Amsterdam-Marathon: Geoffrey Toroitich Kipchumba sprengt die Prognosen und stellt Streckenrekord auf
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Im Feld der Stars, darunter der zweimalige Olympiasieger Joshua Cheptegei auf Rang fünf, hat Geoffrey Toroitich Kipchumba den 50. Amsterdam-Marathon dominiert. Der 25-jährige Kenianer setzte sieben Kilometer vor dem Ziel zu einer präzisen Attacke an und gewann in 2:03:29 Stunden. Damit verbesserte er den Streckenrekord des Äthiopiers Tamirat Tola aus dem Jahr 2021 um zehn Sekunden. Bei den Frauen siegte Anyalem Desta, die mit 2:17:34 Stunden ihre eigene Bestmarke pulverisierte. Marathons.com war vor Ort und lässt diesen starken Marathonmorgen noch einmal Revue passieren.
Geoffrey Toroitich Kipchumba war nicht der Favorit. Das ist noch vorsichtig formuliert, wenn man die Pressemappe des Veranstalters durchblätterte. Angepriesen wurden Tsegaye Getachew, der hier 2022 in 2:04:49 und 2024 in 2:05:38 gewonnen hatte, Gabriel Geay mit seiner Bestzeit von 2:03:00 in Valencia 2022 oder Joshua Cheptegei, der im September wegen „persönlicher Gründe“ auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio verzichtet hatte und dort 2025 eine Zeit von 2:05:59 gelaufen war. Für die kommenden Auflagen muss man nun auch den Namen dieses Kenianers auf dem Zettel haben.
Während die Führungsgruppe bei der Halbmarathonmarke live am Streckenrekord schnuppert (1:12:15 Stunden gegenüber 1:12:11), eröffnet Gabriel Geay die Offensive. Cheptegei, der zum dritten Mal über die Königsdistanz antritt, zeigt erste Ermüdungserscheinungen. Das ständige Hin und Her bezahlt er fünf Kilometer vor dem Ziel des von World Athletics mit Platin ausgezeichneten Marathons, während der spätere Sieger davoneilt und Getachew, Molla sowie Geay, der bis dahin einen starken Eindruck gemacht hatte, auf die Plätze verweist.
Die Frage lautet nun nicht mehr, wie der Sieger heißen wird, sondern ob Tamirat Tolas Streckenrekord aus dem Jahr 2021 (2:03:39) fallen würde. Der Einlauf ins Olympiastadion ist für den Mann, der im vergangenen März den Tokio-Marathon in 2:05:46 beendet hatte, eine willkommene Atempause. Seit 50 Jahren wird die Geschichte des Laufsports in der niederländischen Hauptstadt geschrieben. Mit zehn Sekunden Vorsprung auf die bisherige Bestzeit hat Geoffrey Toroitich Kipchumba in 2:03:29 diesen niederländischen Diamanten nun weiter veredelt.
„In der ersten Hälfte habe ich mich sehr gut gefühlt“, berichtet der Sieger des Amsterdam-Marathons 2025 im Pressezentrum. „Ab Kilometer 30 wusste ich, dass ich Druck machen würde, um herauszufinden, wer der Stärkste ist. Bei Kilometer 35 sagte ich mir, dass ich meine Arbeit erledigen musste. Vier Kilometer vor dem Ziel habe ich das Tempo angezogen. “ Damit lief er die viertbeste Zeit des Jahres über diese Distanz, hinter Sabastian Kimaru Sawe in Berlin (2:02:16), Jacob Kiplimo in Chicago (2:02:23) und Tadese Takele in Tokio (2:03:23). Tsegaye Getachew (2:04:17) und Getaneh Molla (2:04:17) komplettierten das Podium.
Äthiopischer Dreifachsieg bei den Frauen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Unter den ersten zehn sind sieben Äthiopierinnen. Auch das Podium bleibt ganz in äthiopischer Hand. Bei Kilometer 35 noch gemeinsam an der Spitze (1:54:27), lieferten sich Anyalem Desta, Bertukan Welde und Mekides Shimeles ein Duell wie aus einem Hollywood-Thriller. 2,125 Kilometer vor dem Ziel waren nur noch zwei von ihnen übrig, dann setzte die Erstgenannte zur entscheidenden Attacke an. Die 21-jährige Afrikanerin pulverisierte ihre bisherige Bestzeit (2:17:34 gegenüber 2:22:21) und entfaltete nach dem Zieleinlauf einen zerknitterten Zettel mit der Aufschrift: „Jesus is Lord“.
„Ich bin sehr glücklich. Ich habe unglaublich viel gelernt. Dieser Wettkampf ist für mein Leben wirklich wertvoll“, erzählt sie. „Bis zum letzten Kilometer waren wir beide zusammen. Ich war bis zum Schluss bereit. “ Wie schon bei den Männern war auch sie nicht unter den Athletinnen genannt worden, die in der Pressemitteilung angekündigt waren. Welde (2:17:56) und Shimeles (2:19:55) holten Silber und Bronze, während die Französin Margaux Sieracki mit Rang acht (2:25:47) ein starkes Ergebnis erzielte. Rene Wilt, der Renndirektor, und sein gesamtes Team sind gewarnt: In den kommenden Jahren müssen sie die Außenseiter noch genauer im Blick behalten.
Zu seinem 50. Geburtstag war der Amsterdam-Marathon bei den Männern wie bei den Frauen erneut Schauplatz packender Duelle. 1975 gingen 300 Läuferinnen und Läufer bei der ersten Auflage an den Start. Ein halbes Jahrhundert später waren es mehr als 30.000, die durch die europäische Metropole liefen.
✔ Alle Ergebnisse des Amsterdam-Marathons 2025