Brugge-Marathon: Daan De Bock und Lynn Anthierens triumphieren in der Hauptstadt Westflanderns
Veröffentlicht am Do., 10. September 2026
Aktualisiert am Do., 10. September 2026
Der Athora Bruges Marathon bestätigt den wachsenden Laufboom: 12.000 Laufbegeisterte waren dabei, so viele wie nie zuvor seit der Premiere 2017. Im historischen Zentrum der Hauptstadt Westflanderns setzten sich die Belgier Daan De Bock (2:26:37) und Lynn Anthierens (2:58:17) durch.
9.000 Teilnehmende im vergangenen Jahr, 12.000 am Sonntag. 15.000 im Jahr 2026? Das Venedig des Nordens zieht Läuferinnen und Läufer aus allen Himmelsrichtungen an: Franzosen, Niederländer, Briten und natürlich Belgier. Bei seiner ersten ausverkauften Ausgabe bestätigte der Brugge-Marathon seinen Status als Großereignis des Landes. Um 10 Uhr fiel der Startschuss. Anschließend führte die Strecke am Damse Vaart entlang zu den mittelalterlichen Reizen des Dorfes, ehe das Ziel wie gewohnt auf dem Kopfsteinpflaster des Marktes erreicht wurde.
In diesem Rennen machten die Belgier den Sieg unter sich aus. Kurz nach der Halbmarathonmarke setzte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe ab, doch am Ende riss Daan De Bock die Arme hoch. Von Anfang bis Ende an der Spitze, mit 33:59 Minuten über 10 Kilometer und 1:12:02 Stunden im Halbmarathon, absolvierte der Belgier die 42,195 Kilometer in 2:26:37 Stunden. Am 9. März hatte er in Gentbrugge, einem Stadtteil von Gent, mit 32:19 Minuten bereits seine 10-Kilometer-Bestzeit verbessert. Loic Lemaitre (2:27:21) und Joren Van dorpe (2:30:36) komplettierten das Podium. Der erste Franzose, der Radiologe Thibault Poclet vom Krankenhaus in Valenciennes, belegte in 2:40:37 Stunden Rang 16. Bei den Frauen setzte sich Lynn Anthierens nach einem engen Duell gegen ihre Landsfrau Ann-Sofie Claeys durch (2:58:17 gegenüber 2:58:18). Auch die Britin Victoria Primmer wusste zu überzeugen und wurde in 3:02:12 Stunden Dritte.
Ruban Cornelus und Mélissa Benoumeur dominieren den Halbmarathon
Sie ist zwar über 40, sammelt aber weiterhin Medaillen. Mélissa Benoumeur stellte ihr Können erneut unter Beweis und gewann den Halbmarathon. Als einzige Frau blieb die Belgierin unter 1:20 Stunden (1:19:55). Zwischen Kilometer 15 und 20 nahm sie etwas Tempo heraus und benötigte 19:32 Minuten, nachdem sie die ersten fünf Kilometer in 18:43 Minuten gelaufen war. Hinter ihr folgten Ingrid Spelmans (1:21:15) und Gwendolyn De Deyne (1:21:40). Bei den Männern ging es mit knapp 20 km/h zur Sache. In einem atemraubenden Finish setzte sich Ruban Cornelus gegen Aaron Decloedt durch (1:07:40 gegenüber 1:07:41). Auch der Niederländer Jarno Albers war bis zum Schluss mittendrin und wurde in 1:07:46 Stunden Dritter.
Die starken Zeiten ließen beinahe vergessen, welche Akzente die Organisation gesetzt hatte. Nachhaltigkeit stand bei dieser Ausgabe im Mittelpunkt: Mehrwegbecher kamen flächendeckend zum Einsatz, außerdem wurde dazu aufgerufen, von Brüssel oder Antwerpen mit dem Zug anzureisen. Erstmals in der belgischen Laufgeschichte gab es an jeder Verpflegungsstation sogenannte „boxes ladies only“. Dort konnten sich Frauen mit Tampons und Binden versorgen. Diese Neuerung wird am Marathon d’Anvers am 19. Oktober und beim Marathon in Brüssel am 2. November erneut angeboten. Das Venedig des Nordens hat wieder einmal begeistert.
Vor der einzigartigen Kulisse mitten im UNESCO-Welterbe bot der Brugge-Marathon eine ganze Reihe starker Leistungen, wobei die Belgier die vorderen Plätze unter sich ausmachten. In ausgelassener Atmosphäre wurde die Hauptstadt Westflanderns zum Schauplatz eines unvergesslichen Vormittags.