu wenig Aggressivität, der Rocker ist etwas flach
X Preiserhöhung auf 250 Euro, die V3 kostete 230 Euro

Bewertung: 9,4/10

Puma Deviate Nitro Elite 4 nach 200 km und einem Marathon in 2:38 Stunden in London im Test: Performance, Stabilität, Komfort, Haltbarkeit und ausführliches Fazit.© MARATHONS

Ich hatte mit einem simplen, leichteren Update der Vorgängerversion gerechnet, aber Puma hat es nicht dabei belassen. Die Marke bewahrt die Stärken des Vorgängers und entwickelt gleichzeitig einen schnellen, leichten und leistungsfähigen Superschuh, ohne ins Extreme abzudriften. Die Deviate Elite 4 ist wahrscheinlich weder der spektakulärste noch der radikalste Schuh auf dem Markt. Genau darin liegt ihre Stärke. Was Geometrie, Schaum und Laufgefühl angeht, gehört sie vermutlich zu den zugänglichsten Superschuhen überhaupt. Man zieht sie an, ohne lange darüber nachzudenken, und bekommt sofort Lust, schnell zu laufen. Genau das soll ein Schuh leisten, der uns am Wettkampftag begleitet.

Die PUMA Deviate Nitro Elite 4 gibt es auf der offiziellen Website puma.com zum Preis von 250 Euro.